Dienstag, 09. November 2021

eea: Friedrichshafen zum 3. Mal vergoldet

Bei der Verleihung am am 5. November 2021 in Ravensburg haben 48 europäische Gemeinden, Städte und Landkreise – darunter auch die Stadt Friedrichshfen – den European Energy Award in Gold entgegengenommen.
Vier Personen bei Auszeichnung
V.l.n.r.: Gudrun Heute-Bluhm (Präsidentin des internationalen Vereins eea), Fabian Müller (Erster Bürgermeister, Stadt Friedrichshafen), Dr. Tillmann Stottele (Abteilungsleitung Landschaftsplanung und Umwelt, Stadt Friedrichshafen), Thekla Heinel (Bundesgeschäftsstelle European Energy Award).

Dieser Tage diskutieren Länder aus der ganzen Welt im Rahmen der Klimakonferenz in Glasgow, welche Klimaziele sich die Weltgemeinschaft setzen will. Die Gemeinden, Städte und Landkreise, die mit dem European Energy Award Gold ausgezeichnet sind, gehen seit Jahren als Vorbilder voran und zeigen mit einer konsequenten Energie- und Klimapolitik sowie konkreten Maßnahmen, wie der Weg zur Klimaneutralität aussehen kann.

Bei der Verleihung im Kunstmuseum Ravensburg wurden in Anwesenheit der Präsidentin des internationalen Vereins eea Gudrun Heute-Bluhm, von Ravensburgs Oberbürgermeister Dr. Daniel Rapp und Ministerialdirigent Martin Eggstein, in Vertretung von Umweltministerin Thekla Walker, 48 Gemeinden, Städte und Landkreise aus Deutschland, Frankreich, Italien, Liechtenstein, Luxemburg, Österreich und der Schweiz mit dem European Energy Award Gold ausgezeichnet. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen richtete das Wort in einer digitalen Botschaft an die Anwesenden. Sie dankte allen ausgezeichneten Kommunen für die Verantwortung, die sie übernehmen, und ermutigte sie, die auf der Weltbühne getroffenen Verpflichtungen in lokale Klimaschutzaktivitäten umzusetzen: „Der Weg zur Klimaneutralität führt durch unsere Städte und Regionen. Ich danke Ihnen allen für Ihre Bemühungen, diese sind unverzichtbar.“

Die Gastgeberstadt Ravensburg, die ebenfalls zu den Preisträgerkommunen zählte, zeigte anhand eigener Beispiele, wie solche lokalen Klimaschutzmaßnahmen konkret in der Kommune umgesetzt werden können. Zentral dabei ist der Klimakonsens, ein ambitioniertes Programm, mit dem die Stadt bis spätestens 2040 klimaneutral werden möchte. Maßnahmen dazu sind zum Beispiel mehr Nah- und Fernwärmeleitungen oder das E-Bike-Verleihsystem über die Mobilitätsplattform der Technischen Werke Schussental sowie eine Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs und der Radwegeinfrastruktur.

Rund 150 Teilnehmende aus mehreren europäischen Ländern waren vor Ort, um die Auszeichnung mit dem European Energy Award Gold entgegenzunehmen. Weitere 70 Teilnehmende folgten der Veranstaltung digital. Im Vorfeld der Auszeichnungsveranstaltung fanden Workshops zu Themen wie Wärmewende, Klima-Kommunikation, Nachhaltige Mobilität und Flächensuffizienz statt. Die Beteiligten tauschten sich dort international über ihre Erfahrungen aus und nahmen dabei Impulse für den weiteren Weg in Richtung Klimaneutralität in ihrer eigenen Kommune mit.

Bereits dritte Auszeichnung mit dem eea Gold für Friedrichshafen

Die Auszeichnung für Friedrichshafen haben Erster Bürgermeister Fabian Müller und Dr. Tillmann Stottele in Vertretung des Energieteams der Stadt entgegengenommen. Nach 2012 und 2016 wurde die Zeppelinstadt mit 79,6 Prozent der möglichen Punkte zum dritten Mal mit dem eea Gold ausgezeichnet. Besondere Stärken weist Friedrichshafen in den Handlungsfeldern Entwicklungsplanung, Kooperation und Interne Organisation auf. Der größte Handlungsbedarf besteht weiterhin bei den Kommunalen Gebäuden und Anlagen. Hier sind die Fortschritte erfahrungsgemäß besonders schwer zu erzielen.

In den dritten Gold-Award für Friedrichshafen eingeflossen sind die weitreichenden Beschlüsse zu Klimaneutralität und Klimaanpassung mit den dazu gehörigen Maßnahmenplanungen vom November 2020. Damit hat sich die Stadt für die kommenden Jahre sehr ambitionierte Ziele gesetzt. Noch nicht in die Bewertung eingeflossen sind die über das Klimabudget finanzierten Maßnahmen, über die der Gemeinderat am 22. November erstmals entscheiden wird.

Aus Baden-Württemberg wurden folgende Kommunen mit dem European Energy Award Gold geehrt: Bad Schussenried, Friedrichshafen, Lörrach, Mengen, Ravensburg, Sigmaringen, Ulm, Wangen im Allgäu, Ilsfeld sowie die Landkreise Biberach, Böblingen, Ravensburg, Reutlingen, Sigmaringen und der Bodenseekreis.

Der European Energy Award

Der European Energy Award ist ein internationales Qualitätsmanagement- und Zertifizierungsinstrument für kommunalen Klimaschutz, an dem aktuell 18 Nationen und mehr als 1.700 Kommunen mit über 60 Millionen Bürgerinnen und Bürger teilnehmen.

Eine Auszeichnung wird verliehen, wenn eine Kommune mehr als 50 Prozent aller möglichen Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz, zur Versorgung mit erneuerbaren Energien und zum Klimaschutz umsetzt. Setzt eine Gemeinde sogar mehr als 75 Prozent aller möglichen energie- und klimarelevanten Maßnahmen um, wird sie mit dem European Energy Award Gold ausgezeichnet.

Auszeichnung 2021

In den Jahren 2020 und 2021 haben 97 Kommunen das European Energy Award Gold Niveau erreicht, davon 30 in Deutschland, sechs in Frankreich, zwei in Italien, eine in Liechtenstein und in Luxemburg, 44 in der Schweiz und zehn in Österreich. Die größte Kommune ist mit rund 640.000 Einwohnern die Stadt Nantes in Frankreich, mit 1150 Einwohnerinnen ist Langenegg (AT) die kleinste ausgezeichnete. Das beste Resultat mit 88 Prozent ausgeschöpftem Handlungsspielraum erreichte dieses Jahr die Gemeinde Virgen aus Österreich, welche bereits zum vierten Mal das Gold Label in Empfang nehmen durfte. Insgesamt sind damit 189 Kommunen europaweit mit dem European Energy Award Gold ausgezeichnet.

Weitere Infos: www.european-energy-award.org

Der European Energy Award in Baden-Württemberg

Die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) führt im Auftrag des Landesumweltministeriums die Landesgeschäftsstelle des eea. Sie berät interessierte und teilnehmende Kommunen, gibt praktische Hilfestellung für das Zertifizierungsverfahren und organisiert den Austausch zwischen den rund 160 teilnehmenden Kommunen in Baden-Württemberg.

Weitere Infos: www.kea-bw.de/eea