Donnerstag, 17. Oktober 2019

Ganz schön faire Stadt: Friedrichshafen

Friedrichshafen ist und bleibt „Fairtrade-Stadt“. Das hat der Verein TransFair, der den Titel verleiht, bestätigt: „Nach Erfüllung aller Kriterien der Kampagne Fairtrade-Towns darf Friedrichshafen weiterhin den Titel Fairtrade-Stadt tragen.“
Logo Fairtrade Stadt Friedrichshafen

„Für die Stadt Friedrichshafen ist das Engagement für den fairen Handel seit vielen Jahren ein Teil der DNA, deshalb ist diese Auszeichnung für uns eine besondere Ehre“, betont Oberbürgermeister Andreas Brand. „Schon seit 1998 gibt es den Friedrichshafener Agenda-Kaffee‚ Café Friederico‘, ein fairer und kulinarischer Hochgenuss.“ Der „Café Friederico“ wird über den Weltladen des Vereins Eine Welt vertrieben, dort bezieht die Stadtverwaltung auch selbst Kaffee und Snacks zum Beispiel für Gemeinderatssitzungen, aber auch Geschenkkörbe für Jubilare. Bereits vor mehr als zehn Jahren, 2008, fasste der Gemeinderat den Beschluss gegen Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit.

„Durch ihr Engagement für den fairen Handel vor Ort nimmt die Stadt Friedrichshafen eine Vorreiterrolle ein“, heißt es in der Titelurkunde. Und weiter: „Dies setzt ein konkretes Zeichen für eine gerechtere Welt, indem Friedrichshafen dazu beiträgt, dass durch faire Handelsbeziehungen den benachteiligten Produzentengruppen im Süden zu einem verbesserten Einkommen verholfen wird.“ Mit der erneut erfolgreichen Titelverleihung darf sich die Stadt nun weitere zwei Jahre lang als „Fairtrade-Stadt“ bezeichnen. Seit 2015 trägt die Stadt diesen Titel bereits, alle zwei Jahre werden von TransFair e. V. die Kriterien bei der sogenannten Rezertifizierung, also bei der erneuten Vergabe, geprüft.

Bei der Prüfung werden fünf Kriterien unter die Lupe genommen:

  1. Es muss ein Ratsbeschluss zur Bewerbung als „Fairtrade-Stadt“ vorliegen. Dieser wurde im März 2015 durch den Häfler Gemeinderat gefasst.
  2. Eine Steuerungsgruppe muss gegründet werden, die den gesamten Prozess begleitet. In Friedrichshafen gibt es diese bereits seit 2014.
  3. Entsprechend der Einwohnerzahl muss die Stadt zwölf Einzelhändler und sechs Gastronomen mit jeweils mindestens zwei Fairtrade-Produkten nachweisen. In Friedrichshafen machen aktuell 22 Einzelhändler und 16 Gastronomiebetriebe mit, die auch in dem Flyer „Fair Einkaufen in Friedrichshafen“ zu finden sind.
  4. Die Menschen vor Ort müssen mitgenommen werden: In Friedrichshafen muss mindestens eine Schule, ein Verein und eine Kirchengemeinde für Aktionen zum Fairen Handel gewonnen werden. Tatsächlich sind es inzwischen acht Schulen, sechs Vereine und acht Kirchengemeinden, die mitmachen. Vier der acht Schulen sind inzwischen als Fairtrade-Schulen zertifiziert, nur in St. Georgen und Stuttgart sind gleich viel oder mehr Schulen zertifiziert. Die Zeppelin Universität ist eine von wenigen Universitäten in Deutschland, die ebenfalls zertifiziert ist.
  5. Berichterstattung in den Medien: Friedrichshafen muss mindestens vier Artikel zur Fairtrade-Kampagne jährlich nachweisen – eine Quote die dank der vielfältigen Medienlandschaft in Friedrichshafen weit übertroffen wird.

Infos zum fairen Engagement der Stadt und der Einkaufsführer Fairer Handel sind zu finden unter www.fairtrade.friedrichshafen.de.