Friedrichshafen wird zum dritten Mal ausgezeichnet

Für vorbildliche Klimaschutzarbeit wurde Friedrichshafen bereits zum dritten Mal mit dem European Energy Award in Gold ausgezeichnet.
Wolfgang Kübler, Leiter des Stadtbauamtes, Tobias Röschl, Geschäftsführer Energieteam und Erster Bürgermeister Dr. Stefan Köhler mit der Urkunde des European Energy Award in Gold.
Freuen sich gemeinsam darüber, dass Friedrichshafen zum dritten Mal mit dem European Energy Award in Gold ausgezeichnet wurde: (von links) Wolfgang Kübler, Leiter des Stadtbauamtes, Tobias Röschl, Geschäftsführer Energieteam und Erster Bürgermeister Dr. Stefan Köhler.

Friedrichshafen gehörte im Jahr 2012 zu den ersten fünf Städten Baden-Württembergs, die den Energy Award in Gold erhalten haben und will spätestens 2050 klimaneutral sein. Deshalb bekennt sich die Stadt zum Pariser Abkommen.

„Ich freue mich sehr, dass wir zum dritten Mal mit dem European Energy Award in Gold ausgezeichnet wurden. Dies belegt, dass wir in Friedrichshafen dank der Unterstützung durch den Gemeinderat und eines tollen und umsetzungsorientierten Energieteams viel erreicht haben. Ich danke allen, die uns bei der Rezertifizierung unterstützt haben“, so Erster Bürgermeister Dr. Stefan Köhler.

Friedrichshafen verfolgt seit Anfang der 1990er Jahre eine gezielte Energie- und Klimaschutzpolitik mit zahlreichen Einzelmaßnahmen und Modellvorhaben. 1991 wurde eine eigene Umweltabteilung aufgebaut, 1997 folgte das kommunale Energiemanagement im Stadtbauamt. Bereits 1992 wurden mit dem Beitritt zum Klimabündnis ambitionierte Ziele zur Senkung der CO2-Emissionen gesetzt. 2020 wurde das Energie- und Klimaleitbild Friedrichshafen 2050 mit dem Ziel der „Klimaneutralität“ vom Gemeinderat einstimmig beschlossen. Das Energie- und Klimaschutzkonzept konkretisiert das Leitbild und setzt sich aus dem integrierten Stadtentwicklungsprozess (ISEK), dem Grünentwicklungskonzept und dem Masterplan Klimastadt mit Klimaanpassung zusammen.

In den letzten Jahren hat die Stadt zahlreiche energetisch sinnvolle Projekte umgesetzt. Neben Sanierungen und energieeffizienten Neubauten spielen vor allem der Ausbau der erneuerbaren Energien, der Aufbau von Nahwärmenetzen und die Steigerung der Effizienz eine wichtige Rolle.

„Durch die kontinuierliche Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED haben wir den Verbrauch seit 2010 um 40 Prozent (1.300 MWh) pro Jahr reduziert. Und das, obwohl die Anzahl der Leuchtpunkte stetig zugenommen hat“, erklärt Wolfgang Kübler, Leiter des Stadtbauamtes.

Die Nutzung von erneuerbaren Energien wird bei allen Sanierungen und Neubauvorhaben gefordert und in der Regel umgesetzt. „Wir beziehen seit 2010 zu 100 Prozent Ökostrom für die eigenen Liegenschaften und der Ausbau der ökologischen Nahwärme geht voran. Bis Ende 2021 kann ein Drittel des Wärmeverbrauchs der städtischen Liegenschaften über Nahwärme gedeckt werden“, berichtet Tobias Röschl, Geschäftsführer Energieteam. Durch den Einsatz hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung werden so jährlich 400 Tonnen CO2 eingespart.

Zusätzlich zu den investiven Maßnahmen sucht Friedrichshafen den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern. Seit 2015 wird gemeinsam mit den Bürgern unter der Federführung des Amtes für Stadtplanung und Umwelt über ein integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) eine Konzeption für eine zukunftsgerechte nachhaltige Stadtentwicklung erarbeitet. Zentrale Themen im Prozess sind unter anderem Verkehr, Mobilität und Klimaschutz.

„Wir arbeiten engagiert daran, den Maßnahmenkatalog abzuarbeiten, neue Ideen zu entwickeln, um unser Ziel, Friedrichshafen klimaneutral zu machen, zu erreichen“, so Dr. Köhler.

Der Klimawandel ist eine globale Herausforderung, aber auch regional und lokal sind Antworten gefordert. Mit einem Klimaanpassungskonzept und der Fortschreibung des Energie- und Klimaschutzkonzeptes hat der Gemeinderat in Friedrichshafen den Weg für die kommenden Jahrzehnte skizziert. Bis 2050 will die Stadt klimaneutral sein und verschärft damit die bisherigen Klimaschutzziele deutlich. Die Maßnahmenlisten, die sich aus beiden Konzepten ergeben, sind überaus umfangreich. Deshalb sollen zur Erreichung der Klimaziele drei neue Stellen geschaffen und die Maßnahmen über ein Klimabudget finanziert werden.