Montag, 21. Dezember 2020

Fallenbrunnen Nordost: Häfler haben abgestimmt

Das Interesse an der künftigen Entwicklung des Kasernenareals Fallenbrunnen Nordost ist groß. 2.539 Bürgerinnen und Bürger haben an der Umfrage auf der Beteiligungsplattform www.sags-doch.de teilgenommen. Über 85 Prozent von ihnen sind zwischen 18 und 34 Jahren alt.

Die überdurchschnittlich hohe Beteiligung jüngerer Bevölkerungsgruppen spiegelt sich auch bei den Besuchshintergründen wider: Knapp zwei Drittel der Befragten geben an, den Fallenbrunnen aufgrund ihrer Aus- oder Weiterbildung aufzusuchen. Weitere zentrale Gründe für den Besuch des Quartiers stellen das kulturelle Angebot, die Naherholung oder der Arbeitsplatz dar.

Geht es um die Ausrichtung des Fallenbrunnens Nordost steht bei den Befragten die Förderung unterschiedlicher Gewerbenutzungen an erster Stelle; dicht gefolgt vom zukunftsorientierten Wohnen. Hierbei stehen vor allem nachhaltige, ökologische Bauweisen, innovative Energiekonzepte, neue Technologien, flexible Grundrisse, die Verbindung von Wohnen und Arbeiten sowie die soziale Mischung im Vordergrund. Hinsichtlich der Gestaltung von Naturschutz, Grün und Freiräumen spielen Ruhe und Entspannung, grüne Wegeverbindungen sowie der Erhalt der Artenvielfalt und ihrer Lebensräume die größte Rolle.

In Bezug auf die Aspekte des Fallenbrunnens als Klimaquartier sind den Befragten – ähnlich wie für das zukunftsorientierte Wohnen – ein innovatives Energiekonzept sowie klimaschützende Baumaßnahmen besonders wichtig. Im Kontrast dazu legen allerdings nur wenige der Umfrageteilnehmenden Wert auf eine nachhaltige Mobilität.

Die Mehrheit der Befragten zieht den motorisierten Individualverkehr dem öffentlichen Personennahverkehr oder alternativen Angeboten wie Carsharing vor. Hauptgründe hierfür sind die Zeitersparnis, zu geringe Taktfrequenzen von Bus und Bahn, fehlende Erreichbarkeiten sowie mangelnde Abdeckung von Randzeiten.

Zu beachten ist: Da es sich um ein offenes Befragungsformat handelt, die Teilnahme also nicht per Zufallsauswahl – zum Beispiel gleichmäßig verteilt nach Alter und Geschlecht – vorselektiert wurde, stellt das Umfrageergebnis ein Meinungsbild dar und ist somit nicht repräsentativ.

Besonders deutlich wird dies durch die überproportional stark vertretenen Studierenden, die in der Befragung unter anderem den Erhalt kostenloser Parkmöglichkeiten fordern, während im Smart City Hackathon – einem weiteren Bürgerbeteiligungsformat zu diesem Thema – der autofreie Fallenbrunnen als Ziel skizziert wurde.

Die Ergebnisse beider Beteiligungsverfahren finden bei entsprechender Eignung Eingang in die Aufgabenbeschreibung des für 2021 geplanten städtebaulichen Ideenwettbewerbs. Eine Jury wird die daraus resultierenden Entwürfe der teilnehmenden Planungsbüros bewerten. Der Gemeinderat entscheidet anschließend, welcher Entwurf realisiert wird.

Die Ergebnisse der Umfrage sind als Download zu finden unter: https://friedrichshafen.sags-doch.de/fallenbrunnen