Donnerstag, 14. November 2019

Eigenes Verhalten kann den Verkehr sicherer machen

Im Herbst und Winter beeinflusst die Jahreszeit die Sicherheit des Verkehrs. Wenn es dunkel und neblig und das Sichtfeld durch Mützen, Schals und dicke Jacken eingeschränkt ist, braucht es umso mehr Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer.
Autos im Kreisverkehr Charlottenstraße im Dunkeln

Aber auch übers Jahr gelten diese Regeln und wer sich daran hält, macht den Verkehr für sich und andere sicherer. In Friedrichshafen gibt es einige Schwerpunkte, bei denen besondere Vorsicht geboten ist.

Verhalten an Bushaltestellen

Hält ein Schul- oder Linienbus an einer Haltestelle, dürfen Autofahrer nur vorsichtig und mit ausreichend Abstand daran vorbeifahren, ohne aussteigende Fahrgäste zu behindern oder zu gefährden. Falls es nötig sein sollte, muss das Auto warten.

Besondere Vorsicht gilt an Schulbushaltestellen: Vor allem jüngere Schüler, die zum ersten Mal allein am Straßenverkehr teilnehmen, können Gefahren noch nicht richtig einschätzen. Meist verlassen sie in Grüppchen den Bus und sind dabei oft abgelenkt, sodass sie das Verkehrsgeschehen nicht ausreichend wahrnehmen. Außerdem sind gerade Kinder, die hinter dem Bus hervortreten, meist nur schlecht zu sehen – vor allem im Dunkeln.

Verhalten bei Bussen mit eingeschaltetem Warnblinklicht

An gefährlichen Haltestellen, die mit einem entsprechenden Schild markiert sind, müssen Busfahrer das Warnblinklicht einschalten, wenn sie sich dieser nähern oder Fahrgäste ein- und aussteigen. Sobald ein Bus während der Fahrt das Warnblinklicht einschaltet, darf er nicht überholt werden.

An stehenden Bussen mit eingeschaltetem Warnblinklicht dürfen Autofahrer nur mit Schrittgeschwindigkeit (etwa 7 km/h) und ausreichend Abstand vorbeifahren. Das gilt auch für den Gegenverkehr, wenn die entgegengesetzte Fahrbahn nicht baulich getrennt ist. Diese Regelungen gelten auch für Haltestellen außerhalb geschlossener Ortschaften und für Haltebuchten.

Verhalten in Fahrradstraßen
Fahrradstraßen sind Radlern vorbehalten. Für Autofahrer ist die Fahrradstraße verboten – es sei denn, ein Zusatzschild erlaubt es, etwa die Aufschrift „Kfz-Verkehr frei“. Auf allen Fahrradstraßen gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern. Daran müssen sich nicht nur Autofahrer, sondern auch Radfahrer halten.

Autofahrer müssen beim Überholen einen Mindestabstand von eineinhalb Metern zu Radfahrern halten und dürfen sich nicht an den Radlern vorbeizwängen. Auch wenn Radler auf Fahrradstraßen das Hoheitsrecht haben, dürfen sie nicht kreuz und quer auf der Straße herumfahren. Das Rechtsfahrgebot gilt auch für Radfahrer, allerdings dürfen Radfahrer auf der Fahrradstraße nebeneinander fahren.

Verhalten im Kreisverkehr

Klassische Kreisverkehre kommen am häufigsten vor und werden durch die Schilderkombination „Vorfahrt gewähren“ und „Kreisverkehr“ gekennzeichnet. Die Fahrzeuge im Kreisel haben Vorfahrt. Geblinkt wird nur beim Verlassen des Kreisverkehrs, nicht beim Einfahren.

In Friedrichshafen gibt es derzeit keine zweispurigen und doppelspurigen Kreisverkehre. Bei zwei- oder doppelspurigen Kreisverkehren gilt: Wer links einfährt und die innere Kreisbahn wählt, muss beim Verlassen den Vorrang des Außenfahrenden beachten. Wer von innen nicht zeitig auf die rechte Spur kommt, muss eine Extrarunde drehen. Bei doppelspurigen Zufahrten sollten sich diejenigen rechts einordnen, die schon an der nächsten oder übernächsten Ausfahrt wieder abfahren.

Es gibt auch unechte Kreisverkehre, auch kreisförmiger Knotenpunkt genannt, die relativ selten sind und meist in Wohngebieten vorkommen. Hier gilt die Rechts-vor-links-Regel, die Einfahrenden haben also Vorrang. Fahrtrichtung ist gegen den Uhrzeigersinn und der Blinker muss beim Ein- und Ausfahren gesetzt werden. Am Kreisel am neuen Sportbad in der Meistershofener Straße schließt der Veloring an. Zwar haben die Fahrzeuge im Kreisverkehr Vorrang, trotzdem muss auf die Fahrradfahrer achtgegeben werden, die an dieser Stelle kreuzen.

Verhalten am Zebrastreifen

An Fußgängerüberwegen haben Fußgänger, Rollstuhlfahrer und Nutzer von Krankenfahrstühlen immer Vorrang, Radfahrer nur dann, wenn sie absteigen oder ihr Fahrrad wie einen Tretroller benutzen.

Fahrzeuge müssen den genannten Verkehrsteilnehmern auf dem Zebrastreifen das Überqueren ermöglichen. Auto-, Motorrad- und auch Radfahrer müssen sich mit mäßiger Geschwindigkeit dem Überweg nähern und gegebenenfalls warten.

Es ist verboten, auf und bis zu fünf Metern vor dem Zebrastreifen zu halten oder zu parken. Stockt der Verkehr, müssen Fahrzeuge vor dem Überweg halten.

Verkehrsberuhigter Bereich

Im verkehrsberuhigten Bereich ist Schrittgeschwindigkeit das höchste erlaubte Tempo. Fußgänger haben Vorrang vor Fahrzeugen, dürfen sie aber nicht unnötig behindern. Kinder dürfen überall spielen, damit müssen die Fahrzeugführer auch rechnen.

Das Parken ist nur auf besonders gekennzeichneten Flächen erlaubt. Gibt es keine freien Parkflächen, muss außerhalb des verkehrsberuhigten Bereichs nach einem Parkplatz gesucht werden. Ausgenommen sind Ein- und Aussteigen sowie Be- und Entladen. Wenn man den verkehrsberuhigten Bereich verlässt, gilt nicht die Regel „Rechts-vor-links“, sondern es muss gewartet und es müssen alle anderen Fahrzeuge vorgelassen werden. Das gilt sogar, wenn zwischen dem Verkehrszeichen „Ende des verkehrsberuhigten Bereichs“ und der Hauptstraße noch einige Meter zurückzulegen sind.

Halten und Parken

Alle Regeln zum Halten und Parken hat der ADAC zusammengestellt