Mittwoch, 06. Mai 2020

Drei neue Schutzstreifen für Radler

Die Radwege in Friedrichshafen werden kontinuierlich verbessert. Nun nimmt die Stadt an dem landeseinheitlichen Modellversuch „Schutzstreifen“ teil. Deshalb wurden in der Barbarossastraße und der Tannenburgstraße bereits Schutzstreifen markiert. In der östlichen Waggershauser Straße wird ein weiterer Schutzstreifen für Radler demnächst gekennzeichnet.
Weißer Strich trennt Autofahrer und Radler
Schutzstreifen in der Barbarossastraße.

Im vergangenen Jahr hat sich Friedrichshafen um die Teilnahme an dem landeseinheitlichen Modellversuch beworben, das vom Ministerium für Verkehr und Infrastruktur gefördert wird. „Mit Hilfe des Modellversuchs soll beobachtet werden, wie Radler entlang innerstädtischer Straßen, auf denen aus Platzgründen kein getrennter Radweg eingerichtet werden kann, sicher radeln können. Damit wollen wir erreichen, dass mehr Menschen aufs Rad umsteigen“, so Erster Bürgermeister Dr. Stefan Köhler.
In Friedrichshafen wie in verschiedenen anderen Städten, die am Modellversuch teilnehmen, werden verschiedene Schutzstreifen markiert, die teilweise so bislang nicht zulässig waren. Das soll sich zugunsten des Radverkehrs zumindest zeitweise ändern. In Friedrichshafen wurden deshalb in der Barbarossastraße sowie in der Tannenburgstraße neue Schutzstreifen gekennzeichnet. Ein weiterer Schutzstreifen soll noch auf der östlichen Waggershauser Straße markiert werden.

Die neuen Schutzstreifen innerorts
„Wir haben in der Barbarossastraße einen zweiseitigen Schutzstreifen markiert. Das war bisher nicht möglich. Durch den Modellversuch können wir nun innerorts auf so schmalen Fahrbahnen breite Schutzstreifen aufbringen. Das schafft mehr Sicherheit für die Radfahrer“, so Hansjörg Röpnack, Verantwortlicher für den Radverkehr beim Stadtbauamt. Zugunsten der Radler wird auf diesen Streckenabschnitten die Fahrbahn für den motorisierten Verkehr verkleinert. Gleichzeitig werden breite Schutzstreifen für Radfahrer in beide Richtungen gekennzeichnet.

Im Rahmen des Modellversuchs kann auch eine neue Variante „einseitiger Schutzstreifen innerorts“ getestet werden. Einseitige Schutzstreifen gibt es in Friedrichshafen schon länger, da die Stadt sehr früh erkannt hat, dass die Schutzstreifen einen Nutzen für die Radler mit sich bringen, ergänzt Stefan Valentin von der Tiefbauabteilung des Stadtbauamtes.
So gibt es unter anderem bereits in der Jettenhauser Straße, der Henri-Dunant-Straße, der Sonnenbergstraße und der Zeppelinstraße einseitige Schutzstreifen. In Efrizweiler und Waggershausen gibt es bereits wechselseitige Schutzstreifen, die der veränderten Steigung angepasst sind.

„Bei diesen Schutzstreifen haben wir noch mit Mindestbreiten gearbeitet. Dadurch wurde die Restfahrbahn für die Kraftfahrer nicht verringert. Die neuen Schutzstreifen hingegen reduzieren die Fahrbahn für die motorisierten Verkehrsteilnehmer“, erklärt Wolfgang Kübler, Leiter des Stadtbauamtes.

Bislang war es auch nur möglich, auf schmalen Straßen einseitige Schutzstreifen aufzubringen. Ob die Sicherheit für den Radfahrer dadurch gesteigert werden konnte, konnte nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Um die Sicherheit der Radler zu erhöhen, werden nun in der Tannenburgstraße sowie in der östlichen Waggershauser Straße bergauf breite einseitige Schutzstreifen markiert. Der Schutzstreifen wird deshalb auf der bergauf führenden Fahrbahnseite eingezeichnet, weil hier der Geschwindigkeitsunterschied zwischen Kraftfahrzeugen und Radfahrern sehr groß ist und der Schutz für die Radfahrer besonders wichtig ist.

Nachdem bereits im Herbst 2019 Voruntersuchungen gemacht wurden, sollen im Sommer 2020 weitere Untersuchungen vorgenommen werden, um weitere Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie hoch der Nutzen für die Radler ist, vor allem in punkto Sicherheit.

Warum überhaupt Schutzstreifen?‘
Schutzstreifen machen die Radler für die Autofahrer deutlicher sichtbar: Radfahrer tauchen nicht plötzlich an Kreuzungen auf, sondern werden durchgehend auf einer eigenen Spur im Verkehr mitgeführt. Aber nicht nur Rad- und Autofahrer profitieren von der neuen Radverkehrsführung. Auch Fußgänger sind sicherer unterwegs, weil die Radfahrer ihren eigenen Bereich auf der Fahrbahn haben und sich nicht länger den Gehweg mit den Fußgängern teilen müssen.  

Zu mehr Sicherheit für Radler sollen auch die neuen Regelungen der Straßenverkehrsordnung führen. Diese legen fest, dass Verkehrsteilnehmer beim Überholen von Radlern einen Mindestabstand von 1,50 Metern einhalten müssen. Auch das Anhalten auf Schutzstreifen untersagt die neue Regelung. Durch diese Maßnahmen soll erreicht werden, dass das Radfahren sicherer und damit attraktiver wird.

Informationen:
Weiterführende Informationen zum Schutzstreifen-Modellprojekt finden Interessierte unter www.agfk-bw.de/projekte/modellprojekt-schutzstreifen-2019-2021/