Blaue Bänder schützen Rehe

Über 500 Meter blaues Wildwarnband haben Ehrenamtliche an Bauzäunen im Fallenbrunnen angebracht. Das Band soll insbesondere Rehen den Wechsel zwischen den Waldstücken erleichtern und sie vor Verletzungen schützen.
Kind steht vor Bauzaun mit blauem Wildschutzband
Emilia Montano hilft beim Anbringen der blauen Wildwarnbänder im Fallenbrunnen.

Seit Jahren läuft im Fallenbrunnen ein Altlastensanierungsprogramm zur Entfernung von Schadstoffen der einstigen militärischen Nutzung aus dem Boden und aus Gebäuden. Die Sanierungsarbeiten müssen regelmäßig durch Bauzäune abgesichert werden. Aktuell erfordert zudem die Baustelle der Städtischen Wohnungsbau GmbH in Fallenbrunnen Mitte einige Bauzäune.

Verwoben mit den Gebäuden und Parkplätzen besteht im Fallenbrunnen aber auch ein naturschutzfachlich sehr wichtiges Waldgebiet, das zahlreiche auch seltene Tiere bewohnen. Insbesondere für größere Tiere, wie Rehe, stellen die Bauzäune ein Problem dar: Sie erschweren ihnen den Wechsel zwischen den Waldstücken. Da die Zäune zu manchen Tageszeiten für die Tiere nur schlecht erkennbar sind, bergen sie außerdem Verletzungsgefahren.

Zum Schutz der Tiere hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Friedrichshafen gemeinsam mit dem Amt für Stadtplanung und Umwelt und mit Hilfe von Ehrenamtlichen über 500 Meter blaues Wildwarnband an den Bauzäunen angebracht. Die Bänder wurden auf Augenhöhe der Rehe in die Zäune eingeflochten. Sie sind für die Rehe im ultravioletten Bereich sichtbar und warnen sie somit vor dem Hindernis.

„Wir verstehen ja die Notwendigkeit, Schadstoffe aus der Umwelt zu entnehmen. Durch die geballte Menge an Bauzäunen kam es aber zu vermeidbaren Kollateralschäden mit dem Rehwild. Wir hoffen, dass die Bänder diese Gefahr mindern“, so Brigitte Wallkam, Vorsitzende des BUND Friedrichshafen. Karin Beer, Revierförsterin der Stadt Friedrichshafen, fügt hinzu: „Der Wald im Fallenbrunnen mit seinen natürlich gewachsenen Strukturen ist in Friedrichshafen einzigartig. Dies erfordert eine kontinuierliche Absprache mit den anderen Akteuren im Fallenbrunnen, die hier sehr schnell und konstruktiv reagiert haben.“