Donnerstag, 22. November 2018

Öko-Wärme-Projekt geht weiter

Das Stadtwerk am See schließt städtische Gebäude wie Schulen und die Sporthalle an das neue Nahwärmenetz an. Der Friedrichshafener Gemeinderat gab dazu am Montag grünes Licht. Damit geht das europäische Modellprojekt „Nahwärme zwischen Wohnen und Arbeiten“ weiter. Dieses hat zum Ziel, dass Abwärme aus Industriebetrieben für die Wärmeversorgung von Wohn- und Geschäftsgebäuden genutzt wird.

Die Ratsentscheidung am 19. November war der Startschuss: In der Friedrichshafener Nordstadt baut das Stadtwerk am See 2019 ein Nahwärmenetz und versorgt dort Gebäude mit ökologischer Wärme. Die Stadt Friedrichshafen wird dort in den nächsten Jahren vier Schulen, eine Sporthalle und das Stadtarchiv anschließen und mit ökologischer Wärme versorgen lassen.

„Das ist ein entscheidender Schritt für dieses Modellprojekt von europäischer Dimension“, bestätigt Udo Woble, Leiter Energiesysteme beim Stadtwerk am See. „Wir starten nun die zweite Ausbaustufe. Damit bekommt Energieeffizienz und ökologische Wärme in Friedrichshafen einen weiteren Schub.“

Stadtwerk und Stadt waren 2015 für das Projekt mit einer Förderung von insgesamt 1,7 Millionen Euro ausgezeichnet worden. Fördergeber war der „Europäische Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE). Im ersten Schritt hatte das Stadtwerk das Quartier Heinrich-Heine-Straße mit Nahwärme von der MTU versorgt.

Mit der Entscheidung des Gemeinderates nimmt das Stadtwerk nun die zweite Projektstufe in Angriff. Neben den städtischen Gebäuden gibt es hier noch weitere große Potenziale für Nahwärme, berichtet Michael Amann, zuständiger Vertriebsmitarbeiter beim Stadtwerk am See. Es gebe bereits mehrere Anfragen für die Versorgung weiterer Gebäude in dem Bereich. „Wir rechnen mit einem Einspar-Potenzial von rund 550 Tonnen CO2 allein aus dem Wärmenetz Nordstadt.“

Info:
Bei der Nahwärmeversorgung werden Gebäude über ein Wärmenetz aus einer Wärmezentrale versorgt. Damit entfallen Investition, Platzbedarf und Wartung für einen eigenen Heizkessel. Gleichzeitig werden die bindenden Anforderungen aus der Wärmegesetzgebung erfüllt.