Freitag, 18. Juni 2021
Kategorie: Bekanntmachungen

Hinweise zur Borkenkäferbekämpfung

Hinweise zur Borkenkäferbekämpfung nach § 68 Landeswaldgesetz

Angesichts der kühlen Frühjahreswitterung setzte der Hauptschwärmflug der Borkenkäfer erst sehr spät, Anfang Juni ein. Aufgrund des hohen Ausgangsbestandes sowie der aktuell warm-trockenen Witterung ist mit einer weiteren Massenvermehrung von Borkenkäfern an Fichte und Weißtanne zurechnen. Es muss deshalb alles Mögliche getan werden, die drohende Massenvermehrung noch in Grenzen zu halten.

Die untere Forstbehörde des Bodenseekreises weist deshalb vorsorglich darauf hin, dass nach den Bestimmungen des Landeswald- und Pflanzenschutzgesetzes die Waldbesitzer verpflichtet sind, zur vorbeugenden Abwehr von Waldschäden, insbesondere der Ausbreitung von rindenbrütenden Borkenkäfern, folgende Maßnahmen durchzuführen:

  • Kontrolle von mit Fichten und Weißtanne bestockten Waldbestände auf Borkenkäferschäden
  • rechtzeitiger Einschlag und Aufarbeitung aller „Käferbäume“ erkennbar durch abblätternde Rinde, starkem Harzfluss, grünbraunverfärbten Kronen, abfallenden Nadeln, braunes Bohrmehl am Stammfuß
  • am Waldweg liegendes, frisches Fichten- und Tannenholz, dass keine rasche Abfuhr erwarten lässt, ist vorsorglich mit zugelassenen Insektiziden gegen Borkenkäfer zu behandeln

Zur Ausführung dieser Maßnahmen setzt das Forstamt gemäß § 68 Abs. 1 LWaldG eine Frist von 14 Tagen ab Kenntnis über die Schadenssituation bzw. nach mündlichen Hinweis durch den vor Ort zuständigen Forstrevierleitenden.

Bei Nichtbeachtung dieses Hinweises müssen Waldbesitzer mit einer forstaufsichtlichen Anordnung rechnen, deren Umsetzung auch erzwungen werden kann.

Dienstleistungsangebot des Forstamtes und Holzvermarktung

Sofern Waldbesitzer zur Durchführung der erforderlichen Arbeiten nicht selbst in der Lage sind, vermittelt das Forstamt geeignete Forstunternehmer und die Holzvermarktung über die Holzverwertungsgenossenschaft GenoHolz.

Soweit nicht schon erfolgt, ist dazu eine schriftliche und geförderte Betreuungsvereinbarung über den zuständigen Forstrevierleitenden abzuschließen. Der Mitgliedsantrag bei der Genossenschaft sowie weitere Informationen zur Vermarktungslage stehen unter https://www.genoholz.de/  Verfügung. Vor der Aufarbeitung ist die Holzaushaltung zwingend mit dem zuständigen Forstrevierleitenden abzusprechen. Die Mindestmenge eines vermarktungsfähigen Sortiments beträgt 10 Festmeter bzw. 10 Raummeter je Lagerort.

Aktuelle Informationen zur Einschätzung der Borkenkäferentwicklung sind auf der Homepage des Forstamtes unter https://www.bodenseekreis.de/de/umwelt-landnutzung/wald-forst/ (Download Borkenkäfer-Newsletter) erhältlich.

Landratsamt Bodenseekreis, Forstamt