Freitag, 23. April 2021

Verantwortung und Vertrauen

Oberbürgermeister Andreas Brand
Porträtbild Andreas Brand

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

diese Zahlen kann eigentlich niemand mehr sehen: Der Inzidenzwert steigt, die Zahl der Infektionen steigt und derzeit steigt auch die Anzahl der Personen, die sich mit einer Virus-Variante infiziert haben. Deshalb wurden bundeseinheitlich Regeln und Beschränkungen beschlossen. Jede und jeder Einzelne von uns ist gehalten, diese nun eigenverantwortlich umzusetzen – zum Wohl und Schutz der eigenen Gesundheit, der eigenen Familie und zum Wohl und Schutz der anderen. Die meisten von uns tun das.

Wir alle übernehmen tagtäglich Verantwortung: für uns selbst, an unserem Arbeitsplatz, für unsere Familien, in Vereinen oder im Umgang mit der Umwelt. Diese Verantwortung zu tragen, ist für uns selbstverständlich. Wer dies beherrscht, kriegt es auch hin, Abstand zu halten, Maske zu tragen, auf Partys zu verzichten und die derzeitigen Einschränkungen einzuhalten.

Gerade jetzt können wir durch unser eigenes Verhalten dazu beitragen, dass die Virusverbreitung verlangsamt wird. Wir haben es also selbst ein Stück weit in der Hand, welche Freiheiten wir in den nahenden Sommermonaten wieder zurückbekommen. Dazu gehört es sicher auch, im Bodensee zu schwimmen oder an der Uferpromenade ein Eis zu kaufen.

In diesen Tagen wird aber auch oft der Ruf nach noch mehr Kontrollen laut. Die Medien fordern regelmäßig, dass Städte, Gemeinden und Landkreise sowie die Polizei diese Einschränkungen verstärkt kontrollieren müssen.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser? Ich denke, wir sollten gerade in diesen schwierigen Zeiten das Vertrauen ineinander stärken und nicht allein auf Kontrollen setzen. Denn: Ist es wirklich notwendig und gut, alles und jeden zu kontrollieren? Ist das überhaupt leistbar? Wollen wir das als Gesellschaft? Ist es nicht besser, auf unsere Eigenverantwortung und zum Schutz aller, auf die Einhaltung der Schutzregeln zu setzen? Die Kontrollen auf das Notwendigste und auf Stichproben zu beschränken, ist ein Vertrauensbeweis an alle, eigenverantwortlich Kontakte zu begrenzen, Beschränkungen einzuhalten und die vielen Testmöglichkeiten zu nutzen.

Wir alle wünschen uns unser normales Leben zurück, dass wir wieder unbeschwert mit unseren Familien und Freunden zusammen sein können ohne auf Abstand und Maske achten zu müssen.

Wenn wir alle uns unserer Verantwortung bewusst sind und danach handeln, wird diese Zeit wiederkommen.

Ihr

Andreas Brand
Oberbürgermeister