Mittwoch, 20. März 2019

Uferpark und Bahnhofsvorplatz im Gemeinderat

Im Juli 2015 wurde die Diskussion und Planung zu Uferpark und Bahnhofsvorplatz mit Friedrichstraße von Gemeinderat und Stadtverwaltung auf den Weg gebracht, jetzt steht eine abschließende Diskussions- und Informationsrunde im Gemeinderat und der Bürgerschaft an: Am Montag, 25. März stellt die Stadtverwaltung dem Gemeinderat in öffentlicher Sitzung den aktuellen Planungsstand vor.
Vorentwurfsplan Uferpark mit Bahnhofsvorplatz und Friedrichstraße
Vorentwurfsplan Uferpark mit Bahnhofsvorplatz und Friedrichstraße (Grafik: K1 Landschaftsarchitekten, Prof. Schmid Treiber Partner Landschaftsarchitekten, Baurmann Dürr Architekten)

Im vorangegangenen Wettbewerbsverfahren hatte es zwei Siegerentwürfe gegeben, einen zum Bereich Uferpark, einen zum Bereich Bahnhofsvorplatz und Friedrichstraße. Die beiden Entwürfe wurden für die nun anstehende Beratung und Bürgerinformation zusammengeführt. Außerdem wurden Anregungen aus der bisherigen Bürgerbeteiligung aufgenommen, teilweise werden auch alternative Ideen zur Diskussion gestellt.

„Uferpark und Bahnhofsvorplatz prägen die Stadt, sie sind für viele Besucher der erste Eindruck. Vor allem aber gehört der gesamte Bereich, vor allem der Uferpark, zum Herzen der Stadt und ist für die Häflerinnen und Häfler identitätsstiftend“, betont Erster Bürgermeister Dr. Stefan Köhler. „Aus unserer Sicht hat sich die gründliche und aufwändige Planungsphase gelohnt. So konnten wir viele Ideen und Anregungen aufnehmen, schließlich kann so eine Planung nur gelingen, wenn sie begeistert und von vielen mitgetragen wird.“

Nach der Vorstellung im Gemeinderat ist daher auch eine weitere Bürgerinformation vorgesehen, bei der die Möglichkeit besteht, nochmals Rückmeldungen zur Planung zu geben. Danach soll der Gemeinderat abschließend beraten und über die Planung beschließen. Die Bürgerinformation ist für das zweite Quartal geplant, die Gemeinderatsentscheidung dann für das dritte Quartal.

Die Planung zum Uferpark erstreckt sich vom Gondelhafen im Osten bis zum Bereich GZH und Schloss, nach Norden hin wird der Bahnhofsvorplatz in der Planung mitberücksichtigt.

Bahnhofsvorplatz: Neu geordnet, grün und mit guter Sicht

Wichtigste Änderung im Vergleich zum heutigen Bestand ist beim Bahnhof eine geänderte Anordnung der Bussteige, die dann auch überdacht sein sollen. Die heutige Grünfläche am Bahnhof soll durch Wege aufgewertet werden und zur Aufenthaltsqualität beitragen, die markanten Bäume sollen dabei erhalten bleiben – insgesamt soll der Bahnhofsvorplatz durch die neue Gestaltung, aber auch an Funktionalität gewinnen: Der Bezug zum See wird gestärkt, Busverkehr und Fußgänger werden besser und sicherer geführt und auch der Denkmalschutz des Bahnhofsgebäudes wird berücksichtigt: Durch die neue Anordnung der Bussteige und die neue Verkehrsführung wird die Sichtbeziehung zwischen Bahnhof und See gestärkt, das historische Bahnhofsgebäude wird durch die Umgestaltung stärker freigestellt und damit auch betont.

Reduzierter Stadtbalkon als Alternative

Für den ursprünglich als „Stadtbalkon“ bezeichneten Vorschlag der Planer schlägt die Stadtverwaltung zwei Alternativen vor: Entweder die Gestaltung als Aufenthaltsfläche und einer Versetzung des Zeppelindenkmals auf den Bahnhofsvorplatz. Oder die Beibehaltung der bisherigen Struktur, wobei Geh- und Radweg gestalterisch an die Planung des Bahnhofsvorplatzes einbezogen werden sollen. Bei dieser Variante könnte das Zeppelindenkmal am bisherigen Standort verbleiben.

Allee Friedrichstraße – nördlich oder südlich

Auch zur Allee Friedrichstraße bringt die Verwaltung zwei Alternativen in die Diskussion ein: Variante eins entspricht dem Vorschlag der Planer, die eine Allee auf die Nordseite der Friedrichstraße pflanzen möchten. Bei der Verlegung der Allee auf die Nordseite könnte der Gehweg breiter angelegt werden, die Bäume würden für Anwohner, Fußgänger und Geschäfte für mehr Aufenthaltsqualität und ein gutes Stadtklima sorgen. Alternative zwei sieht die Beibehaltung der Allee auf der Südseite vor. 

Lammgarten, Minigolf und Spielplatz – am bisherigen Standort

Lammgarten, Minigolf und Spielplatz können an ihren bisherigen Standorten bleiben – so sieht es der Planungsvorschlag der Verwaltung vor. Für den Lammgarten ist der Abriss des baufälligen Gastronomiegebäudes im Norden vorgesehen, außerdem soll das bisherige Kioskgebäude durch einen Neubau für Gastronomie, Kiosk und Toiletten ersetzt werden.

Neue Mole am Gondelhafen, Seezugang, Erhalt der Bäume und seenaher Uferweg

In der Planung Uferpark mitberücksichtigt ist ein Neubau der baufälligen Mole am Gondelhafen – inklusive einer neuen Steganlage. Außerdem ist zwischen Gondelhafen und Klangschiff ein verbesserter Seezugang mit Stufen statt Ufermauer vorgesehen. Das Wegenetz im Uferpark soll behutsam verändert werden, dabei soll der Baumbestand möglichst erhalten bleiben. Vor allem im nordwestlichen Bereich könnte der bisher ungenutzte Bereich als Erholungsbereich besser integriert werden. Schließlich ist vorgesehen, den Uferweg von Graf-Zeppelin-Haus bis zum Schloss als seenahen Uferweg fortzusetzen.

„Die vorgelegte Planung ist so umfangreich, da liegt es auf der Hand, sinnvolle Bauabschnitte zu bilden“, betont Dr. Stefan Köhler. In kleineren Abschnitten können die gesamte Planung sehr viel besser umgesetzt werden, außerdem bleibe der Uferpark so auch während der Umsetzungsphase nutzbar. Die Stadtverwaltung schlägt vor, mit dem Abschnitt Gondelhafen und Seezugang bis zum Beach Club zu beginnen.  Laut Sitzungsvorlage kann damit im Jahr 2021 gerechnet werden.

Info: Die Sitzungsunterlagen sind online unter sitzungsdienst.friedrichshafen.de zu finden