Stadt verleiht Ehrenbriefe und Ehrenmedaillen

Allen Grund zum Feiern gab es am Mittwochabend im Restaurant des Zeppelin Museums: Elsbeth de Lazzer, Claus-Michael Haydt, Frank Przybilla, Hermann Geßler, Alfred Kopp und Annedore Schmid wurden von Oberbürgermeister Andreas Brand mit dem Ehrenbrief, Gottfried Fechtig mit dem Sport-Ehrenbrief sowie Bernd Caesar und Sigfrid Rehm mit der Ehrenmedaille der Stadt für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet.
Acht Männer ud zwei Frauen stehen auf der Treppe und halten Urkunden in Händen.
Von links: Bernd Caesar, Gottfried Fechtig, Annedore Schmid, Elsbeth de Lazzer, Frank Przybilla, Oberbürgermeister Andreas Brand, Hermann Geßler, Claus-Michael Haydt, Alfred Kopp. Vorne Mitte: Sigfrid Rehm.

„Wir ehren heute Persönlichkeiten, die sich in unserer Stadt für das Gemeinwohl engagieren. Ohne Ihr Engagement würde unsere Gesellschaft nicht so gut funktionieren, wie sie es tut. Wir brauchen Menschen wie Sie, die die Initiative ergreifen, die sehen was Not tut, beherzt zupacken und sich um die Belange anderer kümmern. Wir brauchen Sie“, dankte Oberbürgermeister Andreas Brand den zu Ehrenden für ihren großartigen Einsatz im Dienste der Allgemeinheit.

Auszeichnung mit dem Ehrenbrief der Stadt Friedrichshafen

Elsbeth de Lazzer engagierte sich 25 Jahre lang als „Grüne Dame“ im Besuchsdienst im Klinikum Friedrichshafen, davon 20 Jahre als Sprecherin des Teams. Sie besuchte regelmäßig die Patientinnen und Patienten und schenkte ihnen Zeit und Herzenswärme. Elsbeth de Lazzer nahm sich Zeit, zuzuhören, was die kranken Menschen bewegt und tröstete sie mit ihrer puren Anwesenheit. Einige Jahre lang hat sie auch die Patienten-Bücherei im Krankenhaus Friedrichshafen betreut. Durch ihre Liebe zum Lesen engagiert sie sich seit der Eröffnung des Medienhauses im Jahr 2007 als Vorlesepatin und gestaltet einmal im Monat für bis zu 20 Kinder zwischen vier und sechs Jahren ein lebendiges Programm mit Vorlesen, Malen oder Basteln. Sie hat sich in all den Jahren und immer noch beispielgebend für die großen und kleinen Mitmenschen in der Stadt eingesetzt.

Ein Vierteljahrhundert Kulturhaus Caserne – Claus-Michael Haydt und Frank Przybilla sind mit vollem Herz bei der Sache. Von 1994 an haben sie das Kulturhaus neben ihrem Beruf auf die Beine gestellt und mit Improvisationstalent und Engagement betrieben, bevor die Caserne 1995 inoffiziell und 1996 offiziell eröffnet wurde. Claus-Michael Haydt und Frank Przybilla haben Pionierarbeit für ein ganz besonderes Stadtviertel geleistet. Inzwischen gehört das Haus zur Identität der Stadt und hat sich zu einer zentralen Kultur- und Veranstaltungsstätte in der Region gemausert. Die Art, wie sie das Kulturhaus aus der Taufe gehoben haben, ist ungewöhnlich: Ohne jedes Startkapital hafteten sie in den ersten Jahren mit ihrem Privatvermögen.

Für die Ortschaft Ettenkirch und für die Stadt hat sich Hermann Geßler vorbildlich und in vielfältiger Weise engagiert. Er war von 1994 bis 2019 Mitglied im Ortschaftsrat Ettenkirch, fünf Jahre davon als erster stellvertretender Ortsvorsteher. Außerdem engagierte er sich fünf Jahre lang im Gemeinderat der Stadt Friedrichshafen. Auch war er viele Jahre in Beiräten, wie dem Zweckverband Gehrenberg Wasserversorgung, vertreten.
Die Erweiterung der Ludwig-Roos-Halle, der Bau des Bürgersaals und des SVE Sportcenters, infrastrukturelle Maßnahmen, mehrere Baugebiete wie Ettenkirch-Nord und Pfatthaagäcker II, aber auch die Fortschreibung des Flächennutzungsplans, hat er mit viel Sachverstand und Weitblick mitgestaltet und begleitet. Als Landwirt lagen ihm der Schutz und der Erhalt der Landwirtschaft am Herzen. Er war kompetent, konstruktiv und gewissenhaft und hat für Ettenkirch viel Positives bewirkt. Er war jahrelang aktiv im Musikverein, davon viele Jahre als Dirigent, und auch in der Jagdgemeinschaft. Als Mitglied im Gemeinderat hat er sich unter anderem mit dem Bau der neuen Messe befasst.

Alfred Kopp hat 25 Jahre lang im Ortschaftsrat Raderach gewirkt und das Leben und die Lebensqualität in Raderach mitgestaltet und verbessert. Alfred Kopp praktiziert das, wovon viele andere nur reden: Bürgersinn und Solidarität. Er verfolgt nicht nur stur den eigenen Weg. Er schaut und hört hin.  Von 1994 bis 2019 war er ehrenamtlicher Ortschaftsrat und 15 Jahre davon 1. Stellvertreter des Ortsvorstehers. Rund 250 Sitzungen hat er dabei absolviert. 250 Sitzungen, dies bedeutet viele Stunden Besprechungen und fast ebenso viele Stunden Vorbereitung. Unzählige Haushaltsberatungen und Baugesuche, die Gestaltung des Dorfplatzes, die Beschaffung eines Löschfahrzeuges, die Erweiterung des Feuerwehrhauses oder der Umbau und die Erweiterung des Kindergartens Raderach sind nur einige Themen, mit denen sich Alfred Kopp beschäftigt hat. Das hat ihm aber noch nicht gereicht: Er war außerdem Maschinist in der Freiwilligen Feuerwehr. Außerhalb des Ortschaftsrates und der Feuerwehr hat er mit Freunden das Raderacher Mostfest initiiert und so das Dorfleben nachhaltig bereichert.

Annedore Schmid war viele Jahre ehrenamtlich in der Ortschaft Kluftern und im Gemeinderat tätig. Von 1994 bis 2014 war sie im Ortschaftsrat Kluftern engagiert: Zunächst zwei Perioden für die ÖDP, dann zwei Legislaturperioden für Pro Kluftern. Sie hat drei Ortsvorsteher erlebt. Bei den Wahlen am 25. Mai 2014 wurde sie nicht mehr in den Ortschaftsrat aber in den Gemeinderat gewählt, dem sie bis 2019 angehörte.
Für sie waren immer die Menschen in Kluftern und in der Stadt wichtig. Die Familienpolitik und das Wohl von Tieren standen ganz oben auf ihrer Prioritätenliste. Auch Umweltthemen und die Bildung, Integration und Verkehr waren ihr ganz wichtig. Mit großem Fleiß und Gewissenhaftigkeit engagierte sie sich.  Sie war zurückhaltend und hartnäckig. Mit langem Atem engagierte sie sich 25 Jahre lang ehrenamtlich zum Wohle der Bürger in Kluftern und in Friedrichshafen.

Auszeichnung mit dem Sport-Ehrenbrief der Stadt Friedrichshafen

Mit viel Herz setzte sich Gottfried Fechtig für den Sport in Friedrichshafen ein. Seine Begeisterung für den Handballsport begann schon früh – nämlich mit dem Eintritt in die Handballabteilung des VfB Friedrichshafen im jungen Alter von 14 Jahren. In seiner aktiven Zeit spielte er mehrere Jahre beim Nachbarverein TSV Mimmenhausen. Nach seiner eigenen Spielerkarriere setzte er seine Begeisterung für den Handballsport als Trainer der Frauen- und Männermannschaften und in verschiedenen Funktionärstätigkeiten in Friedrichshafen fort.

Er war als Kreislehrwart und als Schiedsrichter tätig. Besonders lag ihm die Arbeit mit Jugendlichen am Herzen und bis heute begeistert er Kinder aller Altersklassen für den Handballsport. In den vergangenen Jahren trainierte er rund 500 bis 600 Kinder und Jugendliche. Als Lehrer war es ihm auch in der Schule wichtig, die Kinder für den Sport – vor allem aber für das Handballspiel - zu gewinnen. Sein über 40 Jahre andauernder Einsatz für den Handballsport wurde von allen Sportgremien durch viele Ehrungen gewürdigt.

Bis heute ist er seinem Verein als Trainer treu geblieben und leitet derzeit das Projekt „Handball – Was sonst!?“ der Handball Spielgemeinschaft Friedrichshafen an den Grundschulen in Friedrichshafen. Gottfried Fechtig ist bei Jung und Alt beliebt und anerkannt. Er ist ein Vorbild als Mensch und Trainer für alle im Sport Engagierten. Über Jahrzehnte hinweg hat er die Sportlandschaft Friedrichshafens und den Handballsport im besten Sinne mitgeprägt.

Mit der Ehrenmedaille der Stadt Friedrichshafen wurden Bernd Caesar und Sigfrid Rehm von Oberbürgermeister Andreas Brand ausgezeichnet.

Bernd Caesar engagiert sich seit 1989 in Kluftern für das Thema Heimatgeschichte. Von 1993 bis 2000 war er zunächst zweiter Vorsitzender des „Arbeitskreises Heimatgeschichte Kluftern“ und dann des neu gegründeten Vereins. Seit 2000 bis zum heutigen Tag ist er Erster Vorsitzender des Vereins. Bernd Caesar kann man mit Fug und Recht als den „Ortschronisten von Kluftern“ bezeichnen.

Er schrieb drei der sechs „Klufterner Hefte“ und hat an den anderen Heften mitgearbeitet. 1995 schrieb er sein erstes Klufterner Heft über Johann Baptist Uhlmann, dem Klufterner Pfarrer in den Revolutionsjahren 1848 und 1849. Im vierten Klufterner Heft befasste er sich 2001 mit dem hundertsten Jubiläum der Eisenbahn in Kluftern. Die Entwicklung der Ortschaft nach ihrer Eingemeindung nach Friedrichshafen verfolgt er seit 1984 auch als Ortschaftsrat. Auch hat er die Ausstellungen „Das alte Dorf“ und die Ausstellung zum 125. Jubiläum des Musikvereins organisiert. Zum 200. Jubiläum der Stadt stellte er ein Figurenfestival auf die Beine und er hat die Klufterner Geschichts- und Kunsttage mit konzipiert und umgesetzt.

Auch der Planetenweg in Kluftern wurde von ihm initiiert. Er ist einer der Verkehrsexperten der Region und weit über die Grenzen Klufterns hinaus aktiv und anerkannt. Schwerpunkte sind der Schienenverkehr mit der Bodenseegürtelbahn, der ÖPNV, das Radverkehrsnetz und das Mobilitätsmanagement allgemein. Er hat wichtige Impulse für neue Bus- und Eisenbahnhaltestellen geben können. Er ist seit vielen Jahren im Ortsvereinsvorstand der SPD Kluftern und im Ortschaftsrat tätig. Er setzt sich mit großem Engagement für das Gemeinwohl ein und hinterlässt eigene Spuren im Geschichtsgedächtnis Klufterns und der Stadt.

Sigfrid Rehm ist ein vielbeschäftigter Mensch, der sich ehrenamtlich mit viel Engagement, dem Willen zu gestalten und mit Begeisterung ehrenamtlich engagiert. Er wohnt nicht nur in der Siedlung Löwental, sondern hat sie auch gestaltet und ihr neue Impulse gegeben. Er setzte sich zusammen mit anderen für die Wiederbelebung der Gemeinschaft Siedlung Löwental ein, gründete den Verein im Jahr 1986 neu und führte diesen 16 Jahre lang als Vorsitzender bis 2002. Meilensteine waren die Umgestaltung des Platzes am Anger und die 60-jährige Jubiläumsfeier zur Gründung der Siedlung Löwental 1996. Er organisierte das sogenannte „Männervesper“ zusammen mit den evangelischen und katholischen Pfarrern bis Ende 2016. Insgesamt gab es rund 70 Veranstaltungen.

Sigfrid Rehm begeisterte sich für den Volleyball und brachte beim VfB sein Organisationstalent und Know-How ein. Er richtete zusammen mit anderen den Profi-Volleyball neu aus, arbeitete drei Jahre als stellvertretender Abteilungsleiter, organisierte zusammen mit der Stadt im Jahr 1989 die Europameisterschaftsqualifikation und übernahm als „Gesicht des VfB“ die Betreuung der VIP-Lounge.

Geprägt und beeindruckt vom „Maybach-Geist“, war er im Jahr 2015 Gründungsmitglied des Freundeskreises Maybach Museum und arbeitete als 2. Vorsitzender mit. Mit eigenen Vorträgen hielt er die Erinnerung an diesen großen Ingenieur in vielfältiger Weise wach.  Als sogenanntes „Schweizer Kind“ hat er in der Nachkriegszeit nicht nur am eigenen Leib erlebt, wie wichtig und motivierend die Unterstützung von Kindern ist, sondern er gründete auch den Verein der „Schweizer Kinder“ und war zwei Jahre lang Vorsitzender. Der Verein kümmert sich um kranke und sozial benachteiligte Kinder und fördert die Unterstützung von bedürftigen Kindern.

Rehm engagierte sich im REFA-Wirtschaftsverband und hatte ehrenamtlich über viele Jahre verschiedene Ämter auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene inne. So führte er den Verband mehrere Jahre als Präsident und Vizepräsident auf Bundesebene, war Vorsitzender des Landesverbands Baden-Württemberg und 14 Jahre Bezirksverbandsvorsitzender Friedrichshafen-Ravensburg.

Mit der Übergabe der Ehrenbriefe, des Sport-Ehrenbriefs und der Ehrenmedaillen würdigen Oberbürgermeister Andreas Brand und der Gemeinderat das langjährige ehrenamtliche Engagement aller zu Ehrenden. OB Brand dankte auch den Familien der zu Ehrenden für die Unterstützung. „Sie haben oft auf Ihre Partner verzichtet, ihnen den Rücken freigehalten und die Ehrenamtsarbeit so viele Jahre lang mitgetragen. Dafür danke ich Ihnen sehr herzlich“.

Neben den zu Ehrenden und deren Partnerinnen und Partner nahmen auch Vertreterinnen und Vertreter des Gemeinderates, Weggefährtinnen und Weggefährten der zu Ehrenden an der Feier im Restaurant des Zeppelin Museums teil.