Freitag, 06. September 2019

Schule, die Spaß macht

Sommerschule an der Ludwig-Dürr-Schule macht 25 Kinder und Jugendliche fit für das neue Schuljahr. Eigentlich sind ja noch Sommerferien. Die Schülerinnen und Schüler genießen ihre letzte Woche Freizeit, sind noch im Urlaub oder treffen sich mit Freunden im Schwimmbad oder an der Uferpromenade. Denn, noch hat die Schulzeit nicht begonnen. Erstmals öffnet die Ludwig-Dürr-Schule eine Woche vor dem offiziellen Schulbeginn ihre Türen und hat für fünf Tage 25 Schülerinnen und Schüler zur Sommerschule eingeladen.
Kinder betrachten grüne Pflanzenblätter
Die Kinder hatten viel Spaß im Lernbiotop am Riedlewald. Dort erfuhren sie viel Interessantes und Spannendes über Pflanzen und für was sie alles gut sind.

In der letzten Ferienwoche bieten die Lehrerinnen und Lehrer der Ludwig-Dürr-Schule ein Programm, das Kindern und Jugendlichen den Start in das neue Schuljahr erleichtern soll. Die Schülerinnen und Schüler werden dabei auf die Anforderungen des neuen Schuljahres vorbereitet und erhalten die Gelegenheit, die Schule und einen Teil der Mitschüler in entspannter Atmosphäre kennenzulernen.

"Sommerschulen verbinden die Freizeit mit Lernen. Die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, schulische und sprachliche Unsicherheiten aufzuholen und sich so auf den Start in das neue Schuljahr vorzubereiten. Diese Möglichkeit wollten wir einem Teil unserer Schüler anbieten, weshalb wir uns für die Sommerschule beim Kultusministerium beworben haben“,  erklärt Schulleiter Paul Baudler.

Zum ersten Mal macht die Ludwig-Dürr-Schule den Grundschülern der künftigen Klassen 3 und 4 das Angebot, sich vor dem offiziellen Schulbeginn auf das Schuljahr vorzubereiten. Die Kinder werden in der Woche von drei Lehrkräften und einer pädagogischen Assistentin betreut.

Die Grundschüler erhalten eine Woche lang täglich von 8.30 Uhr bis 16.30 Uhr Unterstützung in den Fächern Deutsch und Mathematik. Dabei steht vormittags das Lernen im Vordergrund,  nach dem gemeinsamen Mittagessen können die Kinder zwischen den Angeboten Theaterpädagogik oder Natur- und Erlebnispädagogik wählen. Bei der Natur- und Erlebnispädagogik wird mit und in der Natur gearbeitet. Die Schüler lernen verschiedene Biotope kennen, suchen Tierspuren und führen vielfältige Versuche rund um die Natur durch. Bei der Theaterpädagogik geht es einerseits um die Vermittlung von Sprache, aber auch darum, das Selbstbewusstsein der Kinder zu stärken und den persönlichen Ausdruck zu erweitern. Zum Abschluss veranstalten die Lehrer zusammen mit den Schülern und Eltern ein kleines Fest.

„Mit der Sommerschule soll den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gegeben werden, schulische und sprachliche Unsicherheiten aufzuholen. Positiv ist mir aufgefallen, dass die Kinder sehr motiviert bei der Sache sind, egal ob beim Lernen oder beim Nachmittagsangebot“, so Baudler.  Zu Beginn der Sommerschule, so Baudler, wurde eine so genannte Testung gemacht, bei der ermittelt wurde, wo die Kinder Unterstützung benötigen. „Je nach Ergebnis erhalten die Kinder dann eine individuelle Unterstützung. So kann langfristig auch die Freude am Lernen gefördert werden“, so Baudler.

Mit den Angeboten am Nachmittag wollen die Lehrkräfte sowie die Theater-, Natur- und Erlebnispädagogen die Lernfähigkeit und Motivation der Kinder steigern. Dazu gehörte, um nur ein Beispiel zu nennen, ein Ausflug in das Lernbiotop am Riedlewald. Dort erhielten die Kinder spannende Antworten auf viele Fragen. Auch wurden eigene Experimente gemacht. Zum Beispiel tropften die Kinder Wasser auf die Blätter der Kapuzinerkresse. Das Wasser perlte in Tropfen ab und nimmt dabei alle Schmutzpartikel auf der Oberfläche mit. Dabei spricht man vom Lotoseffekt.

Neben den Kindern der Klasse 3 und 4 organisierte die Schule zeitgleich auch die Sommerschule für Jugendliche der Werkrealschule. Insgesamt 16 Schülerinnen und Schüler aus den beiden 8. Klassen meldeten sich dafür, in den Ferien zu lernen. Neben dem Lernen kam auch die gemeinsame Freizeitgestaltung nicht zu kurz. Dazu gehörte unter anderem ein Besuch der Veranstaltung “Mentor Youth Summit“  der Mentor Stiftung  an der Geschwister Scholl Schule in Konstanz unter der Anwesenheit  von Ihrer Majestät Königin Silvia von Schweden als Vorsitzende der Mentor Stiftung International. „Das war ein tolles Erlebnis für die Schüler“, so Rektor Baudler. Unterstützt wurde das Projekt von der Mentor Stiftung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Jugendliche zu inspirieren, zu motivieren und zu stärken. Einen Tag lang besuchte beispielsweise Marco Deutschmann die Schüler im Rahmen  eines Mentorenprogramms.

Informationen zu den Sommerschulen:
Das Ziel der baden-württembergischen Bildungspolitik ist es, jedes Kind bestmöglich zu fördern. Mit einer guten Bildung können sich die Kinder entfalten und später Verantwortung für ihr Leben übernehmen und sich aktiv in unsere Gemeinschaft einbringen. Als Beitrag zum Gelingen sind zentrale Handlungsfelder zur schulischen Förderung besonders von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund notwendig. Es gibt deutschlandweit bereits eine Vielzahl von Sommerferienangeboten, beispielsweise mit den Titeln "Kinder-Uni“, "Ferienakademie“ oder "Feriencamp“ etc., die sich mit der Förderung von Schülerinnen und Schülern mit oder ohne Migrationshintergrund befassen. Dabei geht es hauptsächlich um die Verbesserung der deutschen Sprachkenntnisse und Sprachfähigkeiten. Die vorgelegte Konzeption des Ferienangebots für Baden-Württemberg unterscheidet sich deutlich von diesen Kinderferienprogrammen, deren vorrangiges Ziel die verlässliche Betreuung und Beaufsichtigung darstellt. Die Priorität bei der Aufteilung der Ferienprojektwoche des Kultusministeriums liegt im schulischen Bereich. Es ist beabsichtigt, Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf durch ein attraktives Angebot anzusprechen und durch intensive individuelle Förderung die deutsche Sprache und die schulischen Kompetenzen in den Fächern Mathematik und Englisch bestmöglich weiterzuentwickeln.

Die Kooperationspartner setzen sich für ein Rahmenprogramm zur Abrundung des schulischen Angebots ein und tragen somit wesentlich zur Lernmotivation bei. Erlebnisorientierte Elemente sollen die projektartigen Bildungsangebote außerhalb der Schule ergänzen. Den Kindern sollen insbesondere überfachliche, soziale, personale und methodische Kompetenzen vermittelt und Freude am gemeinsamen Lernen gefördert werden.

Mit ganzheitlichem Ansatz im Denken und Lernen mit "Kopf, Herz und Hand" sollen sich die Kinder mit fächerübergreifenden Themen beschäftigen und nach einer Woche intensiver Betätigung nach Möglichkeit zum Abschluss die Ergebnisse ihren Eltern in geeigneter Form vorstellen.