Montag, 07. Juni 2021

Schritt zur smarten Kommune

Das Stadtwerk am See bereitet das „Internet der Dinge“ in der Region vor. Basis ist ein Funknetzwerk, über das Sensoren kommunizieren und so Daten weitergeben können. „Die Anwendungen sind nahezu unbegrenzt“, schwärmt Daniel Röther, Bereichsleiter beim Stadtwerk.

Das so genannte Lorawan (Low Range Wide Area Network) ist eine Funktechnologie, bei der mit geringer Leistung Daten übertragen werden. Vorteile: Die meist batteriebetriebenen Sensoren kommen mit wenig Energie aus und halten daher besonders lange. Dank des Batteriebetriebs ist man nicht auf das Stromnetz angewiesen. „Wir können Sensoren so auch an abgelegenen Orten anbringen, oder solchen, wo es keine Stromversorgung gibt“, erläutert Röther. Und Sensoren gibt es in großer Bandbreite: einfache Zähler, aber auch Fühler und Sensoren für beispielsweise Temperatur, Luftqualität und Feuchtigkeit, Rauchwarnung und Füllstandsüberwachung z. B. bei Mülltonnen.

Anwendungsbeispiele gibt es viele, das Stadtwerk erprobt gerade einige davon: So testet man einen Hochwassersensor an der Rotachbrücke in Friedrichshafen, der meldet, wenn das Wasser dort bedrohlich steigt. Am Andelshofer Weiher in Überlingen wird der Pegelstand per Sensor ausgelesen. Für die Wohnungswirtschaft übermitteln Sensoren Zählerdaten. Und auch ein Luftqualität-Sensor für Innenräume ist in Erprobung. Er warnt, wenn in einem Raum wieder einmal gelüftet werden sollte – gerade in Corona-Zeiten sehr nützlich. „Wir tüfteln, testen und erproben – und lernen jeden Tag dazu“, berichtet Röther.

Eine besonders prominente Anwendung ist derzeit in Überlingen im Einsatz: Das Stadtwerk am See überwacht mittels Sensoren den Einlass auf der Landesgartenschau. So können die aufgrund der Corona-Verordnung vorgeschriebenen Besucherzahlen eingehalten werden – angesichts der verschiedenen Ausstellungs-Bereiche in der Stadt eine große Herausforderung. Das Stadtwerk hat nun an allen Einlasstoren Sensoren angebracht. „Eine Kontrolle der Besucherzahlen wäre sonst sehr viel aufwändiger. Mit Lorawan geht das ganz einfach“, so Röther.

Nicht zuletzt ist durch die geringe Funkleistung auch die Strahlung sehr gering: „25.000 Sensoren zusammengenommen erzeugen die gleiche Strahlungsmenge wie ein Smartphone“, ordnet Röther ein.

„Wir machen mit Lorawan für die Region einen wesentlichen Schritt in die Zukunft“, sagt Röther. Das Internet der Dinge, in dem auch Haushaltsgeräte und Maschinen Informationen weitergeben und so gesteuert werden können, gilt als wesentliche Entwicklung auch für die Optimierung von Energieflüssen. Röther: „Wir verbinden hier Komfort, Einsparungen und letztlich auch Ökologie optimal miteinander.“

Quelle: Stadtwerk am See