Mittwoch, 24. November 2021

Orange Day ohne Kundgebung und Kinovorführung

Die zum Orange Day am Donnerstag, 25. November, geplante Kundgebung und eine Filmvorführung in der Caserne müssen aufgrund der aktuellen Lage kurzfristig abgesagt werden.
Kirche St. Nikolaus bei den Orange Days 2020.
Die Kirche St. Nikolaus bei den Orange Days 2020.

Der 25. November ist der alljährliche internationale Gedenktag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen und gleichzeitig der Beginn des Aktionszeitraums „Orange Days“, bei dem durch die orange Illumination von Gebäuden ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen gesetzt wird. Die orange Beleuchtung soll darauf hinweisen, dass Gewalt an Frauen nicht toleriert werden darf. Außerdem sollte am Orange Day bei einer Kundgebung und der Filmvorführung „In the Land of Blood and Honey“ ein starkes Zeichen gegen Gewalt an Frauen gesetzt werden. Beide Veranstaltungen mussten nun aufgrund der aktuell weiter stark steigenden Corona-Infektionszahlen kurzfristig abgesagt werden.

Barbara Gebhard, Präsidentin des Serviceclubs Soroptimist International Club Friedrichshafen/Bodensee, bedauert die Absage sehr, hält diese Entscheidung aus Vorsichts- und Sicherheitsgründen aber für notwendig. Das Festhalten an der Kundgebung wäre aus ihrer Sicht angesichts der stark steigenden Infektionszahlen, der hierdurch bedingten Verunsicherung der Bevölkerung und letztendlich auch vor dem Hintergrund des ebenfalls abgesagten Weihnachtsmarktes aktuell nicht das richtige Zeichen.

Die Entscheidung zur Absage der Kundgebung wird von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Friedrichshafen befürwortet. „Ich bedauere es ebenfalls sehr, dass die Kundgebung nicht wie geplant stattfinden kann, da es mir ein wichtiges Anliegen ist die Öffentlichkeit über die weiter fortbestehende Gewalt an Frauen zu informieren. Gerade die aktuell veröffentlichen Zahlen des Bundeskriminalamtes zeigen deutlich, dass Gewalt gegen Frauen auch in Deutschland eine große Dimension hat. Demnach werden jede Stunde in Deutschland durchschnittlich 13 Frauen Opfer von Gewalt in Partnerschaften, alle zweieinhalb Tage wird eine Frau durch die Gewalttat ihres Partners oder Ex-Partners getötet – im Jahr 2020 starben allein 139 Frauen. Insofern ist es wichtig, die Gesellschaft durch eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit zu sensibilisieren und Opfer über Hilfsangebote zu unterrichten. Anderseits ist es eine Tatsache, dass die Infektionszahlen auch im Bodenseekreis sehr stark steigen und die Auslastung der Intensivstationen an ihre Grenzen stößt“, so Claudia Macke, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Friedrichshafen.  

Die geplante Beleuchtung der Gebäude in Orange als Zeichen gegen Gewalt findet aber wie geplant statt. In Friedrichshafen erstrahlen am Donnerstag, den 25. November ab ca. 17 Uhr der Moleturm, der Kiesel im Medienhaus am See, das Graf-Zeppelin-Haus, die Caserne, das Jugend- und Kulturzentrum Molke, die Kirche St. Nikolaus und die Schlosskirche in orange. Der Kiesel des Medienhauses am See erstrahlt im gesamten Aktionszeitraum vom 25. November bis 10. Dezember von 16 bis 22 Uhr und morgens von 6 bis 9 Uhr in Orange.

Die Beleuchtungsaktion wurde von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Friedrichshafen in Kooperation mit den Service Clubs Soroptimist Friedrichshafen/Bodensee und Zonta Club Bodensee-Allgäu e.V.  vorbereitet.

Die Gleichstellungsbeauftragte hofft hiermit auch betroffene Frauen zu erreichen. „Ich möchte mit dieser Aktion betroffene Frauen ermutigen, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Neben einer Anzeige bei der Polizei gibt es verschiedene weitere Möglichkeiten die notwendige Hilfe zu bekommen.“

Info: Von Gewalt betroffene Frauen können sich jederzeit an das Hilfetelefon wenden, Tel. 08000 116 016. Auch die örtlichen, sozialen Einrichtungen leisten die notwendige Unterstützung, insbesondere die städtische Beratungsstelle für Frauen in Not- und Trennungssituationen, Tel. 07541 203-3132, das AWO Frauen- und Kinderschutzhaus, Tel. 07541 4893626 und die Fachberatungsstelle Frauen helfen Frauen, Tel.  07541 21800.