Donnerstag, 18. Februar 2021

Neue Brutstätten für Mehlschwalben werden aufgebaut

Am städtischen Gebäude in der Zeppelinstraße 300 nisten über die Sommermonate rund 75 Mehlschwalbenpaare. Das Gebäude Zeppelinstraße 300 könnte frühestens im Herbst/Winter 2021/2022 abgebrochen werden, um den Bau eines Pflegeheims zu ermöglichen.

Noch gibt es keine Entscheidung, dennoch werden schon jetzt Ersatzbrutplätze aufgebaut, um beobachten zu können, ob die Mehlschwalben die neuen Niststandorte annehmen.

An dem Gebäude in der Zeppelinstraße 300 nisten jedes Jahr rund 75 Mehlschwalbenpaare. Dies ist die zweitgrößte Population am nördlichen Bodenseeufer. Durch den möglichen Abbruch des Gebäudes fallen diese Brutplätze weg. Deshalb sollen neue Brutstätten geschaffen werden. Die Maßnahme wurde mit der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Bodenseekreis abgestimmt.

Im Zuge einer vorgezogenen Artenschutzmaßnahme gemäß Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) sollen bis zu diesem Frühjahr Vorkehrungen getroffen werden, damit die Mehlschwalben alternative Brutstätten annehmen können. Deshalb werden in einem Radius von 300 Metern zum Gebäude Zeppelinstraße 300 mehr als doppelt so viele Nisthilfen als Ersatzbrutplätze geschaffen. Unter anderem werden 90 Nisthilfen an der Grundschule Fischbach montiert, ein spezieller Mehlschwalbenturm mit 80 Nestern wird nördlich des Fischbacher Friedhofs aufgebaut.

Noch im Februar wird ein Drittel der vorhandenen Nester am Gebäude in der Zeppelinstraße 300 für die Vögel unzugänglich gemacht. Die Aufstellung des Turms und der Ersatznester erfolgt im März, bevor die Mehlschwalben im April aus ihren Winterquartieren aus Afrika zurückkehren. Mit Klangattrappen werden die Vögel an die neuen Niststandorte gelockt.

Noch ist der Abriss des Gebäudes in der Zeppelinstraße offen. Zunächst muss erkennbar sein, dass die Mehlschwalben die neuen Niststandorte wirklich annehmen. Der Erfolg der Umsiedlung wird im Laufe des Sommers überprüft. Erst dann wird weiter entschieden.