Freitag, 11. Juni 2021

Millimeterarbeit auf dem Wochenmarkt

Bei einer Testfahrt mit der Feuerwehr-Drehleiter auf dem Freitags-Wochenmarkt zeigte sich, wie eng es an vielen Stellen im Markt ist und dass die Marktstände oft über die Bodenmarkierungen hinausragen. Im Notfall kann das zu lebensgefährlichen Situationen führen.
Feuerwehrfahrtzeug auf Wochenmarkt
Eng war es an vielen Stellen: Testfahrt der Feuerwehr auf dem Wochenmarkt.

Es ist Millimeterarbeit für Felix Engesser, Abteilungskommandant der Feuerwehrabteilung Friedrichshafen, mit dem großen Drehleiter-Fahrzeug. Engesser biegt von der Karlstraße in den Wochenmarkt ein und biegt im Markt nach rechts ab. Eingewiesen wird er von seinem Feuerwehrkammeraden Patrick Schmidt. Schnell schon zeigt sich, dass die Auslage eines Standes zu weit in den Rettungsweg hineinragt und die Gegenstände erst weggeräumt werden müssen, bevor es weitergehen kann.

„Im Ernstfall geht es um Sekunden, da ist keine Zeit um Gegenstände oder Sonnenschirme wegstellen zu können. Deshalb ist es uns wichtig, die Marktbeschicker mit der Testfahrt auf diese Engstellen hinzuweisen und sie zu sensibilisieren“, so Louis Laurösch, Feuerwehrkommandant der Häfler Feuerwehr.

Langsam geht die Fahrt weiter bis auf die Höhe des Telekom-Shops. So mancher Stand muss seinen Laden einfahren, damit das Fahrzeug durchkommt. „Die Standbeschicker haben gut reagiert und sofort ihren Laden eingeklappt. Das geht im Ernstfall dann sehr schnell“, so Laurösch. Dann heißt es für ihn den ganzen Weg zurück zu fahren, und zwar rückwärts.

Die nächste Testfahrt beginnt wieder an der Einfahrt Karlstraße. Jetzt biegt das Drehleiter-Fahrzeug vor dem Brunnen nach links ab. Bevor das möglich ist, müssen erst einmal mehrere Sonnenschirme weggeräumt werden. Dann aber erreicht das Fahrzeug sein Ziel.

„Die Gebäude in der Karlstraße haben den Eingang zum Adenauerplatz. Im Brandfall müssen wir also über den Adenauerplatz einfahren, um einen Brand zu bekämpfen und eventuell Menschen zu retten“, so Louis Laurösch. Aber nicht nur bei Bränden auch bei medizinischen Notfällen kann es vorkommen, dass Menschen über die Drehleiter gerettet werden müssen. „Deshalb ist es unumgänglich, dass die Rettungszufahrten frei sind“, erklärt Felix Engesser.

Die dritte Testfahrt startet am Buchhornplatz in Richtung Dammstraße. Auch hier ist Millimeterarbeit gefragt und des müssen vereinzelt Markisen eingefahren und Vordächer abgelassen werden. Schließlich erreicht das Feuerwehrfahrzeug aber auch hier bis zum vorgegebenen Ziel einfahren.

Rund eine Stunde lang dauerte die Testfahrt mit dem Ergebnis: An manchen Stellen im Markt ist es grenzwertig, aber im Ernstfall ist die Feuerwehr handlungsfähig und kommt an ihr Ziel. Mit dem Ergebnis zeigte sich auch die Marktverantwortliche der Stadt, Cathrin Batzner, zufrieden.