Louis Laurösch sagt ade

Louis Laurösch ist seit 1. April 2000 Feuerwehrkommandant der Feuerwehr Friedrichshafen. Am Donnerstag, 26. August hat er seinen letzten Arbeitstag. Mit ihm endet ein Stück Häfler Feuerwehrgeschichte. Er hat, wie er selbst sagt, „sein Hobby zum Beruf gemacht“.
Ein Mann steh neben einem roten Auto.
Louis Laurösch sagt nach 21 Jahren ade als Kommandant der Friedrichshafener Feuerwehr. Er hat die Entwicklung der Feuerwehr in den vergangenen Jahren maßgebend geprägt.

Louis Laurösch war schon als Junge eng mit der Feuerwehr verbunden. Mit 14 Jahren fragte ihn ein Freund, ob er nicht mit zur Jugendfeuerwehr kommen möchte. „Er erzählte mir, dass es dort toll sei und dann bin ich einfach mal mitgegangen“, erzählt Louis Laurösch. Es hat ihm in der Jugendfeuerwehr gefallen und so ist er dabeigeblieben.

Später begann er eine Ausbildung bei der MTU und arbeitete dann 20 Jahre als Projektleiter bei den Firmen Dornier und EADS. Ab 1976 war er ehrenamtlich in der Einsatzabteilung der Feuerwehr Friedrichshafen, ab 1997 war er ehrenamtlich stellvertretender Kommandant der Abteilung Friedrichshafen.

Als im November 1999 ein Nachfolger für den damaligen Feuerwehrkommandant Egon Kratzer gesucht wurde, bewarb sich Laurösch auf diese Stelle. „Es war für mich die Möglichkeit, mein Hobby zum Beruf zu machen“, so Laurösch. Er wurde vom Gemeinderat gewählt und begann am 1. Mai 2000 seinen Dienst als Kommandant der Feuerwehr Friedrichshafen.

Seither sind 21 Jahre vergangen und es war, wie Louis Laurösch erzählt, kein Tag langweilig und kein Tag war wie der andere. Und in den vergangenen mehr als zwei Jahrzehnten hat sich in der Feuerwehr viel verändert. Im Laufe der Jahre sind immer mehr Aufgaben dazugekommen und auch die Ausrüstung hat sich sehr verändert. Dies wird auch deutlich, wenn man die Einsatzzahlen vergleicht. Waren es zu Beginn der Arbeit von Louis Laurösch noch rund 400 Einsätze im Jahr, so hat sich diese Zahl aktuell mehr als verdoppelt. „Im Durchschnitt werden wir pro Jahr rund 900 Mal zu Einsätzen alarmiert. 2019 waren rund 49 Prozent aller Einsätze technische Hilfestellungen aus. Bei rund 20 Prozent der Alarmierungen ging es um Brandeinsätze“, so Laurösch. Die Palette der Einsätze ist breit: von der Seenotrettung über die Hochwasserhilfe, die Abwehr von Ölverschmutzungen im Bodensee bis hin zur Unterstützung bei Verkehrsunfällen.

Bei einem großen Teil der Einsätze ist Louis Laurösch selbst als Einsatzleiter vor Ort, egal ob wochentags, sonntags oder in der Nacht. In den 21 Jahren sind so rund 15.000 Einsätze zusammengekommen, davon war er als Einsatzleiter bei rund 3.700 Einsätzen mit dabei.

So mancher Einsatz ist ihm bis heute in Erinnerung geblieben. Dazu zählt der Flugzeugabsturz in Überlingen, wo er als Einsatzleiter für die Koordinierung von 1.000 Einsatzkräften verantwortlich war. Auch an die 17 Bombenentschärfungen erinnert sich Louis Laurösch. Bleibende Erinnerungen hat er auch an den Brand im Parkhaus am See mit mehreren Fahrzeugen oder die Rettung eines eingeklemmten Kindes in einem Drehkreuz.

Trotz der großen Belastung und den vielen Terminen hat Louis Laurösch nie die Freude und den Spaß an seiner Arbeit verloren. „Mein Ziel war es, wenigstens an einem Tag in der Woche abends zu Hause zu sein. Das hat allerdings nicht immer geklappt“, erzählt er.

Er hatte über die Jahre neben seiner Arbeit als Feuerwehrkommandant viele weitere Tätigkeiten inne, etwa als stellvertretender Kreisbrandmeister, als Vertreter des Innenministeriums in der Internationalen Gewässerkommission, als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der hauptamtlichen Feuerwehren Baden-Württembergs und als Mitglied im Vorstand des Landesfeuerwehrverbandes.

2018 wurde er vom Baden-Württembergischen Innenminister Thomas Strobl mit der Medaille „Für besondere Verdienste im Bevölkerungsschutz“ ausgezeichnet. Eine Auszeichnung, die ihn sehr freute und zu der er damals sagte, dass es eine Auszeichnung für die gesamte Arbeit der Feuerwehr Friedrichshafen sei.

„Es war kein Tag langweilig. Man weiß nie genau, was kommt. Aber Spaß gemacht hat es immer“, so Louis Laurösch, ob seiner vielen Aufgaben. Rückblickend auf die 21 Jahre sagt Louis Laurösch mit Stolz: „Ich hatte eine gute Mannschaft. Wir haben in allen Abteilungen starke Jugendfeuerwehren und engagierte haupt- und ehrenamtliche Kräfte“, so Laurösch. Er kann sich also beruhigt aus dem operativen Geschäft zurückziehen und die Führung der Feuerwehr an seinen Nachfolger Felix Engesser übergeben.

Dass ihm im Ruhestand langweilig wird, glaubt Louis Laurösch nicht. „Zusammen mit meiner Frau können wir nun Wanderungen in den Bergen unternehmen. Und als Opa freue ich mich, mehr Zeit mit meinem Enkelkind verbringen zu können. Alles Dinge, die in den letzten Jahren oftmals zu kurz gekommen sind“. Und – wie es in der Feuerwehr Tradition ist – wird er nach seinem aktiven Dienst künftig der Altersabteilung angehören.

Informationen zur Feuerwehr Friedrichshafen:
Der Feuerwehr Friedrichshafen gehören derzeit 32 hauptamtliche Kräfte an. Hinzu kommen rund 510 ehrenamtliche Kräfte, davon rund 300 in den Einsatzabteilungen, etwa 110 in der Jugendfeuerwehr und ca. 110 in der Altersabteilung.