Mittwoch, 03. April 2019

Konzept für Häfler Kulturentwicklung liegt vor

Der Kultur- und Sozialausschuss berät am Mittwoch, 10. April, der Gemeinderat soll am Montag, 29. April beschließen

Seit einigen Jahren wird in Friedrichshafen über die Kulturentwicklung diskutiert, im Jahr 2016 hatten CDU und SPD einen entsprechenden Antrag gestellt. Nun sollen der Kultur- und Sozialausschuss und der Gemeinderat über ein gesamtstädtisches Kulturentwicklungskonzept beraten und entscheiden.

„Der nun erarbeitete Vorschlag soll als ein lebendiges Arbeitspapier verstanden werden, als ein Konzept das sich laufend weiterentwickeln kann und soll und das vom Austausch der Kulturtreibenden leben wird“, betont Bürgermeister Andreas Köster. „Dabei gilt der Dank allen, die sich in den monatelangen Prozess im Rahmen des Auftaktworkshops, der Online-Umfrage und der Expertenworkshops einbrachten und so einen wichtigen Beitrag zur Erstellung dieses ersten gesamtstädtischen Kulturentwicklungskonzepts leisteten“, so Köster weiter.

Das von der Verwaltung vorgelegte Konzept soll als Grundlage für die weitere Kulturarbeit der Stadt Friedrichshafen dienen. Und weil im Konzept die Weiterentwicklung als strategisches Ziel bereits angelegt ist, soll es alle drei Jahre überprüft und falls notwendig angepasst werden. Dazu können auch Online-Bürgerbefragungen oder Expertenworkshops eingesetzt werden – wie dies zum Bereich Kultur bereits auch im Integrierten Stadtentwicklungskonzept ISEK erfolgreich geschehen ist.

In den vergangenen Monaten wurden zudem bereits einige Weichen im Bereich Kultur gestellt, darauf verweist die Verwaltung in der Sitzungsvorlage: Das Kulturforum Fallenbrunnen wurde gegründet, die Professionalisierung des Kulturhauses Caserne wurde im März 2018 einstimmig im Gemeinderat beschlossen, der Bahnhof Fischbach konnte im Mai 2018 mit Gastronomie neu starten und inzwischen auch das Angebot der kulturellen Veranstaltungen ausbauen. Und auch die überarbeiteten Kulturvereinsförderrichtlinien wurden bereits im Dezember 2018 einstimmig durch den Gemeinderat auf den Weg gebracht.

Mit dem vorliegenden Kulturentwicklungskonzept setzt die Verwaltung auf den im April 2018 vorgestellten Sachstandsbericht und der Analyse zur Kulturarbeit auf. Außerdem organisierte die Verwaltung einen offenen Bürgerworkshop im Juli 2018, eine Online-Umfrage auf dem Beteiligungsportal sags-doch.de im August 2018 sowie mehrere Expertenworkshop zu den Themen Marketing, freie Kulturförderung und Kulturstandorte. Die Rückmeldungen aus diesen Workshops und der Online-Umfrage wurden schließlich in das Kulturentwicklungskonzept eingearbeitet. Ziel des Konzepts ist, der zukünftigen Entwicklung der Kulturarbeit eine Richtung zu geben und erste Maßnahmen festzulegen.

Die im Konzept vorgestellten Maßnahmen beziehen sich auf das Kulturangebot und seine Zielgruppen, auf die Kulturförderung, auf die Kultur-Standorte sowie auf das Kultur-Marketing. Konkret vorgeschlagen werden zum Beispiel Familien-Kulturtage mit einem Kunst-Angebot für Eltern und einem für Kinder. Migrantenvereine sollen stärker ins kulturelle Leben der Stadt integriert werden, das „Selbermachen“ von Kultur soll durch entsprechende Angebote der Häfler Kultur-Standorte gestärkt werden. Das Programm im Bereich Pop und Rock, Kleinkunst sowie Film, Medien und Kino wird aktuell bereits aufgrund der Professionalisierung Caserne und durch das Programm im Bahnhof Fischbach ausgebaut. Außerdem soll das Angebot für junge Erwachsene ebenso ausgebaut werden wie das Kulturangebot für Kinder. Und schließlich soll auch Platz sein für Zeitgenössisches, Neues, Ungewohntes und Experimentelles.

Damit die Maßnahmen greifen und das Häfler Kulturangebot besser wahrgenommen werden kann, sieht das Kulturentwicklungskonzept auch Marketing-Maßnahmen vor, die allerdings nicht die Werbe- und Kommunikationsmittel der einzelnen Einrichtungen ersetzen werden: „Hier haben wir das klare Signal erhalten: Die Kultur-Einrichtungen wollen und können auf eigene Werbung keinesfalls verzichten“, sagt Bürgermeister Köster. „Aber eine bessere gemeinsame Vermarktung sehen alle Beteiligten als notwendig, auch von den Bürgerinnen und Bürgern wurde dieser Wunsch formuliert.“ Vorgeschlagen werden bessere Möglichkeiten für die Außenwerbung, ein umfassendes Online-Veranstaltungsportal ebenso wie gemeinsame Prospektständer an gut frequentierten Standorten. Schließlich soll auch die Terminkoordination unter den Kulturtreibenden verbessert werden, um ungünstige Überschneidungen wenn möglich zu vermeiden.

Bewusst nicht Teil des Kulturentwicklungskonzepts sind Aussagen zu Investitionen in einzelne Kulturstandorte: „Das Konzept ist inhaltlich angelegt – Investitionsfragen können dann separat entschieden werden, wenn konkrete Maßnahmen an einzelnen Standorten notwendig sind“, sagt Bürgermeister Köster.

Info: Das Kulturentwicklungskonzept wird am Mittwoch, 10. April vorberaten im Kultur- und Sozialausschuss, der Gemeinderat soll am Montag, 29. April beschließen. Tagesordnungen und Sitzungsunterlagen sind immer ein Woche vor der Sitzung online zu finden unter www.sitzungsdienst.friedrichshafen.de.