Hochwasser: Feuerwehren im Dauereinsatz

Am Dienstagabend zogen mehrere Gewitter mit Starkregen und Blitzschlag über Friedrichshafen hinweg. In Kluftern, Efrizweiler, Unterraderach, Unterlottenweiler und Ettenkirch kam es zu zahlreichen Überschwemmungen. In Fischbach schlug ein Blitz in ein Wohngebäude ein.
Feuerwehrkräfte an überschwemmter Buswendeplatte, im Hintergrund Auto im Wasser stehend

Die erste Hochwassermeldung ging bei der Feuerwehr Friedrichshafen um 19.13 Uhr ein, danach folgten in rascher Folge Meldungen zu insgesamt 46 Einsatzstellen wegen Hochwassers. Um 19.27 Uhr wurde ein Blitzschlag in Fischbach gemeldet. Bis die letzten Feuerwehrkräfte im besonders betroffenen Bereich Appenweiler bei Ettenkirch abrücken konnten, war es vier Uhr morgens. Von den insgesamt 180 Feuerwehrkräften waren allein in Appenweiler bis in die Morgenstunden 55 im Einsatz.

Die Schwerpunkte der Einsätze lagen in Kluftern, Efrizweiler, Unterraderach, Unterlottenweiler und Ettenkirch. Dort mussten zahlreiche Keller, Tiefgaragen und Wohnungen ausgepumpt werden. In Unterraderach standen die Kellerräume mehrerer Gebäude einer Gärtnerei unter Wasser, darunter ein Lager mit etwa 800 Quadratmetern. Dort stand das Wasser etwa 70 Zentimeter hoch, im benachbarten Wohngebäude war der Keller bis zur Decke überflutet.

In Appenweiler, Ortschaft Ettenkirch, wurden mehrere Wohn- und Wirtschaftsgebäude sowie einige Straßenabschnitte komplett unter Wasser gesetzt. Aus einem naheliegenden Weiher floss das Hochwasser über eine Kreuzung in Appenweiler. Straße und Kreuzung wurden daher von den Städtischen Baubetrieben bis auf Weiteres komplett gesperrt. Vollständig unter Wasser stand auch die Buswendeplatte in Appenweiler, in deren Bereich noch zwei parkende Fahrzeuge standen, die bis zur Motorhaube im Wasser standen.

In Fischbach gab es einen Blitzeinschlag in ein Wohngebäude, Dachstock und eine Wohnung waren völlig verkohlt. Personen wurden weder dort, noch bei den anderen Einsätzen verletzt.

„Der durch das Hochwasser und den Blitzschlag verursachte Schaden lässt sich im Moment kaum beziffern“, sagt Louis Laurösch, Stadtbrandmeister der Feuerwehr Friedrichshafen. „Wir gehen aufgrund der Schäden an und in Gebäuden sowie an Straßen von einem sechsstelligen Betrag aus.“

Die Feuerwehr Friedrichshafen war mit allen Abteilungen im Einsatz, zusätzlich unterstützen die Feuerwehren Meckenbeuren, Eriskirch, Langenargen und Markdorf. Insgesamt waren 180 Feuerwehrkräfte mit 35 Fahrzeugen an 46 Stellen im Dauereinsatz. Die städtischen Baubetriebe unterstützten die Feuerwehren bei den Straßensperrungen.

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