Donnerstag, 22. Oktober 2020

Für vorbildliche Straßenbegrünung ausgezeichnet

Stadt erhält Preisgeld von 3.000 Euro. Insgesamt gab es bundesweit 68 Bewerber.
Mann hält übergroßen Scheck in der Hand, zweiter Mann hält Auszeichnungsplakette aus Metall in den Händen, Frau ist per Video an die Wand dahinter projeziert
Gratulierte per Video zur Auszeichnung: Dr. Eva Lohse, Oberbürgermeisterin a. D. und Vorstandsmitglied der Stiftung „Lebendige Stadt“. Die Gratulation nahmen Erster Bürgermeister Dr. Stefan Köhler (links) und Wolfgang Kübler, Leiter des Stadtbauamtes entgegen.

Die Stiftung „Lebendige Stadt“ hat die Stadt Friedrichshafen für ihr vorbildliches Straßengrün im Rahmen des Veloprojekts ausgezeichnet. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 3.000 Euro verbunden. Dr. Eva Lohse, Oberbürgermeisterin a. D. und Vorstandsmitglied der Stiftung, war via Video zugeschaltet und gratulierte Ersten Bürgermeister Dr. Stefan Köhler und dem Team des Stadtbauamtes zur Auszeichnung.

„Eine unserer wichtigsten Aufgaben ist es, die Stadt an die sich verändernden Klimaanforderungen anzupassen. Die Themen Verkehr, Umwelt und Biodiversität spielen dabei eine zentrale Rolle. Beim Veloring ist unserem Stadtbauamt die Verquickung dieser Themen sehr gut gelungen. Die Auszeichnung bestärkt uns in unserer Arbeit und zeigt, dass Friedrichshafen trotz enormer Konkurrenz mit Projekten aus Städten wie Berlin und Potsdam mithalten kann“, erklärte der Erste Bürgermeister Dr. Stefan Köhler.

In vorbildlicher Weise entstand eine Symbiose zwischen dem zukünftigen, sieben Kilometer langen Veloring und den angrenzenden Grünflächen. Der Veloring wird als attraktive Radschnellverbindung einen Halbkreis um die Innenstadt spannen. Er wird aber nicht nur ausreichend breite Rad- und Fußwege bereitstellen, sondern diese in üppiges Grün einbetten. Als Fläche für das Projekt wurde das dort verlaufende ehemalige Industriegleis verwendet. An mehreren Stellen wurde der Gleisschotter bewusst beibehalten, um dadurch wichtigen Lebensraum zu erhalten und zu verbessern.

Die Grünflächen mit ihrem natürlichen Charakter werten den Bereich auf und schaffen Aufenthaltsqualität. Die neuen Wiesen- und Saumflächen wurden in das städtische Grünflächenkataster des Stadtbauamts aufgenommen. Geplant ist, die ökologische Wertigkeit der Flächen nach etwa fünf Jahren durch ein Monitoring überprüfen zu lassen. Zugrunde liegt ein Konzept zur Steigerung der Biodiversität und Artenvielfalt, das in einen landschaftspflegerischen Begleitplan eingearbeitet wurde. Die neuen etwa 5.200 Quadratmeter Grünflächen wurden mit vier unterschiedlichen Saatarten aus gebietsheimischem, zertifiziertem Saatgut angesät. Ergänzt wurden die krautigen Strukturen durch 30 Bäume und zahlreiche Sträucher.

„Es ist eindrucksvoll, wie man hier einen Veloring in die Natur legt und dabei gleichzeitig die Steigerung von Biodiversität und Artenvielfalt als klares Ziel verfolgt. Durch die Partizipation der Menschen vor Ort ist damit nicht nur mehr Natur, sondern auch Identität entstanden. Damit ist Friedrichshafen ein Positivbeispiel für gelungene öffentliche Grüngestaltungen, das verdienter Maßen zu den Gewinnern unseres Wettbewerbs zählt“, so Dr. Eva Lohse.

Friedrichshafen ist in guter Gesellschaft: Neben der Zeppelinstadt werden Berlin, Solingen, Potsdam und Iphofen/Bayern, ausgezeichnet. Insgesamt sind 68 Bewerbungen für den von der Stiftung „Lebendige Stadt“ ausgelobten Bundeswettbewerb, mit dem nach vorbildlichen öffentlichen Straßenbegrünungen gesucht wurde, eingegangen.

Welche Projekte wurden gewürdigt?

Preiswürdig waren öffentliche Straßengrünprojekte, die maßgeblich den Gemeinschaftssinn und die Identitätsstiftung fördern sowie einen ökologischen Beitrag für die Umwelt durch mehr Biodiversität und Artenvielfalt leisten. Die Grüngestaltung sollte unter Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern realisiert worden und eine dauerhafte Pflege des öffentlichen Straßengrüns gewährleistet sein.

Die Jury:

  • Heiner Baumgarten, BUND Landesvorsitzender, Grünamtsleiter a. D., Stadt Hamburg
  • Dr. h.c. Peter Harry Carstensen, Stiftung „Lebendige Stadt“, Vorstand und Ministerpräsident a. D.
  • Simone von Ehren, Baumschule Lorenz von Ehren
  • Hans-Jürgen Feldhusen, Vorstandsmitglied ADAC Schleswig-Holstein
  • Matthias Herbert, Abteilungsleiter, Leiter der BfN Außenstelle Leipzig
  • Dr. Eva Lohse, Stiftung „Lebendige Stadt“, Vorstand und Oberbürgermeisterin a. D.
  • Dipl.-Ing. Prof. Cornelia Müller, Landschaftsarchitektin, Geschäftsführerin Lützow 7
  • Dr.-Ing. Timo Munzinger, MBA Referent, Dezernat Stadtentwicklung, Bauen, Wohnen, Verkehr, Deutscher Städtetag
  • Elke-Christina Roeder, Oberbürgermeisterin, Stadt Norderstedt
  • Dr. Anke Valentin, Geschäftsführerin, Wissenschaftsladen Bonn e. V.

Die Stiftung „Lebendige Stadt“

Die 2000 vom Hamburger Unternehmer und Mäzen Alexander Otto gegründete Stiftung „Lebendige Stadt“ verfolgt das Ziel, die kulturelle Vielfalt und Lebendigkeit der europäischen Städte zu fördern. Das bewegte Fördervolumen von rund 33 Millionen Euro umfasst unter anderem die Grüngestaltung des Essener Krupp-Parks, die künstlerischen Illuminationen des Berliner Reichstagsgebäudes und Kölner Rheinufers sowie die Neugestaltungen des Hamburger Jungfernstiegs und Leipziger Nikolaikirchhofs.