Freitag, 07. August 2020

Friedrichshafen hat eine Stadtförsterin

Noch sind Försterinnen unterrepräsentiert. Das hat sich in Friedrichshafen geändert. Seit Montag, 3. August leitet Karin Beer, die neue Stadtförsterin, das Stadtwaldrevier Friedrichshafen. Bisher wurde der stadteigene Wald vom Kreisforstamt Bodenseekreis mitbetreut. Im Herbst 2019 beschloss der Gemeinderat, die rund 300 Hektar Wald zukünftig selbst zu bewirtschaften.
Klaus Sauter, Leiter des amtes fürStadtplanung und Umwelt begrüßt Karin Beer.
Karin Beer ist neue Stadtförsterin für das Stadtwaldrevier Friedrichshafen. An ihrem ersten Arbeitstag wurde sie von Klaus Sauter, Leiter des Amtes für Stadtplanung und Umwelt, begrüßt.

„Ich bedanke mich für das mir entgegengebrachte Vertrauen und freue mich auf die neue Aufgabe sowie auf die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Ansprechpartnern. Ich werde auf alle offen zugehen“, so Karin Beer.

Karin Beer schloss 2017 ihren Vorbereitungsdienst für den gehobenen technischen Forstdienst an der Bayerischen Forstschule in Lohr am Main ab. Während dieser Zeit war sie am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt sowie bei den Bayerischen Staatsforsten am Forstbetrieb Neureichenau beschäftigt. Zeitgleich beendete sie ihr Masterstudium für Umweltplanung und Ingenieurökologie an der Technischen Universität in München mit der Masterthesis „Erholung durch Naturerfahrung – Bedürfnisse und Ansprüche an den Wald als Ort für therapeutische, pädagogische und spirituelle Aktivtäten“. Das Bachelorstudium des Forstingenieurwesens absolvierte sie zuvor an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf in Bayern. In ihrer Bachelorarbeit untersuchte sie die natürliche Wiederbewaldung nach einem Borkenkäferbefall im bayrischen Gebirgswald. Für die großen Herausforderungen im Stadtwald, welch etwa der Klimawandel oder die Bedeutung des Stadtwaldes für die Erholung mit sich bringen, ist sie deshalb bestens vorbereitet.

Ihre erste Stelle nach dem Studium begann Karin Beer im Oktober 2017 im Forstbetrieb Neureichenau. Im Anschluss war sie beim Staatsbetrieb Sachsenforst verantwortlich für das Projekt „Forstwirtschaft und Erholungsnutzung in der Modellregion Eibenstock“. Seit Januar 2020 arbeitete Karin Beer als Forstbetriebsassistentin im Stadtwald Bad Homburg. Zu ihren Aufgaben gehörte es, die Revierleitung bei sämtlichen Betriebsarbeiten zu unterstützen. Sie betreute die umfangreichen Holzerntemaßnahmen im städtischen Erholungswald in Bad Homburg, die wegen mehrerer Stürme und dem extremen Borkenkäferbefall notwendig waren.

„Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Karin Beer und bin überzeugt, dass sie mit ihrem Fachwissen die richtige Wahl für die Betreuung unseres Stadtwaldes ist“, so Erster Bürgermeister Dr. Stefan Köhler. Köhler findet es positiv, dass sich vermehrt Frauen für den Beruf der Försterin interessieren.

In Friedrichshafen leitet Karin Beer das Frostrevier „Stadtwald Friedrichshafen“, das organisatorisch der Abteilung Landschaftsplanung und Umwelt im Amt für Stadtplanung und Umwelt angegliedert ist. Ihre Aufgabe wird es unter anderem sein, ein Konzept für den notwendigen standortgemäßen Waldumbau zu erarbeiten und ihn an den Klimawandel anzupassen. Aspekte des Naturschutzes stehen im Wald und in der Grünpflege vermehrt im Fokus. Deshalb soll sie neben der Waldbetreuung auch Pflege- und Entwicklungskonzepte für städtische Biotope, Naturdenkmale und geschützte Landschaftsbestandteile mit hohem Baumanteil entwickeln und umsetzen. Auch die Betreuung der Erholungsinfrastruktur wie Wanderwege und Naturlehrpfade, sowie die Prüfung der Verkehrssicherheit im Wald gehören unter anderem zu ihren Aufgaben. Karin Beer soll zukünftig auch verschiedene Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in der Waldpädagogik organisieren. Sie wird außerdem Ansprechpartnerin für Fragen und Anliegen zum städtischen Wald für Bürger, Naturschutzverbände und ehrenamtliche Initiativen sein.