Freitag, 08. Februar 2019

Drei Auszeichnungen für beispielhafte Bauten

Drei Gebäude in Friedrichshafen sind beim Wettbewerb „Beispielhaftes Bauen“ mit einem Preis bedacht worden. In Owingen überreichten Vertreter der Architektenkammer Baden-Württemberg die Preise für den Neubau des Kinderhauses im Riedlepark, die Mehrzweckhalle in Kluftern und das Frei- und Seebad in Fischbach an die Vertreter der Stadt Friedrichshafen.
Innenansicht Kinderhaus im Riedlepark
Kinderhaus im Riedlepark: die Holztreppe ist Rutsche, Höhle und Kletterrampe zugleich

Alle sechs Jahre lädt die Architektenkammer Baden-Württemberg zum Auslobungsverfahren „Beispielhaftes Bauen“ ein. Dann können Bauherren und Architekten ihre Arbeiten einreichen, von denen sie denken, dass sie bespielhaft geplant und gebaut wurden. Ziel des Auszeichnungsverfahrens ist es, besonders gelungene Architektur ausfindig zu machen, die weitere Impulse für eine positive Entwicklung der Baukultur gibt. „Zum Wettbewerb haben wir drei Bauprojekte eingereicht, die aus unserer Sicht, den Kriterien der Architektenkammer entsprachen. Wir freuen uns, dass die Jury diese Bauprojekte als auszeichnungswürdig bewertet hat“, so Erster Bürgermeister Dr. Stefan Köhler. Zu allen drei Maßnahmen, so Dr. Köhler,  wurde ein Wettbewerbsverfahren gemäß Planungskodex der Stadt Friedrichshafen durchgeführt, durch den die Qualität in der Baukultur der Stadt angehoben werden konnte.  Die Preise für den Neubau des Kinderhauses im Riedlepark, die Mehrzweckhalle in Kluftern und das Frei- und Seebad in Fischbach nahmen als Verantwortliche für die ausgezeichneten Projekte beim Stadtbauamt der Stadt Friedrichshafen Birgit Sperlich, Abteilungsleiterin Hochbau im Stadtbauamt, Thomas Weiler und Walter Frirdich entgegen.

Mehrzweckhalle Kluftern

Die Mehrzweckhalle Kluftern überzeugte die Jury durch ihre klare Bauform, durch die eine gefasste Platzsituation entstand. Das vorspringende Dach leitet die Besucherinnen und Besucher wie selbstverständlich in das Gebäude und zu den Zuschauerrängen. Der Neubau der Mehrzweckhalle, so die Jurybegründung, füge sich durch seine Bauart in das Ortsbild ein. Die ökologische und ökonomische Holzkonstruktion macht die Mehrzweckhalle damit rundum zu einer sinnfälligen Lösung. Geplant wurde die Mehrzweckhalle in Kluftern von den Friedrichshafner Architekten Philp Jauss und Tobias Gaupp.  Mit der Planung und Gestaltung der Außenanlagen wurden die Landschaftsarchitekten und Stadtplaner Lohrer Hochrein aus München beauftragt.

Kinderhaus im Riedlepark

Das Kinderhaus im Riedlepark überzeugte die Jury durch das hochwertige und detailgenaue Material und die klare offene Struktur. Die Verringerung auf eine dominante helle Holzvertäfelung und auf Glas und Stahl verleiht den Räumen einen offenen Charakter. Durch das Oberlicht erhält das Gebäude eine sonnige Atmosphäre. Besonders überzeugte die Jury die innovative Integration von spielerischen Elementen, die die kindlichen Sinne anregen.  Die zentrale Holztreppe kann gleichzeitig von den Kindern als Rutsche, Höhle und Kletterrampe genutzt werden. Ein in die Decke eingehängter Spielkokon lockert gleichzeitig das Strukturelement im offenen Foyer auf. Die unterschiedlichen Funktionsbereiche sind transparent, stören dabei aber die Intimität nicht. Als herausragend beurteilte die Jury die Anbindung an den Spielplatz vom ersten Obergeschoss aus.

Geplant wurde das Kinderhaus im Riedlepark von den Architekten Lanz und Schwager in Konstanz. Die Konzeption der Außenbereiche entstand bei 365° Freiraum + Umwelt in Überlingen.

Frei- und Seebad Fischbach

Besonders gewürdigt wurde von der Jury, die Tatsache, dass dem Freibad ein architektonisches Gesicht gegeben wurde. Das Gebäude, so die Jury, überzeugt durch eine klare Gliederung und Erschließung. Der lange überdachte Säulengang trennt und verbindet die Bauten im Norden und die Bereiche im Süden und ähnelt in seiner Architektursprache klassischen Kurbädern. Dadurch erhält das gesamte Ensemble eine ungewöhnlich zeitlose Wertigkeit. Der positive Gesamteindruck wird unterstützt durch eine materialgerechte Ausführung und eine sorgfältige Detaillierung. Die für das Frei- und Seebad Fischbach gefundene Lösung bezeichnete die Jury als überzeugend, besonders im Hinblick auf das Spannungsfeld zwischen Hochbauarchitektur und Freiraumgestaltung.

Mit den Planungen für das Frei- und Seebad Fischbach waren Sacker Architekten BDA in Freiburg beauftragt. Die Landschaftsarchitektur übernahmen Henne Korn Landschaftsarchitekten in Freiburg.