Den Mehlschwalben und Mauerseglern auf der Spur

Seit vier Jahren kartiert die Umweltabteilung der Stadt Friedrichshafen im Stadtgebiet das Vorkommen von Mehlschwalben und Maurerseglern.
Zwei Mehlschwalben beim Nestbau

Der Bestand an Mauerseglern und Mehrschwalben geht kontinuierlich zurück. Die Erhebung, die von der Stadt seit vier Jahren vorgenommen wird, ergab, dass die gebäudebrütenden Vögel im Stadtgebiet in den vergangenen zwanzig Jahren um rund 40 Prozent zurückgegangen sind.

Jedes Jahr von Mai bis Juli ist Hochsaison für die Gebäudebrüter wie Mehlschwalben und Mauersegler. Dann kehren sie aus ihren Winterquartieren in Afrika zurück. Mauersegler nutzen kleine, bereits vorhandene Ritzen in Dachhöhe und ziehen oft unbemerkt dort ein. Mehlschwalben bauen sich unter den Dächern von Häusern ein Nest oder nutzen bereits vorhandene Nester. Oft sehr zum Unmut der Bewohnerinnen und Bewohner, obwohl die Mehlschwalbe als Glücksbringer gilt und Segen in die Häuser bringen soll.

Die Brutplätze dieser heimischen Vogelarten unterliegen einem strengen Schutz und dürfen nach dem Bundesnaturschutzgesetz auch außerhalb der Brutzeit nicht verschlossen oder zerstört werden. „Trotzdem haben wir bei unseren Kartierungen festgestellt, dass die Populationen in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen sind“, so Naomi Barker, Biologin in der Abteilung Umwelt im Amt für Stadtplanung und Umwelt.

Oft kommt es vor, dass Brutplätze bei der Sanierung des Gebäudes – auch aus Unwissenheit – vernichtet werden und kein Ersatz dafür geschaffen wird. Deshalb hat die Stadt die Besitzer bisher kartierter Brutvorkommen angeschrieben und sie über den Schutz der Tiere informiert. Auch 2020 wird die Kartierung der Mehlschwalben und Maurersegler fortgeführt und der Bestand in Friedrichshafen weiterhin erfasst.

Wer den Schutz der gefährdeten Vogelarten unterstützen möchte, sollte bei einer Gebäudesanierung prüfen, ob Vögel am Haus brüten und die Nistplätze erhalten. Sollte es unumgänglich sein, die Nistplätze entfernen zu müssen, sollte man vorher mit der Unteren Naturschutzbehörde Kontakt aufnehmen. Meistens ist durch das Anbringen von künstlichen Nisthilfen der Situation Genüge getan. Diese zusätzlichen Nisthilfen können helfen, den Fortbestand von Gebäudebrütern in unseren Siedlungen zu unterstützen. „Für das weitere Fortbestehen dieser Vögel ist es notwendig, dass die Brutplätze an den Häusern erhalten bleiben. Es hilft auch, wenn an Neubauten künstliche Nistkästen angebracht werden und wenn Hauseigentümer oder auch Mieter es tolerieren, dass die Vögel am Haus brüten“, so Barker.

Um die Artenvielfalt in Friedrichshafen zu erhalten und zu fördern, hat die Stadt das Programm „Mehr Natur in Friedrichshafen“ aufgelegt. Mit diesem Programm werden Grundstückseigentümer oder Mieter im Einvernehmen mit den Gebäudeeigentümern, bei verschiedenen Naturschutzmaßnahmen finanziell unterstützt. Für Fragen stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Umweltabteilung der Stadt Friedrichshafen telefonisch unter der Nummer 07541 203-4641 zur Verfügung. Informationen und Kontakte gibt es auch im Internet unter www.umwelt.friedrichshafen.de.