Mittwoch, 13. Januar 2021
Kategorie: Medieninformationen

Baumfällungen in Fallenbrunnen Süd-West

Als eine Maßnahme zur Verkehrssicherheit mussten im Waldquartier zwischen den beiden Hochschulen und der Blauen Blume im Fallenbrunnen einige sehr stattliche Bäume, überwiegend Eschen, gefällt werden.
Querschnittsfoto des Stammes eines kranken Baumes.

Zum Schutz der Menschen, die sich im Fallenbrunnen aufhalten, wird der Waldbestand hinsichtlich seiner Verkehrssicherheit regelmäßig überprüft.

Das Ergebnis der Kontrollen durch externe Baumkontrolleure ergab, dass einige Bäumen aufgrund des Eschentriebsterbens sehr bedenkliche Schädigungen, die die Standfestigkeit der Bäume stark beeinträchtigen können, aufwiesen. Dieser Verdacht wurde durch eine nachträglich beauftragte sogenannte „eingehende Untersuchung“ bestätigt.

Eine zentral stehende Esche, die nicht mehr verkehrssicher war, sollte ursprünglich per Autokran gekürzt und abtransportiert werden, um einen Baumtorso als Lebensraum stehen zu lassen. Diese Maßnahme des Artenschutzes konnte jedoch nicht umgesetzt werden, da der Baum mit einem Kran nicht erreichbar war. Zwei erfahrene Baumkletterer, die angefragt wurden, lehnten es aus Arbeitsschutzgründen ab, den Baum kletternd abzubauen, da sein Zustand unkalkulierbare Risiken darstellte.

Da die große, zentrale Esche mit einer anderen Methode als beabsichtigt gefällt werden musste, wurden bedauerlicherweise größere Bereiche des Unterwuchses und einige kleinere Bäume umgerissen. Dies war selbstverständlich so nicht beabsichtigt.

Das betroffene Waldstück ist im Bebauungsplan Fallenbrunnen Süd-West als Erholungswald dargestellt. Da die Fläche im städtischen Baumkataster noch nicht als Waldfläche ausgewiesen war, erfolgte keine Abstimmung zwischen den verschiedenen Ämtern der Stadtverwaltung zu naturschutzrechtlichen Fragen und Verkehrssicherungsmaßnahmen.

Die Stadtverwaltung wird jedoch dafür Sorge tragen, dass die entstandenen Schädigungen am Wald durch Nachpflanzungen und geeignete Pflegemaßnahmen begrenzt und notwendige Maßnahmen zum Erhalt der gefährdeten Vogel- und Fledermausarten in die Wege geleitet werden.

Der für den Stadtwald zuständige Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt wird über die Überprüfung dieses Ereignisses und die daraus gezogenen Konsequenzen informiert, sobald die Ergebnisse vorliegen.

Wie vom Gemeinderat beschlossen, wird für die zukünftige städtebauliche Entwicklung Friedrichshafens ein Flächenrecycling der ehemaligen militärischen Liegenschaften im Gebiet Fallenbrunnen durchgeführt. Hierzu werden die Flächen von kontaminierten Bodenbereichen und Kampfmittelbelastungen befreit sowie alte Baustrukturen zurückgebaut. Hier wird es in den nächsten Tagen zu weiteren Baufällungen im Bereich des DHBW Parkplatzes und an den Gebäuden 31 bis 33 (ehemalige Bootswerft Kollmar) kommen.