Donnerstag, 10. Oktober 2019

Auszeichnung für Friedrichshafen

„StadtGrün naturnah“: Friedrichshafen wird mit dem Label in Silber ausgezeichnet.
zwei Frauen und zwei Männer halten Plakat in Händen
Freuen sich über die Auszeichnung: (von links) Naomi Barker, Christoph Reize, Renate Gauß und Erster Bürgermeister Dr. Stefan Köhler.

Friedrichshafen wurde als eine von 14 Kommunen mit dem Label „StadtGrün naturnah“ in Silber ausgezeichnet und gehört damit zu den Vorreitern für mehr Stadtnatur. Den Preis nahmen Erster Bürgermeister Dr. Stefan Köhler, Renate Gauß, Christoph Reize und Naomi Barker in Bonn entgegen. Das Label gilt für den Zeitraum von 2019 bis 2022 und kann nach drei Jahren durch eine Rezertifizierung erneuert werden.

 „Mit unserem Engagement wollen wir unserer Verantwortung für den Erhalt der biologischen Vielfalt gerecht werden. Wir wollen die Grünflächen ökologisch aufwerten, um so einen attraktiven Lebensraum für die Menschen in unserer Stadt zu schaffen und unseren Beitrag für eine nachhaltige Stadtentwicklung zu leisten. Deshalb freuen wir uns besonders, dass unser Engagement mit dem Label in Silber ausgezeichnet wurde“, so Erster Bürgermeister Dr. Stefan Köhler.

Gewürdigt hat die Jury vor allem das Engagement der Stadt, das in einem sehr detaillierten Maßnahmenplan zusammengefasst und präsentiert wurde. Darin wurden zahlreiche Aktionen beschrieben, die in den nächsten drei Jahren umgesetzt werden sollen oder bereits vorgenommen wurden. Schwerpunkt ist es, die städtischen Grünflächen artenreicher und damit für Flora und Fauna wertvoller zu gestalten. Dazu werden in Friedrichshafen vielgemähte Rasenflächen zu blütenreichen Wiesenflächen umgestaltet wie beispielsweise beim Barbarossakreisel oder in der Keplerstraße und Ehlersstraße. Heimische Sträucher und Bäume wurden im Stadtgebiet gepflanzt wie zum Beispiel auf dem Maybachplatz. In vier Kreiseln im Stadtgebiet wurden darüber hinaus Staudenmischungen angepflanzt.

Auch das Projekt der Wanderbäume, die “rosa Holzkisten“, unterpflanzt mit Gemüse, die als temporäre Begrünung vor kurzem vom Franziskusplatz auf den Buchhornplatz gewandert sind, oder das Grüne Zimmer, das im Frühsommer in der Fußgängerzone aufgestellt war, sind Projekte, die im Rahmen des Labelingverfahrens entstanden sind. Sie sollen darauf aufmerksam machen, wie Grün in der Stadt die Aufenthaltsqualität verbessern kann.

„Häfler Mischung“ erhält viel Lob

Viel Lob gab es von der Jury für die  „Häfler Mischung“. Die speziell für die Stadt zusammengestellte Saatgutmischung mit einer Vielzahl heimischer Arten aus dem Bodenseeraum sorgt für einen reich gedeckten Tisch für Wildbienen, Schmetterlinge und weitere Bestäuber. Auch das Förderprogramm „Mehr Natur in Friedrichshafen“ das Privatleute, Gewerbetreibende, Vereine und Institutionen bei Maßnahmen zur Erhöhung der heimischen Artenvielfalt fachlich und finanziell unterstützt sowie das Grüne Klassenzimmer trugen dazu bei, dass Friedrichshafen m it dem Label in Silber ausgezeichnet wurde.
 
Die Bilanz des Projekts, das im April 2018 begonnen wurde, kann sich sehen lassen. Bisher wurden in der Stadt rund 20.000 Quadratmeter Wiesenflächen, etwa 1.000 Quadratmeter Staudenmischpflanzungen, zahlreiche Insektennährgehölze und rund 10.000 Blumenzwiebeln gepflanzt.

Ein weiteres Augenmerk legt das Stadtbauamt auch auf den städtischen Baumbestand, dem eine Schlüsselrolle bei den Themen Klimaanpassung und innerstädtische Aufenthaltsqualität zukommt. Um die Bäume zu schützen und die Bedingungen in den immer heißer und trockener werdenden Sommern zu verbessern, werden ausgewählte Bäume entsiegelt, gedüngt und im November über ein Spezialverfahren über Injektionslanzen belüftet.

Die Auszeichnung mit Silber ist nicht das Ende des Projekts, das von der Abteilung Stadtgrün und Friedhöfe des Stadtbauamtes federführend koordiniert und in Zusammenarbeit mit der Abteilung Landschaftsplanung und Umwelt sowie den Städtischen Baubetrieben umgesetzt wird.

„Die Auszeichnung ist für uns ein Ansporn, die begonnene Entwicklung fortzuführen.  Auch die positive Resonanz aus der Bevölkerung zeigt uns, dass der eingeschlagene Weg gut und wichtig ist“, so Erster Bürgermeister Dr. Stefan Köhler.

Auch das erfreuliche Engagement der Bevölkerung beim Thema „Stadtgrün“ soll gestärkt werden. Deshalb entwickelt die Abteilung Stadtgrün und Friedhöfe derzeit ein Konzept für Baumpatenschaften.  Hier können sich Bürger künftig um städtische Bäume und dem darunterliegenden Grün kümmern.

Label für vorbildliches Engagement

Mit dem Label „StadtGrün naturnah“ werden Städte und Gemeinden ausgezeichnet, die sich durch ihr vorbildliches Engagement in Sachen naturnaher Grünflächengestaltung und Grünflächenpflege hervorheben. Der Labelvergabe liegt eine ausführliche Bestandsanalyse der bisherigen Leistungen und Zielsetzungen zugrunde, die gemeinsam mit den Pilotstädten Frankfurt am Main, Hannover, Wernigerode, Kirchhain und Neu-Anspach und sowie einer projektbegleitenden Arbeitsgruppe aus Expertinnen und Experten aus dem Bereich Stadtnatur erarbeitet wurde.

Entwickelt wurde das Label im Rahmen des Kooperationsprojektes „Stadtgrün – Artenreich und Vielfältig“ gemeinsam vom Bündnis Kommunen für biologische Vielfalt, der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und fünf Pilotkommunen. Die Auszeichnung ist Teil des Projektes „Stadtgrün – Artenreich und Vielfältig“, das von 2016 bis 2021 im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert wird.

Mehr Informationen zum Label „StadtGrün naturnah“ erhalten Interessierte unter www.stadtgrün-natunah.de.

Bundesprogramm Biologische Vielfalt

Die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) wird seit 2011 durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt unterstützt. Gefördert werden Vorhaben, denen im Rahmen der NBS eine gesamtstaatlich repräsentative Bedeutung zukommt oder die diese Strategie in besonders beispielhafter Weise umsetzen. Die geförderten Maßnahmen tragen dazu bei, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und mittel- bis langfristig in einen positiven Trend umzukehren. Sie dienen dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung sowie der Entwicklung der biologischen Vielfalt und gehen über die rechtlich geforderten Standards hinaus. Akzeptanzbildende Maßnahmen der Information und Kommunikation tragen dazu bei, das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische Vielfalt zu stärken.

Weitere Informationen zum Bundesprogramm: www.biologischevielfalt.de/bundesprogramm.html
Mehr zum Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“: www.kommbio.de  
Mehr über die Arbeit der DUH im Bereich „Stadtnatur“: www.duh.de/zielgruppen/kommunen/stadtnatur/