Donnerstag, 12. Dezember 2019

Aufruf: Freie Wohnungen melden

Oberbürgermeister Andreas Brand ruft die Häflerinnen und Häfler auf, der Stadt freie Wohnungen und Häuser zu melden. Wer eine Einliegerwohnung frei hat oder bei wem eine Wohnung nicht belegt ist, kann sich direkt an die Stadt Friedrichshafen wenden.

Die Stadt unterstützt jeden Vermieter mit einer Prämie von 250 Euro pro Person, wenn die Stadt Friedrichshafen als Mieter für eine obdachlose Person auftritt und weitere 250 Euro pro Person, wenn dann direkt ein Mietverhältnis mit dem Nutzer begründet wird. Bei direktem Abschluss des Vertrages mit dem Nutzer erhält der Vermieter 500 Euro pro Person.  „Jede leerstehende Wohnung ist schneller und besser genutzt, als Wohnungen, die wir erst noch bauen müssen. Bitte helfen Sie mit, dass Menschen Obdach, passenden Wohnraum und somit ein Zuhause in Friedrichshafen, in unseren Ortschaften oder Stadtteilen finden“, appelliert Oberbürgermeister Andreas Brand an die Einwohnerinnen und Einwohner.

Die Stadt betreut die untergebrachten Menschen und bezahlt in den Fällen, in denen sie selbst den Wohnraum anmietet, auch die Miete an den Vermieter. Nicht nur Flüchtlinge, sondern auch seit langem ansässige Menschen in Friedrichshafen und in der Region sind auf Wohnungssuche.
Die Stadt Friedrichshafen unternimmt enorme Anstrengungen, um jedes Jahr neue Wohnungen bereitzustellen. So entstanden und entstehen zwischen 2018 bis 2023 rund 350 geförderte, also besonders günstige und bezahlbare Wohnungen. Hinzu kommen noch frei finanzierte Wohnungen durch private Bauherren. Aber auch private Vermieter sind wichtig, um den Wohnungssuchenden zu helfen.

Derzeit sind über 800 Obdachlose, davon über 600 Flüchtlinge, in Friedrichshafen untergebracht. Die Integration dieser Menschen ist bisher durch hauptamtliche Unterstützung und ehrenamtliche Helferkreise sowie die dezentrale Unterbringung in Wohnungen im Stadtgebiet gut gelungen. Gleichzeitig sind der Bedarf und die Nachfrage nach Wohnraum in allen Bereichen – von der bezahlbaren Mietwohnung bis zum Wunsch nach Eigenheim – weiter hoch. Deshalb hat die Stadt ein umfangreiches Wohnraumprogramm aufgesetzt.

Das alles reicht nicht aus, um den Wohnraum zu schaffen, den die derzeit hinzukommenden 100 bis 130 Personen, überwiegend Familien mit Kindern, pro Jahr benötigen. Das sind rund 28 Prozent der momentan im Bodenseekreis unterzubringenden Flüchtlinge. Dieser Anteil an aufzunehmenden Flüchtlingen entspricht dem Anteil der Bevölkerung des Bodenseekreises, der in unserer Stadt lebt.

„Als größte Stadt im Bodenseekreis leisten wir den größten Beitrag für diese humanitäre Aufgabe. Um dieser Aufgabe nachkommen zu können, brauchen wir auch privaten Wohnraum für die Unterbringung von Flüchtlingen und obdachlosen Menschen. Unterstützen Sie uns dabei“, so OB Brand.

Interessierte können sich entweder telefonisch unter der Nummer 07541 203-0 oder 115 mit dem „Stichwort: Wohnung für Flüchtlinge“ oder per Mail an mit der Stadt Friedrichshafen Kontakt aufnehmen.