Donnerstag, 28. März 2019

Andrea Hafner erhält Dr.-Ilse-Essers-Preis

Andrea Hafner erhält 2019 den Dr.-Ilse-Essers-Preis der Zeppelin-Stiftung, der im Rahmen des Girls’Day von Bürgermeister Dieter Stauber überreicht wurde. Mit dem Ilse-Essers-Preis zeichnet die Stadt Friedrichshafen in jedem Jahr die besten Absolventinnen der technischen Studiengänge an der DHBW Ravensburg, Campus Friedrichshafen, aus. Verbunden mit dem Preis ist üblicherweise ein einwöchiger Aufenthalt in einem der weltweit agierenden Stiftungsbetriebe. Da Andrea Hafner aus zeitlichen Gründen dieses Angebot nicht annehmen kann, erhält sie einen Geldpreis in Höhe von 1000 Euro.
Preis, Verleihung
Andrea Hafner wurde 2019 mit dem Dr.-Ilse-Essers-Preis ausgezeichnet. Bürgermeister Dieter Stauber gratulierte ihr zu dem hervorragenden Abschluss und übergab ihr den Geldpreis von 1000 Euro.

Andrea Hafner kommt aus St. Veit an der Glan in Kärnten (Österreich). Schon in der Schulzeit interessierte sie sich besonders für Mathematik und Physik. Weil sie ein theoretisches Studium mit direkter Anwendung in der Praxis kombinieren wollten, entschied sich die 21-Jährige für ein Studium an der DHBW Ravensburg, Campus Friedrichshafen. Zurzeit absolviert Hafner ein Master-Studium an der Hochschule Ulm im Fachbereich System Engineering und Management. Gleichzeitig arbeitet sie als Werkstudentin im Bereich TMS bei der Uhlmann Pac-Systeme GmbH & Co. KG am Projekt „Digitale Instandhaltung - Einführung einer Instandhaltungssoftware. In der Freizeit findet Andrea Hafner Ausgleich im aktiven Pferdesport sowie in der Musik im Sinfonischen Auswahlorchester Mittelfranken.

Andrea Hafner begann nach der allgemeinen Hochschulreife in Schwabach im Oktober 2015 ihr duales Bachelorstudium an der DHBW Friedrichshafen im Studiengang „Maschinenbau, Produktionstechnik und Produktion und Management“. Im September 2018 schloss sie das duale Studium mit dem Bachelor of Engineering ab.

„Heute ist es glücklicherweise nicht mehr ungewöhnlich, Frauen im Hörsaal einer technischen Vorlesung zu entdecken. Aber Rollenbilder sind immer noch wirksam, das sieht man daran, dass es immer noch ungewöhnlich ist, Frauen in Führungspositionen von Technikunternehmen zu finden. Ich freue mich, wenn dieser Preis Sie ermutigt, Ihren Weg unbeirrbar zu gehen“, so Bürgermeister Dieter Stauber in seiner Laudatio. Ilse Essers geb. Kober war zur damaligen Zeit, so Stauber weiter,  eine echte Pionierin. Sie hat sich, dank der Unterstützung ihres eigenen Elternhauses, in der männlichen Welt durchgesetzt und sogar promoviert. „Heute klingt das so selbstverständlich, aber in den 20er und 30er Jahren war das alles andere als normal“, so Stauber

Verbunden mit dem Preis ist ein einwöchiger Aufenthalt an einem Standort der weltweit agierenden Stiftungsbetriebe ZF Friedrichshafen AG oder Zeppelin Systems GmbH. 2019 stellt die ZF Friedrichshafen AG den mit dem Preis verbundenen einwöchigen Aufenthalt zur Verfügung. „Leider ist es mir aus zeitlichen Gründen nicht möglich, den Aufenthalt in Singapur anzunehmen“, erklärt Andrea Hafner. Zum ersten Mal erhält daher eine Absolventin anstatt des angebotenen Auslandsaufenthaltes einen Geldpreis in Höhe von 1000 Euro. Die Kosten werden aus Mitteln der Zeppelin-Stiftung finanziert.  

Mit der Urkunde überreichte Bürgermeister Dieter Stauber der Preisträgerin die Biografie „Technik an meinem Lebensweg“ von Ilse Essers. Andrea Hafner ist die 18. Preisträgerin des Dr.-Ilse-Essers-Preises. Zum ersten Mal wurde der Preis 2004 verliehen. In den Jahren 2016 und 2017 wurden jeweils zwei Preisträgerinnen ausgezeichnet.


Informationen zu Dr.-Ilse-Essers-Preis
Mit der Auslobung des Preises würdigt die Stadt Friedrichshafen nicht nur die besonderen Leistungen der Preisträgerinnen, sondern achtet mit Ilse Essers auch eine Frau, die die Entwicklung der Luftfahrt nicht nur miterlebt, sondern aktiv mitgestaltet hat. Ilse Essers ist ein Vorbild für junge Studentinnen, die an der Dualen Hochschule außergewöhnliche Leistungen erbringen. Der Preis wird jedes Jahr vergeben.

Ilse Essers war die Tochter des nicht nur in Friedrichshafen bekannten Theodor Kober, der als Ingenieur für Graf Zeppelin an der Entwicklung von dessen erstem Luftschiff arbeitete. 1898 wurde sie in München geboren und zeigte schon als Kind Interesse für Mathematik und Technik. Ihre Mutter Anna sorgte dafür, dass Ilse sich auf der als Jungenschule geführten Realschule auf ein Studium in Maschinenbau vorbereiten konnte. Und so konnte sie irgendwann Technische Physik in München studieren. Doch damit war ihr Weg als Ingenieurin nicht gebahnt. Sie wurde immer wieder abgewiesen und arbeitete als Konstruktionszeichnerin, bis sie schließlich im Aachener Institut von Theodor von Karman als Flugzeugkonstrukteurin ihre Chance bekam. Von Karman förderte die junge Ingenieurin und sorgte dafür, dass ihre Ideen über die Stegbeanspruchung von Biegungsträgern, von ihrem früheren Professor als Unsinn abgetan, als Diplomarbeit anerkannt wurden.

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