Freitag, 10. August 2018

Stadt gedenkt Geburtstag Hugo Eckeners vor 150 Jahren

Mit einer Gedenkstunde an seiner letzten Ruhestätte auf dem Friedrichshafener Hauptfriedhof haben die Stadt, Vertreter der Familien Eckener, Zeppelin und Dürr, die früheren Oberbürgermeister Martin Herzog und Josef Büchelmeier, Vertreter der städtischen Gesellschaften und Stiftungsbetriebe, des Freundeskreises zur Förderung des Zeppelin Museums, des Fördervereins Zeppelin Tourismus und Bürgerinnen und Bürger an den 150igsten Geburtstag von Dr. Hugo Eckener erinnert.

Dr. Hugo Eckener ist am 10. August 1868 in Flensburg geboren. Das Wirken Hugo Eckeners brachte den Luftschiffbau in Friedrichshafen wesentlich voran. Anlässlich der sensationellen Jungfernfahrt von LZ 1 am 2. Juli 1900 beauftragte die damalige „Frankfurter Zeitung“  Dr. Eckener, über das Luftschiff zu berichten. Sein Urteil über den ersten Luftschiffversuch war skeptisch, aber sachlich. So wurde Graf Ferdinand von Zeppelin auf Hugo Eckener aufmerksam. Als das zweite Zeppelin-Luftschiff im Januar 1906 notlanden musste und durch einen Gewittersturm schwer beschädigt wurde, fuhr Dr. Hugo Eckener zur Unglücksstelle. Er sah dort den Grafen vor den Trümmern seines Luftschiffes stehen und bewunderte die menschliche Größe dieses Mannes. Als Hugo Eckener dann in seinem Bericht die Steuerfähigkeit des Luftschiffes als unzureichend bezeichnete, suchte ihn Graf Zeppelin auf und überzeugte ihn von seiner Idee. Diese Begegnung entfachte in Dr. Hugo  Eckener die Begeisterung für die Luftschifffahrt, aus der später eine langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit hervorging.

„Hugo Eckener hat die Geschichte in unserer Stadt entscheidend mitgeprägt. Er war und ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, dass große Innovationen oft von denen ausgehen, die neue Wege beschreiten, statt bewährten Wegen zu folgen. Seine Persönlichkeit lehrt uns auch 150 Jahre nach seinem Geburtstag, dass wir damals wie heute Menschen aufgeschlossen und interessiert begegnen sollten, die neue Wege gehen“, sagte Andreas Brand, Oberbürgermeister von Friedrichshafen, in seiner Gedenkrede vor rund 50 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Bürgerschaft der Stadt.

In seiner Rede ging Oberbürgermeister Andres Brand auf die Leistungen Hugo Eckeners ein, der das Luftschifferpatent erwarb und noch vor dem Ersten Weltkrieg über 1000 Luftschifffahrten unternahm. Als Instrukteur der Marineluftschiffer schulte er das Personal in Nordholz und an anderen Stützpunkten für die Luftangriffe auf England.

Nach dem Krieg setzte sich Hugo Eckener, als Geschäftsführer der Luftschiffbau Zeppelin GmbH, für die Wiederbelebung der Luftschifffahrt und den Bau großer Luftschiffe für die zivile Luftfahrt ein.

Ein bedeutender Schritt für Hugo Eckener war es, als er mit dem Luftschiff LZ 126, erstmals den Atlantik überquerte. Damals eine Weltsensation. Die Fahrt wurde zu einem Welterfolg und legte den Grundstein für die Wiederbelebung des Luftschiffgedankens.

Für diese außergewöhnliche Leistung wurde Hugo Eckener zum Ehrenbürger ernannt. In der Folge gelang es ihm, den ersten regelmäßigen Luftverkehr über den Atlantik einzurichten.

Bis 1939 war Hugo Eckener Luftschiffkapitän und unternahm weitere Weltfahrten mit der LZ 129 „Hindenburg“ und der LZ 130 „Graf Zeppelin“ sowie Fahrten nach Südamerika und an den Polarkreis. Damit war er international ein sehr bekannter Mann und das nicht nur in Fachkreisen für Luftschifffahrt.

Zum kurzzeitigen Zerwürfnis mit der Stadtverwaltung kam es Ende der 1940iger Jahre, als Dr. Hugo Eckener die Übergabe der Zeppelin-Stiftung an die Stadt abwenden wollte. Diese Irritationen wurden 1952 beigelegt und er wurde mit dem Großen Verdienstkreuz gewürdigt. Dr. Hugo Eckener verstarb am 14. August 1954 in Friedrichshafen.

Auch Dr. Uwe Eckener, Enkel Hugo Eckeners, und Wolfgang von Zeppelin für den Von Zeppelinschen Familienverband e.V., wandten sich in einer Ansprache an die Gäste der Gedenkfeier. Zu Ehren Hugo Eckeners legten Oberbürgermeister Andreas Brand für die Stadt, Wolfgang von Zeppelin für den Von Zeppelinschen Familienverband sowie Jörg Bischof und Thomas Brandt für Zeppelin LZ Kränze nieder. Das Gedenken wurde musikalisch vom Musikverein Berg begleitet.

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