Museumskonzept in Arbeit

Der Grundsatzbeschluss für den Gemeinderat wird vorbereitet – Stadtverwaltung, Zeppelin Museum und Maybach Stiftung arbeiten an Museumskonzept

Bei der Eröffnung der Maybach-Ausstellung im Herbst 2017 wurde die Zusammenarbeit der Stadt Friedrichshafen, der Familie Schmid-Maybach und der Maybach-Stiftung offiziell bekannt gegeben: Gemeinsam mit dem Zeppelin Museum wollen sie eine Konzeption erarbeiten, um Leben und Werk von Wilhelm und Karl Maybach in einer dauerhaften Präsentation zeigen zu können. Zugleich plant die Stadt eine Weiterentwicklung des Zeppelin Museums. Nachdem nun alle Beteiligten ihre Vorarbeiten vorantreiben konnten, werden derzeit die ersten Ergebnisse in einer gemeinsamen, internen Projektgruppe abgeglichen. Ziel: die Vorbereitung eines öffentlichen Grundsatzbeschlusses im Gemeinderat für ein zukunftweisendes Museumskonzept.

Oberbürgermeister Brand hatte die Idee zu einer Weiterentwicklung des Zeppelin Museums zum ersten Mal beim Jahresempfang 2017 vorgestellt – und zeigte auch gleich auf, dass eine ausgereifte Konzeption genügend Zeit benötige. Denn eine Weiterentwicklung des Zeppelin Museums werde sich nicht nur räumlich und stadtplanerisch im Hinteren Hafen auswirken, sie müsse auch konzeptionell und inhaltlich gut durchdacht und vorbereitet sein: „Die Weiterentwicklung am Hinteren Hafen muss architektonisch und gestalterisch stimmig und überzeugend sein – und im wahrsten Sinne des Wortes bei den Bürgerinnen und Bürgern genauso gut ankommen wie bei den zukünftigen Museumsbesuchern“, sagt Oberbürgermeister Brand.

Eine solche Konzeption müsse zudem Leben, Werk und Wirken von Zeppelin und den Maybachs ebenso berücksichtigen wie die Stadt- und Industriegeschichte. Eine umfassende Aufgabe, betont Brand: „Wir wollen eine gut durchdachte und vorbereitete Konzeption erarbeiten, deshalb werden wir dem Gemeinderat in einer der nächsten Sitzungen einen Grundsatzbeschluss vorlegen, in dem neben den baulichen, städteplanerischen und musealen Rahmenbedingungen vor allem auch Bürgerbeteiligung eine zentrale Rolle spielen wird.“

Ein besonderes Gewicht soll das Leben und Werk von Wilhelm und Karl Maybach in dem weiterentwickelten Zeppelin Museum erhalten. So ist es auch in der gemeinsamen Absichtserklärung formuliert, die 2017 von der Stadtverwaltung und den Maybach-Nachfahren Irmgard und deren Sohn Ulrich Schmid-Maybach vereinbart worden war: „Die Familie Maybach und die Stadt Friedrichshafen haben den gemeinsamen Wunsch, am Standort Friedrichshafen dem Gedächtnis an das Lebenswerk der beiden Visionäre Wilhelm und Karl Maybach einen würdigen Rahmen zu geben.“ Gemäß der Absichtserklärung ist der Maybach-Bereich dabei als „eigenständig erkennbarer“ Teil des Zeppelin Museums geplant.

Derzeit bauen die Familie Schmid-Maybach, der Freundeskreis Maybach Museum e.V. sowie weitere Unterstützer und Förderer eine große Sammlung auf. Diese Sammlung bildet die Basis für den Maybach-Bereich im Zeppelin Museum. Präsentieren möchte die Maybach Stiftung herausragende Beispiele für die bahnbrechenden Innovationen, mit denen Wilhelm und Karl Maybach und ihre Mitarbeiter in Friedrichshafen Mobilitätsgeschichte schrieben. Dazu zählt als größtes Sammlungsobjekt ein SVT-Schnellzug der Baureihe Köln. Züge wie dieser, im Volksmund waren sie bekannt als „Fliegende Hamburger“, „Fliegende Kölner“ und „Fliegende Leipziger“, revolutionierten in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts das Reisen. Mit ihren Maybach-Dieselmotoren lösten sie die Dampflokomotive ab und brachten Bahnreisende bei Spitzengeschwindigkeiten von 160 Stundenkilometern so schnell wie nie zuvor von einem Ort zum anderen. Ziel ist es, den „Fliegenden Kölner“ am Hafenbahnhof in das Museumskonzept zu integrieren. „Mit solch außergewöhnlichen Exponaten und einer zeitgemäßen Ausstellungskonzeption wollen wir den besonderen Maybach-Geist spürbar machen – sowohl für die Bürgerinnen und Bürger Friedrichshafens als auch für Technikenthusiasten aus aller Welt “, erklärt Ulrich Schmid-Maybach.

Der öffentliche Grundsatzbeschluss, der dann auch der offizielle Startschuss für das Museumskonzept sein wird, ist für eine der folgenden Sitzungen geplant, aufgrund der Sommerferien dann wahrscheinlich im September oder Oktober.