Donnerstag, 30. Juni 2016
Kategorie: Potzblitz

Ein kleiner Bobbycar als große Herausforderung

Im dritten Jahr entwickelt das junge Potzblitz-Forscherteam das ferngesteuerte Gefährt weiter
Paul Schimmel klebt mit der Heißklebepistole die bunten Kabel für die LED-Lampen auf der Innenseite der knallroten Bobbycar-Karosserie fest. Unterstützt wird er dabei von Johann Oleschko.
Paul Schimmel klebt mit der Heißklebepistole die bunten Kabel für die LED-Lampen auf der Innenseite der knallroten Bobbycar-Karosserie fest. Unterstützt wird er dabei von Johann Oleschko.

Vorsichtig klebt Paul mit der Heißklebepistole die bunten Kabel für die LED-Lampen auf der Innenseite der knallroten Bobbycar-Karosserie fest. Paul Schimmel ist zehn Jahre alt und der Jüngste unter den Forschern, die sich zum Teil bereits im dritten Jahr in das Projekt „WLAN-gesteuerter Bobbycar“ einbringen. Das Projekt war bereits Teil des ersten Potzblitz-Durchlaufs 2014/15, dem von der Zeppelin-Stiftung geförderten Schüler-Forscher-Programm. Am Freitag, 22. Juli, stellen sich alle diesjährigen Projekte in der Zeppelin Universität im Fallenbrunnen von 14 bis 17 Uhr der Öffentlichkeit vor.

Freitagnachmittag in der Wissenswerkstatt: der Neuntklässler Simon Berlinger aus Kluftern sitzt an einem Laptop, neben ihm liegt das Dashboard, ein selbst hergestelltes Armaturenbrett, über das der Bobbycar und die Garage gesteuert werden können – Fahrtrichtung, Geschwindigkeit, Blinker oder auch das Garagentor. „Ein Mikrocontroller steuert das Dashboard“, erklärt Simon. Aber eben der will richtig programmiert sein.

„Paul versucht euch zu erreichen“, ruft Leon Oleschko herüber, der zusammen mit eben jenem Paul Krüper zum „Ur“-Team gehört. Paul Krüper verbringt gerade ein Auslandsjahr in England und schaltet sich per Skype zu den Arbeitssitzungen dazu. Sein Bild erscheint auf dem Tablett, adrett mit Schlips und weißem Kragen. „Meine Schuluniform“, sagt er lächelnd und erklärt, wie er trotz vieler hundert Kilometer dazwischen am Ball bleibt: „Ich unterstütze Simon bei der Programmierung des Dashboards.“ Er hat den Schaltplan für die Steuerung gezeichnet und bespricht nun mit Simon EDV-Fragen. 

Neu im Team ist Lea Scheucher, die das macht, was die anderen aus ihrer Sicht oft lästige Zeit gekostet hat: Die Schülerin an der Kaufmännischen Schule in Überlingen übernimmt die Veranstaltungsorganisation, die Kommunikation und die Öffentlichkeitsarbeit. „Die Technik interessiert mich nicht“, sagt sie, „aber mich reizt es, an dem Projekt die Themen auszuprobieren, die ich auch in der Schule lerne.“ Vor sich hat sie den Entwurf für einen Flyer über das Bobbycar-Projekt.

Außer Johann Oleschko, Ingenieur bei ZF und Begleiter des Projektes seit Anbeginn, ist Florian Veit mit seinen 20 Jahren der Älteste in der Runde. Der zukünftige Elektroniker, Azubi bei ZF, betreut die Gruppe, wenn Johann Oleschko keine Zeit hat. Und er lernt gerade mit Leon die Programmiersprache, mit der dann der zentrale PC gesteuert werden soll. Hier werden, wenn alles gut geht, alle Mikroprozessoren synchronisiert und auf einander abgestimmt angesteuert werden können: der für das Dashboard ebenso wie der für das Garagentor oder für die Beleuchtung und die Kameras am Bobbycar. Die sind nötig, damit eines Tages das kleine Fahrzeug über einen Monitor auch aus weiter Entfernung per WLAN steuerbar ist.

„Das Projekt ist sehr komplex“, fasst Johann Oleschko zusammen, warum sich hier Forschungsmaterial für so viele Jahre verbirgt. „Die Jugendlichen lernen den Erfolg der kleinen Schritte kennen, die Notwendigkeit, sich aufeinander und auf die je eigenen Ergebnisse einzulassen.“

Eines ist klar: der Bobbycar fasziniert bei den Präsentationen das Publikum besonders. So spielerisch er aussieht, so anspruchsvoll ist die Arbeit an ihm. Wer Lust auf eine Probefahrt hat, kann die am 22. Juli beim jungen Forschermarkt in der ZU wagen. 

www.potzblitz-fn.de