Jugendparlament befürwortet Hochpunkt

Laut Rahmenplan könnte in der Friedrichstraße am bisherigen Standort Schlossgarten ein Hochpunkt entstehen. Das Häfler Jugendparlament meldet sich in der aktuellen Debatte zum Hochpunkt mit einer eigenen Stellungnahme zu Wort.

Die Stellungnahme des Jugendparlaments im Wortlaut: „Wir im Jugendparlament sehen es als eine tolle Initiative an, diesen Hochpunkt zu errichten und lehnen hiermit ausdrücklich den Antrag zur Beendigung der Debatte um einen neuen Hochpunkt ab.

Wir befürworten ausdrücklich einen Bau in die Höhe, anstatt in die Breite. Diese Logik sollte inzwischen allen Beteiligten aufgrund der sich immer weiter verschärfenden Auswirkungen des Klimawandels einleuchten. Nachhaltigkeit und wenig Flächenverbrauch sind die Imperative des 21. Jahrhunderts.

Den Befürchtungen der Bürgerinnen und Bürger vor einer Verschattung muss Rechnung getragen werden. Deshalb setzen wir unser Vertrauen in die Verwaltung, dass sie die Anwohner an der Ausgestaltung des Hochpunktes angemessen beteiligt.

Eine Begründung von Philipp Fuhrmann in der Sitzung des Ausschusses für Planen, Bauen und Umwelt zur Vorstellung des Netzwerk-Antrags wollte uns ganz besonders nicht einleuchten: Weil der City-Tower an damalige NS-Pläne zur Errichtung eines Hochhauses angelehnt sei, existiere keine Symmetrie zwischen dem neu geplanten und dem alten Hochpunkt. Dies scheint etwas an den Haaren herbeigezogen. Wollen wir uns wirklich noch von unserer nationalsozialistischen Vergangenheit weiter in der Gestaltung unserer Zukunft beschränken lassen?

Wir wollen Friedrichshafen voranbringen und zukunftsfähig machen, für alle Generationen. Wir wollen Friedrichshafen lebendig machen.

Noch steht nicht fest, was mit dem Hochhaus konkret geschehen soll. Wir haben allerdings eine deutliche Präferenz bei uns im Jugendparlament.

Wir stellen uns ein offenes Wohnzimmer vor, das je nach Wunsch unterschiedlich genutzt werden kann. Sowohl von Auswärtigen als auch von Häfler Bürgern. Und Häfler Bürger sind auch alle Menschen unter 20 Jahren, die sich nach Orten sehnen, die nicht um 19 Uhr die Bürgersteige hochklappen, an denen man ungestört und locker in einem coolen Ambiente zusammenkommen kann. Von solchen Orten gibt es in Friedrichshafen viel zu wenig.

Genauso denken wir auch an die positiven Auswirkungen für die Messe, für das GZH, für die Attraktivität der Unternehmen. Gute Unterkünfte und Orte der Begegnung, zum Dealmaking nach der Konferenz, zum Dialog zwischen Häflern und Auswärtigen sind absolut notwendig für die zukünftige Attraktivität in Friedrichshafen. Wir müssen proaktiv etwas dafür tun, dass wir als Stadt weiter wettbewerbsfähig bleiben und uns nicht zurücklehnen.

Insofern sprachen wir dem Gemeinderat am vergangenen Montag unsere ausdrückliche Empfehlung aus, für einen neuen Hochpunkt in Friedrichshafen zu stimmen.“