Montag, 30. September 2019

Dorothea Neukirchen liest im Stadtarchiv

Am Donnerstag, 17. Oktober liest Dorothea Neukirchen aus dem Roman „Der Reisende“ von Ulrich Alexander Boschwitz im Stadtarchiv in der Katharinenstraße 55. Beginn ist um 19.30 Uhr.

Die Lesung, die Teil der Ausstellung „Anne Frank. Ein Mädchen schreibt Geschichte“ des Landratsamtes Bodenseekreis ist, beschreibt eine Odyssee auf drei Ebenen: Da ist zum einen die Geschichte des Autors Ulrich Alexander Boschwitz, eines deutschen Juden, der den Roman „Der Reisende” im englischen Exil verfasste. Als gebürtiger Deutscher wurde er zu Kriegsbeginn interniert und nach Australien geschickt. Er starb im Alter von nur 27 Jahren als sein Schiff von den Nazis torpediert wurde.

Da ist zum anderen die Veröffentlichungsgeschichte des Romans: Direkt nach Erscheinen 1939 wurde „Der Reisende“ in England und Frankreich zu einem Riesenerfolg. Das Geburtsland des Autors erreichte das Buch jedoch erst spät. Obwohl Heinrich Böll sich schon in den sechziger Jahren dafür einsetzte, wurde es erst vor kurzem ins Deutsche übersetzt und 2018 publiziert. Zum dritten geht es um die Odyssee der Hauptfigur selbst: Um die Geschichte des Industriellen Otto Silbermann, der nach dem Novemberpogrom 1938 wider Willen zum Reisenden wurde. Da die im Roman behandelten Themen Flucht, Ausgrenzung und Menschenwürde heute wieder so aktuell sind wie eh und je, wird Dorothea Neukirchen (Schauspielerin und Autorin) nicht nur Ausschnitte aus dem Roman lesen, sondern auch eine Diskussion anregen.