Die Idee eines Treffpunkts von "Jung und Alt" stand bei der Gesamtkonzeption des neuen "Karl-Olga-Parks" Pate. Dabei ist entscheidend, dass der "Informations- und Kommunikationsbereich" so platziert wird, dass von ihm aus alle weiteren Angebote fußläufig erreichbar sind. Somit wird ein natürlicher Treffpunkt aller Generationen erreicht.
Durch den öffentlichen Kindergarten (voraussichtlich 2 Gruppen) werden sich in diesem Bereich Kleinkinder mit deren Eltern, durch die Altenpflegeschule junge Erwachsene und durch das Altenpflegeheim Seniorinnen und Senioren aufhalten. Hierdurch kann eine zwanglose Kommunikationsplattform entstehen. Vorgesehen ist, dass neben ungeplanten Begegnungen zwischen Jung und Alt auch koordinierte Treffen und Veranstaltungen zwischen den Kindergartenkindern und den Seniorinnen und Senioren stattfinden sollen.
In unmittelbarer Nähe zum "Informations- und Kommunikationsbereich" wird ein öffentliches Cafe eingerichtet werden, das sein Angebot auch auf den naheliegenden Park ausdehnen kann (Terrasse).
Die Wegeführung innerhalb des Parks wird so gestaltet werden, dass sich alle Wege nahe des Cafés bzw. des Haupteingangs treffen. Somit wird die Möglichkeit erhöht, dass das Cafe auch von der Bevölkerung angenommen und der "Karl-Olga-Park" zu einem Bestandteil des dortigen "Quartiers" wird.
Das Altenpflegeheim, die geriatrische Rehabilitation, das akutmedizinische Angebot, die Arztpraxen, das Therapiezentrum (Physio- und Ergotherapie, Logopädie), der Kindergarten sowie die Altenpflegeschule sollen mit direktem Zugang um den Informations- und Kommunikationsbereich angeordnet werden.
Das Altenpflegeheim mit 100 Betten wird in 6 Wohngruppen zu je 15 Bewohnerinnen und Bewohnern aufgeteilt. Hinzu kommt eine weitere Gruppe für zehn Seniorinnen und Senioren. Die neue Landesheimbauverordnung sieht bei Neubauten zukünftig ausschließlich Einzelzimmer vor. Dem Wunsch von Ehepaaren nach größeren Wohneinheiten innerhalb des Altenpflegeheims wird entsprochen.
Eine Wohngruppe wird für schwerst dementiell Erkrankte mit Weglauftendenz eingerichtet werden. In den anderen Wohngruppen sollen somatisch und dementiell Erkrankte integrativ versorgt werden.
Plätze für Kurzzeit- und Verhinderungspflege werden nicht explizit ausgewiesen werden. Sie werden "eingestreut". Ebenso das Angebot für die Tagespflege. Dies bedeutet, dass keine separaten Kapazitäten zur Verfügung gestellt werden, sondern sich diese Versorgungsformen in den Alltag des vollstationären Betriebs integrieren lassen.
Sowohl der Friseur als auch der Podologe werden entweder innerhalb des Altenpflegeheims oder aber in allernächster Nähe zum Altenpflegeheim angesiedelt werden, so dass kurze Wege garantiert sind.
Die Administration des Altenpflegeheims und der medizinischen Einrichtungen werden räumlich sehr engverzahnt arbeiten, um einen fließenden Übergang zwischen den Versorgungsformen zu gewährleisten.
Gleiches gilt für hauswirtschaftliche und gebäudetechnische Dienstleistungen.
Der ambulante Dienst, der sowohl hauswirtschaftliche wie auch pflegerische Leistungen für die Bewohnerinnen und Bewohner des "Wohnens mit Service (Betreutes Wohnen)" anbieten wird, wird räumlich innerhalb des Altenpflegeheims bzw. in nächster Nähe platziert sein.
Die Ansiedlung von Arztpraxen und einer Therapieabteilung (Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie) ermöglicht den Bewohnern bestmögliche – in unmittelbarer Nähe befindliche – Versorgung. Das Recht auf freie Arzt- und Therapeutenwahl bleibt selbstverständlich weiterhin bestehen.
Die Verlagerung der geriatrischen Rehabilitation und eines Teils der Akut-Medizin (ggf. Neurologie) vom Gelände des Klinikums Friedrichshafen GmbH in den "Karl-Olga-Park" komplettiert das Leistungsangebot für die Seniorinnen und Senioren innerhalb des "Karl-Olga-Parks" und stellt für die Klinikum Friedrichshafen GmbH eine Chance dar, benötigte Platzressourcen zu erschließen.
Eine unkomplizierte Abstimmung zwischen den einzelnen Leistungserbringern eröffnet den Seniorinnen und Senioren ein "mehr an Sicherheit" und für die Kostenträger (Kranken- und Pflegekassen) eine steigende Effizienz.
Die enge personelle Verzahnung zwischen dem Pflegebereich, der geriatrischen Rehabilitation und der akutmedizinischen Einheit ermöglicht eine arbeitslogistische und somit eine wirtschaftliche Optimierung. Gleiches gilt für die Therapieabteilung.
Innerhalb der Neukonzeption "Karl-Olga-Park" sollte nach dem Votum der Bürgerinnen und Bürger, die an der Bürgerinformation teilgenommen haben, die bisherige Parkanlage am Karl-Olga-Haus erhalten bleiben. Innerhalb der Parkanlage wird ein Sinnesgarten entstehen, der allen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt zur Verfügung steht und speziell den Bewohnerinnen und Bewohnern des "Karl-Olga-Parks" die Möglichkeit eröffnet, kognitive Fähigkeiten zu stärken.
Die Wohnungen des "Wohnens mit Service (Betreutes Wohnen)" sollten nicht in Gebäudeeinheit mit den übrigen Funktionen angeboten werden. Dies haben die Erfahrungen verschiedener Anbieter gezeigt. Eine räumliche Distanz – mit der Möglichkeit, die Versorgung und Unterstützung des Pflegebereichs bei Bedarf nutzen zu können – stellt ein positives Argument für Interessenten dar. Knapp fünfzig 1,5- bis 3-Zimmer-Wohnungen sollen entstehen. Jeder Wohnung wird ein Tiefgaragenplatz zur Verfügung stehen.
Unmittelbar angrenzend wird eine Seniorenbegegnungsstätte entstehen, deren Angebotsspektrum von allen Seniorinnen und Senioren des "Quartiers" genutzt werden kann.
Ausreichende Parkmöglichkeiten werden unter- und oberirdisch zur Verfügung stehen.
Eine kritische wirtschaftliche Betrachtung durch das Architekturbüro Hildebrand + Schwarz ergab, dass sowohl eine Totalsanierung des bisherigen Karl-Olga-Hauses als auch ein Teilabriss deutlich teurer wäre als die Errichtung eines funktionell zukunftsorientierten Neubaus.
Der "Lageplan" der Machbarkeitsstudie (unter Downloads in der rechten Spalte) zeigt folgende Gebäudeteile:
Frank Kontermann
Klinikum Friedrichshafen
Röntgenstraße 2
88048 Friedrichshafen
E-Mail: f.kontermann(at)klinikum-fn.de
Investitionskosten der Zeppelin-Stiftung und des Klinikums Friedrichshafen:
rund 39 Millionen Euro für das Gesamtprojekt (darin enthalten sind knapp fünf Millionen Euro für ein neues Altenpflegeheim in Fischbach, das der Öffentlichkeit aber separat vorgestellt wird)
25. November 2011: Bürgerinformation im Karl-Olga-Haus
Bis 11. Dezember 2011: Bürger können ihre Ideen, Fragen, Anregungen einbringen: Online-Formular zur Bürgerbeteiligung
1. Quartal 2012: Behandlung des Themas in den Ausschüssen und im Gemeinderat
2012: Schaffung der planungsrechtlichen Grundlagen
Spätestens Sommer 2013: geplanter Baubeginn