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Sonntag, 5. Februar 2012

Die Motoren mussten erst anspringen

Mit 3:1 (23:25, 25:15, 25:15, 25:16) besiegte der VfB Friedrichshafen den VC Gotha. Dabei benötigten die Häfler zwar einen Satz Anlaufzeit, dominierten danach aber das Spielgeschehen.

„Es ist menschlich und kann passieren, dass wir den ersten Satz verlieren“,  sagte VfB-Trainer Stelian Moculescu. „Aber es war okay. Denn dann sind die Motoren angesprungen.“

Friedrichshafen (cku). Vielleicht lag es am Zeitpunkt, vielleicht an den eisigen äußeren Temperaturen oder vielleicht am Gegner: Als die Volleyballer vom VfB Friedrichshafen am Samstagabend bei minus 15 Grad außerhalb den VC Gotha empfingen, benötigten sie einen Satz, um auf Touren zu kommen und machten danach kurzen Prozess. Mit 3:1 (23:25, 25:15, 25:15, 25:16) siegten sie und revanchierten sich damit erneut für die bittere 2:3-Niederlage in der Bundesliga-Hinrunde.

„Nach Spielen wie am Mittwoch erneut die volle Leistungsfähigkeit zu zeigen, ist schwierig. Es ist menschlich und kann passieren, dass wir den ersten Satz verlieren“,  sagte VfB-Trainer Stelian Moculescu. „Aber es war okay. Denn dann sind die Motoren angesprungen.“

Fast wirkten die Häfler nach dem Satzverlust wie ein gereiztes Raubtier. Sie agierten nun nahezu kompromisslos und ließen den Gästen aus Thüringen keine Chance. Vor 1.700 Zuschauern – darunter 550 Kinder und Jugendliche der Bodenseeschule Friedrichshafen – stellten die VfB-Akteure Gotha mit ihren Aufschlägen eines ums andere Mal vor unlösbare Probleme und waren zudem im Angriff nicht zu stoppen. Bemerkenswert: Mit Milos Vemic (12), Oliver Venno (18), Marcus Böhme (15), Joao José (12) und Idi (19) punkteten alle Angreifer im zweistelligen Bereich.

Einer aber ragte heraus: Außenangreifer Idi erwischte einen Sahnetag. Der Brasilianer mit portugiesischem Pass machte den meisten Druck im Service (20 Aufschläge, zwei Asse), nahm die meisten Bälle mit der besten Quote (22 Annahmen, 55 Prozent) an, hatte die beste Angriffsstatistik vorzuweisen (62 Prozent) und war mit 19 Zählern sogar der beste Punktesammler der Partie.

„Jede Mannschaft kommt hierher und zeigt 200 Prozent, um uns zu schlagen“, sagte VfB-Libero Nikola Rosic. „Am Anfang waren wir vielleicht ein bisschen zu locker. Danach haben wir uns mehr konzentriert, besser gespielt und verdient gewonnen.“ Die Reaktion seines Teams bewertete auch Kapitän Joao José positiv. „Wir waren zu Beginn etwas schläfrig“, sagte er. „Aber wir haben reagiert.“

Gothas Trainer Jörg Schulz trug die Niederlage mit Fassung. „Wir haben die Kopfsache ausgenutzt, dass Friedrichshafen zwischen zwei Europapokalspielen gegen einen schwächeren Gegner antreten musste und zu Beginn nicht hundertprozentig im Spiel war“, sagte er. „Wir können für ein paar Momente mithalten – bis Friedrichshafen uns zeigt, wo der Hammer hängt.“

Am Sonntag richten sich die Häfler Blicke zunächst auf den Auftritt von Generali Haching. Mit einem Sieg über die Berlin Recycling Volleys könnten sich die Bayern vorzeitig den ersten Platz der Hauptrunde sichern und zugleich dem VfB eine bessere Ausgangsposition im Kampf um Rang zwei bescheren. Mit einer Niederlage könnte sich Friedrichshafen Hoffnungen machen, Haching doch noch zu überholen und als Erster in die Play-offs einzuziehen.

Tags darauf rückt dann wieder die Champions League in den Fokus. Am Montagabend um zehn startet das Team per Bus gen Tours (Frankreich), wo am Mittwoch (8. Februar, 20.30 Uhr) das Achtelfinal-Rückspiel gegen Tours VB ausgetragen wird. Dabei hat Friedrichshafen die Chance, mit einem Sieg den Einzug ins Viertelfinale perfekt zu machen.


Spielstatistik

VfB Friedrichshafen
Aufschlag 8 Punkte, Annahme 50% (28% perfekt), Angriff 57 Punkte (12%), Block 12 Punkte, MVP: Idi Van Bemmelen, Rosic L 1, Denmark, Vemic 12, Venno 18, Zatko, Böhme 15, José 12, Idi 19, nicht eingesetzt: Späth, Jovovic

VC Gotha
Aufschlag 4 Punkte, Annahme 41% (19% perfekt), Angriff 40 Punkte (43%), Block 4 Punkte, MVP: Hähner Hermann 11, Devany, Hähner 18, Hoboth 2, Hilman 4, Rost 2, Kellermann, Andrei 7, Kneubuhl L, Ratajczak 4


Die kommenden Spiele des VfB Friedrichshafen
08.02.2012 (20.30 Uhr) CHL: Tours VB (FRA) - VfB Friedrichshafen
11.02.2012 (19.30 Uhr) BL: Berlin Recycling Volleys – VfB Friedrichshafen
15.02.2012 (20.00 Uhr) BL: VfB Friedrichshafen – Moerser SC

 


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