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Dienstag, 10. Januar 2012

200 Jahre Friedrichshafen: Ein großes Fest der Begegnung

Mit dem Konzert des Jugendsinfonieorchesters der Musikschule Friedrichshafen und Ehemaligen am Vorabend des Silvestertages ging das Jubiläumsjahr 2011 zu Ende.

Ein Jahr, das gezeigt hat: Die 200 Jahre junge Geschichte der 1811 von König Friedrich von Württemberg gegründeten Stadt ist reich – an spektakulären Ereignissen, an beeindruckenden Menschen, an wegweisenden Entwicklungen, die bis heute tragen und die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger prägen.

„Mehr Friedrichshafen war nie!“ So hatte Pfarrer Bernd Herbinger sein persönliches Resümee bereits im Sommer des Jubiläumsjahres gezogen. Und tatsächlich: aus Kluftern kam nach dem Dorffest mit Figurenfestival und Kunstlabor die Rückmeldung, dass noch nie zuvor alle Klufterner Vereine gemeinsam ein Fest gestaltet hatten: „Es war ein großes Fest der Begegnung und ein Beleg für die unglaubliche Kreativität der Bürger dieser Stadt.“ „Dass wir Bürger Gelegenheit bekamen, „unser Friedrichshafen“ zu feiern, hat meine Verbundenheit mit der Stadt und den Menschen noch vertieft,“ zog Christa Deeg, Hausfrauenbund, ihre Bilanz. Hermann Rapp berichtete angesichts von rund 200 Teilnehmern bei den Führungen durch die Schmitthennersiedlung: „Wir haben uns über die große Resonanz gefreut und darüber, einen gelungenen Beitrag zum Stadtjubiläum geleistet zu haben.“

 

Der fantastische  Zuspruch auf die Ausschreibung des Wettbewerbs im Vorfeld des Jubiläumsjahres und auch das immer wieder überwältigende Interesse des Publikums an den aus dem Ideenwettbewerb entstandenen unterschiedlichsten Veranstaltungen vor allem aus den Reihen der Bürger  zeigen, dass die Friedrichshafener sich mit ihrer Stadt identifizieren und enger zusammengerückt sind. Das war vor allem das Verdienst der Bürgerprojekte, die ausgesprochen viele Menschen mobilisieren konnten.

Das Stadtjubiläum hat über Ausstellungen und Aufführungen Menschen aus Friedrichshafen in den Blick gerückt, denen man sonst nie begegnet wäre.

 

Allein dafür hat sich das Bekenntnis dazu gelohnt, dass wir trotz des historisch jungen Alters 200 Jahre Friedrichshafen feiern wollen.

Das Stadtjubiläum hat viel mehr Effekte gezeitigt und Dynamiken entwickelt, als vorher für die Organisatoren absehbar war.

Mit dem großen Partnerschaftsfest am Vorabend des Internationalen Stadtfestes wurden erstmals politische Vertreter und Bürger aller Partnerstädte, der befreundeten Städte und des Marinefliegergeschwaders Graf Zeppelin zusammengebracht und das Netz der internationalen Freundschaft auch untereinander geknüpft.

Überhaupt die Internationalität Friedrichshafens – sie kam an vielen Stellen mit unterschiedlichsten Mitteln zum Ausdruck. Da war natürlich das 20. Internationale Stadtfest. Auch der Beitrag des Italienischen Kulturvereins, der in Stadtführungen und mit verschiedenen Veranstaltungen die Spuren der Italiener in Friedrichshafen sichtbar gemacht hat, war ebenso  originell wie erfolgreich. Das Heinrich-Heine-Straßenfest hat die Nationen in diesem Quartier zusammengebracht. Die Deutschen aus Russland haben mit einer Podiumsdiskussion und einer Ausstellung auf sich aufmerksam gemacht. Und der Schwabenkindertag (siehe unten) hat politische Gäste aus Vorarlberg, Liechtenstein und Graubünden nach Friedrichshafen geführt und die Auseinandersetzung mit diesem Thema angeregt.

Das Jubiläumsjahr wird auch in anderer Hinsicht nachwirken: Mit dem Wasserturm, den Buchprojekten aus dem Stadtarchiv und dem Technischen Rathaus, mit der Wiedereröffnung des Schlosssteges, mit der Überarbeitung der Geschichtspfadtafeln zusammen mit der Schwäbischen Zeitung oder mit der Diskussionsreihe zur Zukunft Friedrichshafens, welche die Zeppelin University auch für die folgenden Jahre angestoßen hat. Die Bürgerbäume, von denen in diesem Jahr viele Geburtstagsgeschenke an die Stadt waren, sind das trefflichste Symbol für die Zukunft. Mehrere Filme entstanden in diesem Jahr, darunter das historische Stadtporträt „200 Jahre Friedrichshafen“, der Kindergartenfilm „Hallo wir sind’s“, die Dokumentation des Musicals „Der Himmel über dem Bodensee“ oder das Stationentheater „Kommen und Gehen“.

Das Jubiläumsjahr hat auch die Gelegenheit geboten, eine breitere Öffentlichkeit auf Kapitel der Stadtgeschichte aufmerksam zu machen, die sonst eher in den Hintergrund rücken. Der Schwabenkindertag im Mai sollte zum Beispiel im Rahmen eines noch laufenden Interreg-Projektes auf Friedrichshafens Rolle als Umschlagplatz für die Hütekinder aufmerksam machen, die sich teilweise zu erbärmlichen Konditionen verdingen mussten, um zum kargen Einkommen ihrer Familien in den Bergen wenigstens einen Hungerlohn beizutragen. Aus den Ländern, aus denen die Kinder über die Alpen herunter nach Oberschwaben kamen, überbrachten Vertreter aus Graubünden, Vorarlberg und Liechtenstein ihre Anerkennung dafür, dass dieses wichtige historische Kapitel in den Blick genommen wurde. Hier schlossen sich im Laufe des Jahres dann auch das Schwabenkindertheaterstück der Droste-Hülshoff-Schule und die Schwabenkinder-Station im Rahmen des Stücks „Kommen und Gehen“ an.

Deutlich wurde in diesem Jahr auch, dass das Haus Württemberg seit der Gründung der Stadt prägend war und im Laufe der 200 Jahre wichtige Impulse gesetzt hat für den Handel und die Schifffahrt über den Bodensee, für die touristische Entwicklung und mit der Ansiedlung des Grafen Zeppelin auch für die immense industrielle und wirtschaftliche Entwicklung der Stadt bis heute. Das Haus Württemberg war auch an der Gründung des Württembergischen Yachtclubs, der sein 100-jähriges Bestehen feierte, beteiligt.

Mit der Ausstellung „Der Weg in die Moderne“ zeigte das Stadtarchiv die Entwicklungen im 19. Jahrhundert, wie sie Friedrichshafen mit den ehemaligen Reichsstädten Ulm, Ravensburg und Leutkirch einerseits verbanden, aber auch von ihnen unterschieden.

 

Die Architektur der 50er Jahre und der Städtebau der Nachkriegs- und Wiederaufbauzeit wurden mit einer Ausstellung im Dornier Museum in den Focus genommen.

Friedrichshafen hat mit seinem Jubiläum auch nach außen gewirkt: Nicht nur, dass zu vielen Veranstaltungen Menschen aus den benachbarten Städten und der Region kamen – allein das Musical „Der Himmel über dem Bodensee“ hat über die Mitwirkenden als Solisten oder im Chor Auswärtige einbezogen und damit Friedrichshafen ein gutes Stück näher gebracht. Andere Städte sind auf das Konzept des Stadtjubiläums aufmerksam geworden und interessieren sich für diesen Ansatz.

Für die Organisatoren war es zudem erfreulich zu erleben, wie sich die Medien vor Ort auf das große Fest eingelassen und es in all seinen Aspekten begleitet haben – mit oft umfangreicher und engagierter Berichterstattung. Sie waren nicht unerheblich daran beteiligt, dass der Spannungsbogen über 365 Tage und zwölf Monate gehalten werden konnte. Sie haben denen, die das Jubiläumsjahr „gemacht“ haben, den Menschen hinter und vor den Kulissen das Forum geboten, das ihnen gebührte. Die gesammelten Presseartikel füllen bereits drei große Ordner.Infos unter www.fn-2011.de

 

Mehr Friedrichshafen war tatsächlich nie!


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