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Donnerstag, 22. Dezember 2011

Erfolgreiche Achterbahnfahrt

Erst gekämpft, dann gewonnen: Mit 3:1 (23:25, 25:22, 25:23, 27:25) besiegte der VfB Friedrichshafen im vierten Vorrundenspiel der 2012 CEV Volleyball Champions League Rumäniens Meister Remat Zalau.

Um das Achtelfinale zu erreichen, benötigen die Häfler nun nur noch einen Punkt aus den beiden ausstehenden Begegnungen gegen Asse-Lennik (Belgien) und Kazan (Russland)

Baia Mare (cku). Stelian Moculescu war verblüfft und bewegt zugleich, als er sich wenige Minuten nach Ende der Partie zwischen Remat Zalau (Rumänien) und dem VfB Friedrichshafen in Richtung Zuschauer wandte. „Moculescu, Moculescu, Moculescu“, skandierte dort eine Gruppe Volleyballfans und machte kurz darauf durch den Zusatz „Romania, Romania, Romania“ klar, dass sie sich nicht etwa den Häflern, sondern den Gastgebern aus dem zirka 100 Kilometer vom Spielort Baia Mare entfernten Zalau zugehörig fühlten.

Moculescu gegenüber war es eine kleine Liebeserklärung und zugleich Ausdruck des Respekts. Auch für die Leistung, mit der gebürtige Rumäne und Nationaltrainer der rumänischen Volleyballer sein Team in der 2012 CEV Volleyball Champions League zum 3:1 (23:25, 25:22, 25:23, 27:25) über Zalau führte und damit auch erfolgreich der in der Mannschaft grassierenden Grippewelle trotzte.

Der dritte Sieg im vierten Vorrundenspiel der europäischen Königsklasse allerdings war bei weitem kein Spaziergang, sondern eine Achterbahnfahrt, die ein erfolgreiches, aber auch durchaus verdientes Ende fand und mit drei Punkten belohnt wurde. „Drei Punkte sind wunderbar“, sagte Moculescu, als sich die Emotionen nach der nervenaufreibenden Partie gelegt hatten. „Das ist das, was wir wollten.“ Zuvor jedoch erlebte er ein stetiges Auf und Ab seines Teams, das sich damit das Leben schwerer machte als eigentlich notwendig.

„Am Anfang dachten wir, es würde so laufen wie beim 3:0 zu Hause“, sagte Kapitän Joao José. „Wir haben es nicht zu leicht genommen, aber zu verhalten begonnen.“ Dann, resümierte der Portugiese, habe man das Spiel im Grunde genommen unter Kontrolle gehabt, wenn sich nicht immer wieder unnötige Fehler eingeschlichen hätten. „Viele davon waren dumm“, sagte er. „Dadurch sieht es manchmal so aus, als würden wir gegen uns selbst spielen.“

Im vierten Satz beispielsweise lag der VfB bereits komfortabel mit 13:8 in Front, musste aber beim 14:14 den Ausgleich hinnehmen und konnte danach immer wieder herausgespielte Führungen nicht entscheidend nutzen. Stattdessen sahen sich die Häfler auf einmal sogar mit einem Satzball Zalaus und der Gefahr, mindestens einen wertvollen Punkt im Vorrunden-Ranking zu verlieren, konfrontiert, wehrten diesen jedoch ab und nutzten ihrerseits die zweite Möglichkeit zum Satz- und Spielgewinn.

„Manche Sachen machen wir wirklich exzellent. Wenn wir dann aber einen Ball abgeben und nicht sofort den Sideout machen, bekommen wir Angst“, sagte Zuspieler Juraj Zatko, der in Baia Mare aufgrund der grippebedingten Abwesenheit von Nikola Jovovic alleine Regie führen musste, und fügte schmunzelnd hinzu: „Diese Situationen bringen mich noch ins Grab."

Da sich Zenit Kazan (Russland) am Dienstagabend nur mit 3:2 gegen Euphony Asse-Lennik (Belgien) durchsetzte, benötigt Friedrichshafen in den beiden ausstehenden Vorrundenspielen gegen Asse-Lennik am 10. Januar und Kazan am 18. Januar noch einen Punkt, um den Einzug ins Achtelfinale der Champions League perfekt zu machen. „Ein wenig ärgere ich mich ja jetzt über Kazan“, so Zatko. „Aber was soll es – wir haben es selbst in der Hand, die nächste Runde zu erreichen.“


Spielstatistik


Remat Zalau
Aufschlag 5 Punkte, Annahme 49% (43% perfekt), Angriff 47 Punkte (42%), Block 10 Punkte Dos Santos 16, Josifov, Mihalcea 5, Maries, Mozer 14, Nagy 24, Massinatori 3, Sladecek, Stoian, Feher L, nicht eingesetzt: Pascan, Laza

VfB Friedrichshafen
Aufschlag 8 Punkte, Annahme 59% (44% perfekt), Angriff 54 Punkte (49%), Block 9 Punkte Jarmoc 1, Späth, Rosic L, Denmark, Vemic 10, Venno 23, Zatko 4, Böhme 12, José 9, Idi 10, nicht eingesetzt: van Bemmelen, Jovanovic


Die kommenden Spiele des VfB Friedrichshafen
27.12.2011 (19.30 Uhr) DVV-Pokal – Halbfinale: Moerser SC – VfB Friedrichshafen
29.12.2011 (20.00 Uhr) BL: TV Bühl – VfB Friedrichshafen
07.01.2012 (19.00 Uhr) BL: Netzhoppers KW-Bestensee – VfB Friedrichshafen


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