In einer hart umkämpften Partie lieferten sich die beiden Bundesliga-Giganten ein packendes Duell auf Augenhöhe.
Schien der VfB im entscheidenden Satz durch eine Vier-Punkte-Führung zunächst auf der Gewinnerstraße, vergab er anschließend zwei Matchbälle und unterlag am Ende dem Tabellenführer in fünf Sätzen
Ein Blick in die Gesichter der Häfler Volleyballer genügt, um zu spüren, was in ihnen vorgeht. Enttäuschung, Tristesse und Niedergeschlagenheit dominieren jetzt die Gemütslage der Profis. Kaum zu fassen ist das, was sich vor einigen Sekunden auf dem Feld in der ZF Arena abgespielt hat. Nachdem sie zwei Matchbälle hergeschenkt hatten, mussten die Häfler mit ansehen, wie Tabellenführer Generali Haching vor einer Rekordkulisse von 3.600 Zuschauern den Sieg an sich riss.
Dabei startete das Duell der Ligagiganten ganz im Sinne des VfB Friedrichshafen. Von Beginn an zeigten die Hausherren großes Selbstvertrauen und ließen den Gegner nicht ins Spiel kommen.
VfB-Kapitän Joao José beendete schließlich den ersten Satz mit seinem Ass zum 25 zu 20. Im zweiten Spielabschnitt überließ der VfB seinem Gegner das Spielgeschehen durch zu viele leichte Fehler und verlor diesen mit 18 zu 25.
Im dritten Satz zeichnete sich ein ähnliches Bild ab wie bereits im ersten. Souveräne Hausherren demonstrierten ihre Heimstärke und gingen mit 2 zu 1 in Führung. Im vierten Spielabschnitt konnten die Gastgeber zwar lange mithalten, hatten aber in der entscheidenden Phase das Nachsehen. „Wir konnten unsere Leistung nicht konstant über alle fünf Sätze abrufen“, sagte der enttäuschte Außenangreifer Milos Vemic. „Das ist eine große Enttäuschung für uns.“
Beim zwischenzeitlichen Stand von 10 zu 6 im fünften Satz waren sich wohl die meisten Zuschauer in der ZF Arena schon sicher, wer dieses Spiel gewinnen würde. Sie hatten die Rechnung allerdings ohne Generali Haching gemacht. Der Tabellenführer setzte zu einer Aufholjagd an und demonstrierte, warum die Bayern bislang kein Spiel verloren hatten.
Zuvor bot sich dem VfB die Chance, zwei Matchbälle zu verwandeln. Diese ließ er jedoch ungenutzt. „Wir haben das Spiel unnötig hergeschenkt", sagte VfB-Trainer Stelian Moculescu. „Im fünften Satz haben wir vergessen, bis zum Ende besser zu spielen."
Am Ende hieß es 2 zu 3 aus Sicht des VfB Friedrichshafen. Tabellenführer Haching bleibt weiterhin unbesiegt und entschied damit womöglich den Kampf um die bestmögliche Ausgangsposition für die Play-offs. „Wir hatten die Chance zu gewinnen, haben aber zu viele dumme Fehler gemacht“, sagte Diagonalangreifer Oliver Venno. „Wenn wir Meister und Pokalsieger werden wollen, müssen wir besser spielen als heute.“
VfB-Zuspieler Juraj Zatko sieht den Grund für diese Niederlage auch in den vielen kleinen Unachtsamkeiten. „Wir haben so viele einfache Situationen nicht genutzt“, so Zatko. „Realistisch gesehen haben wir jetzt keine Chance mehr, den ersten Platz der Normalrunde zu erreichen.“ Hachings Trainer Mihai Paduretu weiß allerdings um den Seltenheitswert solcher Spiele. „Das war das zweite Mal in zwölf Jahren, dass wir in Friedrichshafen gewinnen konnten.“ Bleibt für den VfB zu hoffen, dass sich dies nicht so schnell wiederholt – schließlich ist die Wahrscheinlichkeit in Meisterschaft und Pokal sehr hoch, dass beide Teams nochmals aufeinander treffen.
Spielstatistik
VfB Friedrichshafen
Aufschlag 9 Punkte, Annahme 49% (26% perfekt), Angriff 60 Punkte (50%), Block 8 Punkte Jarmoc 11, Rosic L, Denmark, Vemic 9, Venno 25, Zatko 5, Böhme 10, José 7, Idi 6, Späth, Jovovic, Jovanovic nicht eingesetzt: Van Bemmelen.
Generali Haching
Aufschlag 7 Punkte, Annahme 52% (20% perfekt), Angriff 47 Punkte (45%), Block 14 Punkte Den Boer, Kaliberda 9, Cedeno 8, Skladany 2, Günthör 13, Hirsch, Hupka L, Strohbach 1, Friedrich, Dünnes 20, Shafranovich 13.
Die kommenden Spiele des VfB Friedrichshafen
21.12.2011 (18.00 Uhr MEZ) CL: Remat Zalau (ROM) – VfB Friedrichshafen
27.12.2011 (19.30 Uhr) DVV-Pokal – Halbfinale: Moerser SC – VfB Friedrichshafen
29.12.2011 (20.00 Uhr) BL: TV Bühl – VfB Friedrichshafen
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