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Donnerstag, 15. September 2011

Tempo 30 in Fischbach

Lärmaktionsplan Bodensee-Oberschwaben nimmt Fahrt auf - Erste Maßnahmen im September umgesetzt

Insgesamt 13 Städte und Gemeinden haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam etwas gegen Lärm zu unternehmen. Basierend auf der Umgebungslärmrichtlinie der Europäischen Union und den Vorschlägen der Landesregierung Baden-Württemberg werden nun Lärmminderungsmaßnahmen umgesetzt – zunächst mit dem Schwerpunkt Verkehrslärm.

 

„Wir fahren auf leise ab“ – unter diesem Motto startet die Arbeitsgemeinschaft Lärmaktionsplan Bodensee-Oberschwaben parallel zur Einführung der ersten Maßnahmen eine breit angelegte Informationskampagne. Ziel ist es, auf die Hintergründe, die Vorteile, aber auch auf weit verbreitete Vorurteile in Bezug auf die geplanten Maßnahmen – vor allem Temporeduzierungen – hinzuweisen.

 

Los geht`s in Friedrichshafen und in Hagnau. In Friedrichshafen werden ab 15. September an der Ortsdurchfahrt der B 31 durch Fischbach und auf der Inneren Umgehung zwischen Landratsamt und Maybachplatz von 22 bis 6 Uhr nachts Tempo 30 statt Tempo 50 gelten. „Wir versprechen uns von dieser Temporeduzierung eine merkliche Lärmminderung in der Nacht – und damit mehr Ruhe für die Anwohner und mehr Lebensqualität“, so Friedrichshafens Bürgermeister Peter Hauswald, dessen Amt für Bürgerservice, Sicherheit und Umwelt die Maßnahmen vorbereitet und mit den zuständigen Behörden und Interessensgruppen abgestimmt hat.

Eine Temporeduzierung ist kurzfristig die wirksamste und kostengünstigste Lösung“, begründet Hans-Jörg Schraitle, Leiter des Amtes für Bürgerservice und der Unteren Verkehrsbehörde die in Friedrichshafen beschlossenen Maßnahmen. Die Ortsdurchfahrt der B 31 in Fischbach wird täglich von 21.500 Kraftfahrzeugen befahren. Davon sind tagsüber rund 10%, nachts sogar 15% schwere Lkws. Hier wird in Kürze nachts Tempo 30 gelten. Dies bewirkt eine Verringerung des durchschnittlichen Lärmpegels um 2,5 bis 3 Dezibel. "Für die Anwohner wirkt diese ermittelte Lärmverringerung so, als würden nachts auf einen Schlag nur noch halb so viele Autos durch Fischbach fahren", erläutert Schraitle.

 

Damit sich der Verkehr nicht auf andere Strecken verlagert und somit die Belastung anderenorts erhöht, wurden alle Maßnahmen von einer interkommunalen Arbeitsgruppe in Zusammenarbeit mit dem Regionalverband Bodensee-Oberschwaben sorgfältig untersucht. "Ein Ausweichen auf andere Strecken lohnt sich nicht, da dadurch niemand schneller ans Ziel kommt", so Schraitle.

 

Zur interkommunalen Arbeitsgruppe gehören Bad Waldsee, Biberach, Friedrichshafen, Hagnau, Markdorf, Meckenbeuren, Oberteuringen, Ravensburg, Tettnang, Überlingen, Uhldingen-Mühlhofen, Wangen im Allgäu und Weingarten.

Nach Friedrichshafen und Hagnau werden auch die anderen Städte und Gemeinden in Kürze beginnen, aktiv Maßnahmen umzusetzen. Von Temporeduzierungen über Lärmschutzwände bis hin zu Verlegung von Flüsterasphalt reichen die geplanten Aktionen. „Bei den heute an vielen Hauptdurchgangsstraßen erreichten Lärmbelastungen sind wir gesetzlich verpflichtet zu handeln“ begründet Hagnaus Bürgermeister Simon Blümcke die geplanten Maßnahmen.

 

Am Donnerstag, 15. September wurden im Rahmen der Auftaktveranstaltung in Friedrichshafen die konkreten Maßnahmen sowie die begleitende Informationskampagne vorgestellt. Dazu zählen neben Großplakaten entlang der betroffenen Straßenabschnitte auch ein Flyer und eine eigene Internetseite, die ab Ende September frei geschaltet sein wird. Unter www.leise-abfahren.de  veröffentlichen alle teilnehmenden Städte und Gemeinden aktuelle Informationen zum Sachstand ihrer Lärmaktionsplanung.


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