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Montag, 14. Juli 2008

Stadt Friedrichshafen bietet MTU Standort für Materialwirtschaftszentrum an

Interkommunale Chance für Kluftern und Immenstaad

Die Stadt Friedrichshafen sieht in der Ausweisung eines neuen Gewerbegebietes zwischen Kluftern und dem bestehenden Gewerbegebiet „Steigwiesen“ die einzige Möglichkeit zum Bau eines Materialwirtschaftszentrums (MWZ) der MTU. Dort steht eine Grundstücksfläche von etwa 22 ha zur Verfügung, die logistisch günstig direkt an der Landesstraße L 207 liegt.

„Friedrichshafen ist eine Industriestadt und muss auch in Zukunft industriefreundlich sein. Es ist deshalb selbstverständlich notwendig, für hiesige Unternehmen wie die MTU, die ZF oder andere Betriebe Entwicklungschancen aufzuzeigen und Erweiterungs-Flächen anzubieten“, so Oberbürgermeister Josef Büchelmeier.
Nach dem Bürgerentscheid in der Gemeinde Salem hat sich Friedrichshafen der Verantwortung zur Sicherung von 5.500 Arbeitsplätzen in der Stadt gestellt und ist bereit, entsprechende Flächen zu erwerben, auszuweisen und planerisch umzusetzen. Es geht dabei nicht nur darum, eine Fläche für das neue Materialwirtschaftszentrum auszuweisen. Mittelfristig geht es auch um die Flächensicherung. Dadurch erhält die MTU die Option, eine mögliche weitere betriebliche Entwicklung vorzunehmen. Damit verbunden ist die Chance, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Dafür ist eine Fläche mit einer entsprechenden Erweiterungsoption und einem geeigneten Zuschnitt erforderlich. Oberbürgermeister Josef Büchelmeier und Erster Bürgermeister Dieter Hornung haben unverzüglich auf die Situation reagiert und nach entsprechenden Flächen gesucht.

„Die MTU ist ein Unternehmen, das schon seit fast 100 Jahren in Friedrichshafen ansässig ist und weltweit anerkannte Motoren und herausragende Produkte herstellt. Ich sehe mich in der Pflicht für die MTU eine Lösung für die Erweiterung zu schaffen. Die Sicherung von Arbeitsplätzen am Standort Friedrichshafen hat für mich stets eine hohe Bedeutung“, so Oberbürgermeister Josef Büchelmeier. Wichtig ist der Erhalt der Produktionsstätten in Friedrichshafen. Mit der Ansiedlung des Materialwirtschaftszentrums in Kluftern-Immenstaad wird ein Beitrag zur Sicherung der Arbeitsplätze geleistet. Friedrichshafen muss, so Büchelmeier, eine industriefreundliche Stadt sein.

In den vergangenen Wochen wurden zahlreiche Gespräche zwischen den Verantwortlichen der Firma Tognum/MTU und Oberbürgermeister Josef Büchelmeier, Erstem Bürgermeister Dieter Hornung sowie dem Amt für Vermessung und Liegenschaften und dem Stadtplanungsamt geführt und verschiedene Standorte für die Ansiedlung des Materialwirtschaftszentrums auf der Gemarkung Friedrichshafen überprüft.

„Wir haben alle möglichen Standorte in der Stadt einer Prüfung unterzogen“, so Oberbürgermeister Josef Büchelmeier. Als einziger Standort kommt eine Fläche in Kluftern beim Gewerbegebiet „Steigwiesen“ in Frage. „Hier könnten das Materialwirtschaftszentrum und später ein weiteres Produktionswerk angesiedelt werden“.

Das Unternehmen begrüßt die Bereitschaft der Stadt Friedrichshafen zur Ausweisung eines solchen Gewerbegebiets. „Nach einer ersten Prüfung sehen wir den Standort als geeignet an“, sagt Tognum-Vorstandsmitglied Dr. Gerd-Michael Wolters. „Für uns ist das Materialwirtschaftszentrum Kluftern der entscheidende Beitrag, um mit einer effizienten Logistik die Produktion in den Werken 1 und 2 in Friedrichshafen abzusichern“, so Wolters weiter.

Unabdingbare Mindestanforderungen an einen Standort waren die städtebauliche und landschaftliche Einbindung bzw. Einfügung des Materialwirtschaftszentrums in die Umgebung, die Anbindung an ein bestehendes Gewerbegebiet und eine gute Straßenanbindung sowie die Verfügbarkeit der Grundstücke. Werden alle diese Aspekte berücksichtigt, kommt nach intensiver Abwägung und Prüfung alternativer Standorte nur die Fläche zwischen dem Gewerbegebiet „Steigwiesen“ der Gemeinde Immenstaad und der Ortschaft Kluftern entlang der L 207 in Anfrage.

„Das Materialwirtschaftszentrum sollte so nah wie möglich an die Werke 1 und 2 des Unternehmens angesiedelt werden“, so Erster Bürgermeister Dieter Hornung. Damit, so Hornung, sind die Wege für den täglichen Pendelverkehr kurz. Das Gelände zwischen Kluftern und Immenstaad ist etwa sieben Kilometer vom Montagewerk in Manzell (Werk 2) entfernt. Außerdem wird durch die Zentralisierung des Lieferverkehrs auf einen Standort der Lieferverkehr zwischen bisher zehn Lagerstandorten in der Region bis hinter Biberach reduziert werden. Dies, so Hornung weiter, bewirke unterm Strich verkehrlich betrachtet sogar eine bessere Gesamt-Ökobilanz als bisher.

Im Materialwirtschaftszentrum werden Motorenteile aus eigener Fertigung sowie von externen Lieferanten angeliefert und gelagert. Entsprechend den Abrufen des Montageswerks werden sie dann so zusammengestellt, dass komplette Teilesätze zur Montage geliefert werden können.

Das Stadtplanungsamt und das Amt für Vermessung und Liegenschaften haben in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der MTU einen ersten Lösungsvorschlag erarbeitet, der dem Gemeinderat am kommenden Montag in der nicht öffentlichen Sitzung vorgelegt wird. Zudem wurden in einer ersten Informationsveranstaltung die betroffenen Grundstückseigentümer informiert. Die Verhandlungen sollen in den nächsten Tagen intensiv fortgeführt werden.

Ortsvorsteher Clifford Asbahr wie auch Immenstaads Bürgermeister Jürgen Beisswenger sehen den mit der Ansiedlung verbundenen Flächenverbrauch und die damit verbundenen Opfer für die Grundstückseigentümer, insbesondere die Landwirtschaft, betonten jedoch die Notwendigkeit, den Lösungsvorschlag im Interesse des Erhalts der wichtigen Arbeitsplätze der MTU vor Ort zu unterstützen.

„Wir werden nun mit der Gemeinde Immenstaad und den Betroffenen in Kluftern weitere Gespräche führen“, erklärt Erster Bürgermeister Dieter Hornung. Dabei, so Hornung, geht es um die Entwicklung eines interkommunalen Gewerbegebietes und um die Klärung offener Fragen.

Um die planerische Umsetzung schnellstmöglich angehen zu können, wird dem Gemeinderat in einer Sondersitzung, die für den 17. Juli geplant ist, die Fassung des Aufstellungsbeschlusses für die Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung eines Bebauungsplanes von Seiten der Stadtverwaltung empfohlen.


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