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Von Altbuchhorn bis zu Buchhorn und Hofen

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Von Altbuchhorn bis zur Auseinanderentwicklung von Buchhorn und Hofen

Die Wurzeln der Stadt reichen zurück bis zur Gründung des Alemannendorfs Alt-Buchhorn im 5. Jahrhundert. Vor 1241 erhielt Buchhorn die Stadtrechte, um 1275 wurde der Status einer Freien Reichsstadt bestätigt.


Historische Wurzeln der heutigen Stadt Friedrichshafen

Im Friedrichshafener Stadtbild sind die wesentlichen Grundlagen, aus denen sich die Stadt bis zur Gegenwart entwickelt hat, trotz der Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg erkennbar geblieben: das Schloss als Barockbau des ehemaligen Klosters Hofen, die Altstadt mit ihrer Verwurzelung in der Reichsstadt Buchhorn, die klassizistisch-symmetrische Neustadt zwischen beiden und die im Umfeld angesiedelten Industriebetriebe. Diese Elemente repräsentieren vier Phasen in der historischen Entwicklung, die sich durch grundverschiedene Zielsetzungen voneinander abheben.

Alt-Buchhorn

Am Beginn, einsetzend mit der urkundlichen Ersterwähnung Buchhorns in einer Urkunde von 838, stand eine herausragende Funktion als zentraler Ort für den nördlichen Bodenseeraum. Hier wurden von Grafen des Karolingerreiches Rechtsakte vorgenommen und beurkundet, die teils weit entfernte Orte betrafen. Dieses alte Buchhorn war ein königlicher, den jeweiligen Grafen offenbar als Amtsausstattung zugewiesener Ort. Seine Bauten lagen entlang der heutigen Werastraße, wobei ein vom Bauerndorf deutlich abgesetzter Herrenhof am Platz des heutigen Schlosses anzunehmen ist.

Dieser Ort erfuhr eine neue Aufwertung, als er im Zuge einer Besitzteilung der Bregenzer Ulriche, dem führenden Grafenhaus des Bodenseeraumes, um 1040 zum Sitz einer neuen Linie erkoren wurde. Ein Ausbau für die neue Aufgabe schloss sich an. Dazu zählt auch die um 1085 zu datierende Stiftung eines Frauenklosters innerhalb der Burganlage. Dieses Benediktinerinnenkloster sollte durch immerwährendes Gebet für die Stifterfamilie deren Seelenheil sichern und die Grablege des vornehmen Hauses aufnehmen. Ein unrühmliches Ende des Grafenhauses im Jahr 1089 und der folgende Herrschaftsantritt der bislang konkurrierenden Welfen aus dem Schussental verhinderten eine weitere Entfaltung des jungen Grafensitzes und des eben erst entstandenen Klosters. Burg und Kloster Buchhorn sollten keine ernste Konkurrenz zu Altdorf und Weingarten bzw. zum neuen welfischen Machtzentrum auf der Ravensburg werden.

Auseinanderentwicklung von Buchhorn und Hofen

Erst der Erbanfall von den süddeutschen Welfen an die Staufer (1191) führte zu einem neuen Entwicklungsschub. In großräumigen Dimensionen denkend, erkannten die Staufer die herausragende Verkehrslage von Buchhorn in der Mitte des Obersees. Sie riefen am Ostrand der Bucht einen um 1215 erstmals bezeugten Marktort ins Leben, der bald (vor 1241) die Stadtrechte erhielt und als staufischer Ort Reichsunmittelbarkeit erlangte. Für das von den Welfen an ihr Hauskloster Weingarten übereignete Frauenkloster Buchhorn, das weiterhin klein gehalten wurde, kam nun der Name Hofen auf. Das alte Bauerndorf Buchhorn nannte man nun mehrere Jahrhunderte lang schlicht Dorf bei Buchhorn, bis auch hier der Name Hofen Einzug hielt. Versuche, die Abhängigkeit von Weingarten zu lockern, führten 1419 zur Aufhebung des Frauenklosters, so dass in der Folge bis 1594 nur noch eine Titularpropstei an das vormalige Kloster erinnerte. Ein Neubeginn kam erst im Barock zustande. Von 1702 bis 1802 erlebte Hofen als Weingartner Priorat mit einem Konvent von meist 10 bis 18 Patres eine letzte Glanzzeit nach der Benediktinerregel.

Die Stadt Buchhorn hatte im 13. Jahrhundert ihre Position gegen die älteren und schon stärker entfalteten Städte Überlingen, Konstanz und Lindau zu behaupten. Verpfändungen durch die meist in Geldnot befindlichen Könige und einige Katastrophen (wie ein Überfall mit Ausplünderung 1291 und ein Stadtbrand 1363) bremsten die Entwicklung nachhaltig, so dass die Stadt schließlich zu einer Rolle als unbedeutende reichsfreie Kleinstadt verurteilt blieb und ihre verkehrsgünstige Lage nicht recht ausschöpfen konnte. Am großen Aufschwung der Nachbarstädte durch den Aufbau europaweiter Handelsnetze vom späten 14. bis frühen 16. Jahrhundert konnte Buchhorn nicht mitwirken. Ein bedrohlicher Verfall der städtischen Finanzen wie der Gewerbe setzte aber erst im Dreißigjährigen Krieg ein. Erst der 1755 mit Bayern vereinbarte gewinnträchtige Umschlag bayerischen Salzes in die Schweiz führte einen fast 50 Jahre andauernden wirtschaftlichen Aufschwung herbei, der in den Revolutionskriegen nach 1796 ein rasches Ende fand und in ein neues Finanzdesaster mündete.

 

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Bei Fragen zur Geschichte der Stadt Friedrichshafen können Sie sich jederzeit gerne an das Stadtarchiv Friedrichshafen wenden:

 

Stadtarchiv
Katharinenstr. 55
88045 Friedrichshafen 

Telefon : (07541) 209 1 50
FAX : (07541) 209 1 90
stadtarchiv(at)friedrichshafen.de

  

Download:
Broschüre Sanierung Altstadt und nördliche Innenstadt 1986-2006 (11 MB)


Links:

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http://www.uni-protokolle.de