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Umweltleitbild und -programm

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Umweltleitbild und -programm

 

Umweltleitbild für die Stadtentwickung Friedrichshafen
(vom Gemeinderat einstimmig beschlossen am 21.06.2004 (DS-Nr. 26.1/2004), veröffentlicht im Umwelt- und Nachhaltigkeitsbericht 2003, Schriftenreihe Umwelt der Stadt Friedrichshafen, Band 2, Seite 145-147)


Präambel
Unser Ziel ist die Sicherung einer ökologisch zukunftsfähigen Entwicklung des Stadt-gebiets. Dies verlangt von der Stadtverwaltung und allen Bürgerinnen und Bürgern ein nachhaltiges Wirtschaften mit den natürlichen Ressourcen und die Minimierung belastender Emissionen. Besonders in den Bereichen Flächennutzung, Energieversorgung und Lärmschutz stehen wir vor großen Herausforderungen, um unsere Gesundheit und eine hohe Lebensqualität für die Zukunft zu erhalten. Zu diesem Zweck werden wir die in unserer Verantwortung liegenden Umweltschutzmaßnahmen umsetzen und die Bürgerschaft dabei unterstützen, das Ihrige dazu beizutragen.


Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Wir wollen der Innenentwicklung durch flächensparende und verdichtete Bauweise angemessene Priorität verleihen und den dörflichen Charakter der Ortsteile erhalten. Wir streben eine Funktionsmischung von Arbeiten und Wohnen, Bildung, Spielen und Freizeit sowie Einkaufen und Dienstleistung an, um Friedrichshafen in allen Ortsteilen zu einer Stadt der kurzen Wege zu machen. Im Gebäudebestand fördern wir eine energetische Sanierung unter der Prämisse der CO2-Minderung und schaffen im Neubaubereich Voraussetzungen für eine ökologisch orientierte Bauweise sowie den Einsatz erneuerbarer Energieformen.

Den Boden und das Grundwasser achten wir als nicht vermehrbares Gut. Bedeutende bauliche Vorhaben unterziehen wir einer Umweltverträglichkeitsprüfung und stellen im Rahmen unseres Ökokontos die erforderlichen Ausgleichsflächen bereit. Durch Altlasten kontaminierte Böden werden wir soweit erforderlich sanieren. Abfälle vermeiden wir soweit wie möglich und ziehen die Verwertung der Entsorgung grundsätzlich vor.

Der Bodensee dient Friedrichshafen und über vier Millionen weiteren Menschen als Trinkwasserreservoir. Nicht zuletzt deshalb werden wir durch konsequente Abwas-sererfassung und -reinigung und die Reinhaltung seiner Zuflüsse zur Sicherung der Wasserqualität des Bodensees beitragen. Durch Schutz noch naturnaher und Sanierung verbauter Uferabschnitte wollen wir das Ökosystem des Sees weiter stabilisieren.


Naturschutz und Landschaftspflege
Unsere reichhaltige Kulturlandschaft mit der noch vorkommenden Vielfalt an Pflanzen, Tieren und Lebensräumen ist uns ein wertvolles Erbe. Die erarbeiteten Biotopverbund- und Gewässerentwicklungsplanungen werden wir schrittweise umsetzen und damit auf unserer Gemarkung einen Beitrag zur Sicherung und Vernetzung der Freiräume im Kooperationsraum Bodensee-Oberschwaben leisten.


Verkehr und Infrastruktur
Zur Verringerung der verkehrsbedingten Emissionen und des Treibstoffverbrauchs wollen wir den Umweltverbund aus öffentlichem Verkehr, Fußgänger- und Radverkehr weiter fördern und den motorisierten Individualverkehr auf überörtliche Straßen bündeln, dabei insbesondere den Durchgangsverkehr aus der Stadt hinaus verlagern. Die Netze von Bahnen, Bussen und Schiffsverbindungen sollen hinsichtlich Linienführung, Taktfrequenz, Vorrangregelungen und Verbundlösungen weiter ausgebaut werden. Bei innerörtlichen Straßen und Plätzen achten wir auf eine fußgänger- und fahrradfreundliche Gestaltung zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität. Die leitungsgebun-dene Infrastruktur der Telekommunikation, Ver- und Entsorgung wird umweltfreundlich weiterentwickelt.


Wirtschaft und Arbeit
Wir verstehen den Umweltschutz als nachhaltigen Beitrag zur Steigerung der Wirtschaftskraft und Erhöhung der Standortqualität. Wir stärken die Wettbewerbsfähigkeit der Region, indem wir insbesondere innovative und effiziente Umwelttechnik entwickeln, in der Praxis erproben und einsetzen.

Mit unseren Partnern im Kooperationsraum Bodensee-Oberschwaben fördern und nutzen wir marktwirtschaftliche Instrumente des Umweltschutzes durch die Einführung kommunaler und betrieblicher Umweltmanagementsysteme. Die Bedeutung der Landwirtschaft in unserer Kulturlandschaft wollen wir sichern, die klein- und mittelständischen Strukturen stärken und die Nahversorgung der Bevölkerung gewährleisten.


Freizeit, Bildung und Kultur
Zur Stärkung des Umweltbewusstseins der Menschen in Friedrichshafen treten wir für die Umweltbildung vom Kindergarten bis zur nachberuflichen Fortbildung ein. Ent-sprechende Angebote in den städtischen Bildungseinrichtungen, unsere Energie- und Umweltberatung und regelmäßige Informationen über den Zustand unseres Lebens-raums unterstützen dieses Ziel.

Mit der Erweiterung des Rad- und Wanderwegenetzes wollen wir die Naherholung für uns und unsere Gäste fördern. Bei der Nutzung des Erholungs- und Freizeitpotentials des Bodensees und seiner Uferzone werden wir die Belange des Natur- und Umweltschutzes verstärkt berücksichtigen.


Umwelt und Gesundheit
Wir steigern unser Wohlbefinden und unsere Lebensqualität, indem wir ausreichend wohnungsnahe Erholungsflächen bieten und ein naturnahes Umland sichern. Die Entstehung und Ausbreitung von Lärm und Schadstoffen, allen voran durch den Straßen- und Flugverkehr, wollen wir insbesondere innerorts weiter mindern.

Mit einem Umwelt- und Qualitätsmanagement im städtischen Krankenhaus sowie mit einer gut ausgebauten Vereinsinfrastruktur und zahlreichen Freizeit- und Sportanlagen streben wir eine aktive Gesundheitsvorsorge an.


Partnerschaft und Zusammenarbeit
Durch die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements und die Lokale Agenda 21 wollen wir eine Kultur des Dialogs und der Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Politik und allen gesellschaftlichen Kräften auch über kulturelle und ethnische Grenzen hinweg schaffen.

Im Umweltschutz arbeiten wir seit langem mit Nachbarkommunen und Partnern aus der Bodenseeregion zusammen und nutzen die unterschiedlichen Erfahrungen und mögliche Synergieeffekte. Entsprechend werden wir bei Unternehmensbeteiligungen, Vertragspartnern, Verpachtungen und Förderprojekten auf die Einbeziehung unserer Umweltziele achten.

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