Im Jahr 2005 wurde die Gewässergüte aller Fließgewässer auf dem 70 km² großen Gemarkungsgebiet untersucht, um eine Evaluation der Maßnahmen im Gewässerschutz und der Abwasserbeseitigung und –reinigung durchzuführen. Inzwischen sind über 99,8 % aller Häfler Bewohner an das öffentliche Kanalnetz angeschlossen. Insgesamt wurden an 88 Probestellen auf über 70 km Fließstrecke der Bäche und Quellgräben biologische, chemisch-physikalische und hydrographische Untersuchungen durchgeführt.
Im Vergleich zur letzten Untersuchung von 1996/1999 hat sich die Wasserqualität weiter verbessert. Zwei Drittel der Fließgewässer haben eine gute Qualität, d.h. sie sind der Gewässergütestufe I-II (gering belastet) und II (mäßig belastet) zuzuordnen. Leider konnten an 10% der Probestellen noch große Defizite festgestellt werden; hier sind die Gewässer stark verschmutzt oder fäkal belastet. Belastungen aus undichten Güllegruben und Silagelagern der Landwirtschaft wurden festgestellt. Leider wird noch an vielen Stellen bis an das Gewässer mit Intensivobstplantagen gewirtschaftet oder mit Herbiziden das Ufer abgespritzt. Eine Hauptaufgabe der Stadtverwaltung wird es sein, die Situation im geschützten 10 m Randstreifen der Gewässer (§ 68 b Wassergesetz BW) in den nächsten Jahren zu verbessern, um diffuse Einträge abzumildern und die Lebensraumfunktion der Fließgewässer für den Artenschutz und die Naherholung zu stärken. Hierzu können Sie ein Merkblatt zur Nutzung der Gewässerrandstreifen unter Downloads einsehen.
Um die eigene Vorbildfunktion zu verstärken, sollen sukzessive alle Pachtverträge der städtischen landwirtschaftlichen Liegenschaften in den nächsten Jahren so umgestellt werden, dass kein Pachtzins für Gewässerrandstreifen mehr bezahlt werden muss.
Dipl.-Biologe Umwelttechnik
Natur- und Gewässerschutz, Umweltverträglichkeit
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