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Fledermäuse kennenlernen

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Fledermäuse kennenlernen

Braunes Langohr

Bedrohte Jäger der Nacht
Schutzmaßnahmen für gebäudebewohnende Fledermäuse in Friedrichshafen – ein Projekt der Abteilung Umwelt und Naturschutz im Amt für Bürgerservice, Sicherheit und Umwelt der Stadt Friedrichshafen in Zusammenarbeit mit dem AK Fledermausschutz Bodensee-Oberschwaben.

 

Einführung, Lebensweise und Biologie
Die Fledermäuse (Microchiroptera) sind eine Säugetiergruppe, die zusammen mit den tropisch verbreiteten Flughunden (Megachiroptera) die Ordnung der Fledertiere (Chiroptera) bilden. Sie besiedeln seit etwa 50 Millionen Jahren die Erde. Sie können als einzige Säugetiere aktiv fliegen und benutzen dafür ihre „Hände“.

In Baden-Württemberg sind aktuell 22 Fledermausarten bekannt.
Die gefährdeten Flugjäger sind wahre Nützlinge, da sie sich von Insekten ernähren und pro Nacht bis zu 3000 Insekten fressen. Weltweit gibt es nur zwei blutsaugende Fledermausarten (Vampire), die in Europa jedoch nicht beheimatet sind. Die meisten Fledermausarten beginnen ihren Jagdflug erst in der Dunkelheit. Fledermäuse orientieren sich im Flugraum mit Hilfe der so genannten Echoortung. Dabei stoßen sie Ultraschallwellen aus, die von den Beutetieren zurückgeworfen, von den verhältnismäßig großen Ohren der Fledermäuse aufgenommen und durch ein kompliziertes Gehörsystem analysiert werden.

Im Frühjahr sammeln sich die Weibchen zu Gruppen und suchen warme Quartiere, sogenannte Wochenstuben auf. Im Juni bringen sie dort nach 6- bis 10-wöchiger Tragezeit meist ein Jungtier zur Welt.
Die Männchen verbringen den Sommer allein oder in kleinen Gruppen umherstreifend, da sie in den Wochenstuben nicht geduldet werden.
Ende August verlassen die meisten Fledermäuse ihre Sommerquartiere. Die Männchen suchen dann zur Paarung geeignete Höhlen auf und locken umherstreifende Weibchen mit Rufen an.
Die meisten Fledermausarten überwintern in frostsicheren, zugluftfreien Gewölben, in Höhlen, Stollen oder alten Bierkellern mit hoher Luftfeuchtigkeit. Manche Arten nehmen weite Wanderungen auf sich und legen bis zu 1.000 Kilometer quer durch Europa zurück, um zu ihren Winterquartieren zu gelangen. In den Winterquartieren halten die Fledermäuse einen 6 bis 7 Monate dauernden Winterschlaf.

 

Quartiere
Man unterscheidet in Mitteleuropa zwischen Wald- und Gebäudefledermäusen (Kulturfolger). Wegen ihrer Entdeckungsfreude folgten uns die Fledermäuse aus den Höhlen in die Gebäude. Warme und geräumige Dachböden boten den Fledermausmüttern hervorragende Bedingungen für die Aufzucht der Jungen im Sommer, und viele enge Spalten in Mauern und Balkenwerk dienten ähnlich dem hohlen Baum bald als gute Wohnstube. Bis heute wurde so über viele Fledermausgenerationen hinweg die Nutzung unserer Gebäude unentbehrlich für die Mehrzahl der einheimischen Fledermäuse. Unsere Gebäude sind damit für Fledermäuse und viele andere Tiergruppen unersetzliche Lebensräume.

Mögliche Wochenstubenquartiere zur Jungenaufzucht sind:

  • Ungedämmte Dachböden mit zugänglichen Sparren und Dachlatten
  • Spaltenquartiere in Verschalungen und Hohlräumen

Gute traditionelle Gebäudequartiere mit großen Kolonien sind selten im Gebäudebestand und kaum zu ersetzen, weshalb die Kenntnis dieser Quartiere für Schutzmaßnahmen wichtig ist. Fledermäuse sind streng geschützte Arten nach dem Bundesnaturschutzgesetz und der europäischen Flora-Fauna-Habitatrichtlinie. Artenschutzrechtliche Belange verpflichten Bauherren und Architekten bei Aus- und Umbaumaßnahmen an Gebäuden Fledermausvorkommen zu erhalten bzw. Ersatzquartiere zu schaffen. Dies ist in den meisten Fällen baulich mit wenig Aufwand umzusetzen. Auch die Kommunen sind gehalten, die Ziele des Artenschutzes aktiv zu fördern, da nur im Zusammenwirken der Landesbehörden, der Kommunen, der Forstverwaltung und der Bürger die gesetzlich und fachlich gewünschten Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen für Fledermäuse umgesetzt werden können. Die Stadt Friedrichshafen, Städtische Umweltabteilung unterstützt die Bestrebungen des Fledermausschutzes Baden-Württemberg.

 

Zielsetzungen

  1. Ein zentraler Punkt des Projektes "Fledermäuse kennenlernen" ist die Öffentlichkeitsarbeit und Hilfe bei möglichen Fledermausproblemen. Wir möchten die Bevölkerung über Fledermäuse informieren und das Bewusstsein zur Bedeutung und Verbreitung im städtischen Raum stärken. (Führungen, Bat-Detektor-Exkursionen)
  2. Die Bevölkerung soll auch bei der Suche nach Quartieren eingebunden und befragt werden.
  3. Die Sachverständigen für Fledermausfragen (siehe rechte Spalte) können kostenlos wichtige Hilfe bei der Gebäudesanierung anbieten, wenn Fledermäuse betroffen sind. 
  4. Im Rahmen des Fledermausprojektes wird die Kartierung von Quartieren eine wichtige Aufgabe sein. Diese Daten können später Planungsgrundlage für die Umweltabteilung, den Grünpflege- und Stadtplanungsbereich sein und für Artenschutzmaßnahmen im Siedlungsbereich Verwendung finden.


Fledermausexkursionen

  • Fledermausführungen mit Ultraschalldetektor an der Rotachmündung Friedrichshafen für Familien: werden in der Zeitung angekündigt (2009/2010).
    Regelmäßig bietet auch das Naturschutzzentrum Eriskirch Fledermaus-führungen an.

    - Wir sehen und hören Fledermäuse im Flug und bei der Jagd
    - Informationen zur Ökologie der Fledermäuse mit Anschauungsmaterial
    - Fledermaus-Guano als Dünger für Orchideen und Blumen wird gegen
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Service

Ansprechpartner:

Bertrand Schmidt

Dipl.-Biologe Umwelttechnik
Natur- und Gewässerschutz, Umweltverträglichkeit

Amt für Bürgerservice, Sicherheit und Umwelt
(Abteilung Umwelt und Naturschutz)
Tel.: (07541) 203 21 93
Fax: (07541) 203 8 21 93
b.schmidt(at)friedrichshafen.de

Luis Ramos
Tel: (07543) 912037
l.ramos001(at)aol.com

 

Fledermaus-Notfall:

Dipl.-Biol. Ingrid Kaipf
Flederhaus Mössingen
Tel: (0179) 4 97 29 95
www.flederhaus.de